interaktiv

Praktikum im Studium

Hektisches Leben hinter der Kamera

Autor:
Bo

Rubrik:
studium

07.05.2018

Die dritte Woche meiner Hospitanz war voller neuer Herausforderungen. Ich habe gestern mit einer Redakteurin sehr spontan einen antisemitischen Vorfall an einer Berliner Schule bearbeitet.
Dabei musste ich in zehn Minuten so schnell wie möglich Informationen zusammentragen. Durch einen jüdischen Freund aus Berlin bekam ich den Kontakt zu einem sehr gut vernetzten Repräsentanten der jüdischen Gemeinde und nach einem kurzen Interview war klar: Wir haben einen journalistischen Jackpot: Der Repräsentant kannte ein Opfer des Angriffs und organisierte uns ein Interview.
Innerhalb einer Stunde sammelten wir Interviews mit der Polizei, dem Opfer und Mitgliedern der jüdischen Gemeinde. Danach hatten wir nur eine Stunde Zeit, um für die Nachrichten um 14 Uhr einen fertigen Beitrag zu senden. Nachdem das geklappt hatte, konnten wir alle erst mal aufatmen.
Einige Minuten später war ich schon beim nächsten Interview mit der Politikerlegende Hans-Christian Ströbele von den Grünen dabei. Im Laufe des Nachmittags kamen Fragen zu dem Angriff auf und ich konnte aus allernächster Nähe sehen, wie schnell Nachrichtenjournalismus gehen muss. Letztendlich saß ich bis 23 Uhr mit im Schneideraum und muss ehrlich sagen: Es hat unglaublich viel Spaß gemacht! Erst abends fiel mir auf, dass ich zwölf Stunden lang außer einem matschigen Apfel nichts gegessen hatte, aber selbst das störte mich nicht. Fernsehen ist wie eine Droge, nur ohne Nebenwirkungen.

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