interaktiv

Praktikum im Studium

Zu Besuch im Knast

Autor:
Christoph

Rubrik:
studium

03.04.2018

Die Zeit vergeht wie im Flug, schon fast drei Wochen lang arbeite ich nun beim FCN. Zuletzt berichtete ich euch von den Vorbereitungen rund um das fränkische Derby gegen die SpVgg Greuther Fürth, mein erstes Heimspiel als Praktikant. Dadurch wird es mir wahrscheinlich als etwas Besonderes in Erinnerung bleiben. Das Spiel an sich war leider alles andere als das. Die Mannschaft verlor gegen den großen Rivalen mit 0:2, die Serie von elf Siegen in Folge war gerissen. Einzig die Tatsache, dass man auf einem Aufstiegsplatz stand, blieb bestehen. Was für ein Tag!
Glücklicherweise ließen sich das Umfeld und die Fans in den kommenden Tagen von der Niederlage nicht großartig aus dem Konzept bringen und der große Aufschrei blieb – fast schon überraschend – aus. Schon sechs Tage später sollte es beim Auswärtsspiel in Bielefeld die Chance auf Wiedergutmachung geben.
Doch wer jetzt denkt, die Arbeit bei einem Fußballverein besteht nur daraus, bei den Spielen kostenfrei die besten Sitzplätze zu erhalten sowie vor, während und nach den Partien in den Genuss von exklusiven Speisen und Getränken zu kommen, hat sich getäuscht. Ich durfte in meiner Anfangszeit etwa mehrere außergewöhnliche Pressetermine begleiten und miterleben. Corporate Social Responsibility oder auch Unternehmerische Sozialverantwortung heißt der Bereich, in dem der 1.FC Nürnberg seit über einem Jahr mit seiner Initiative „NÜRNBERG gewinnt!“ aktiv ist. Ziel ist es, den eigenen Einfluss und das Interesse der Menschen dafür zu nutzen, einen gesellschaftlichen Mehrwert für sämtliche Schichten der Bevölkerung zu schaffen. Inklusion, Integration oder Bewegungsförderung sind einige Beispiele hierfür. In der Woche nach dem Derby besuchte etwa eine Delegation des Vereins rund um FCN-Legende Marek Mintal die Justizvollzugsanstalt, sprich den Knast Nürnberg. Zusammen mit den Häftlingen wurde eine Pressekonferenz simuliert und anschließend ein Fußballtraining abgehalten. Trotz anfänglicher Bedenken wohl aller Beteiligten wurde es ein rundum gelungener Termin, der schon wiederholt wird.

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