interaktiv

Praktikum im Studium

Arbeitstier

Autor:
Bo

Rubrik:
studium

15.05.2018

Als Hospitantin beim ZDF arbeite ich sehr viel. Vorigen Freitag ackerte ich bis spät in die Nacht, am Samstag von 13 bis 20 Uhr. Ich tue das gerne und es fällt mir kaum auf, wie wenig Zeit mir für private Angelegenheiten bleibt. Erleichternde Faktoren dabei sind, dass mein Freund momentan noch im Ausland ist, meine Freunde auch viel arbeiten und ich in Berlin in den letzten Jahren bereits sehr viel gesehen habe. Solange ich jeden Sonntag eine Runde über den Flohmarkt am Mauerpark gehen kann, bin ich glücklich und zufrieden.
Gestern aber ließ mich ein Kommentar innehalten. Die andere Hospitantin meinte nämlich zu mir, ich dürfe mich nicht übernehmen und solle weniger Projekte annehmen, um diese dann intensiver zu begleiten. Ich nehme tatsächlich viele Aufgabe an und arbeite einigen Redakteuren zu, aber bisher habe ich alles sehr gut geschafft und von ihnen ein positives Feedback für meine Arbeit bekommen. Natürlich gibt es Abende, an denen ich erschöpft ins Bett falle, aber es gab noch keinen Moment an dem ich völlig entkräftet und überfordert im Büro saß und weg wollte.
Ich weiß von mir, dass ich Dinge gut koordinieren kann und im Zweifelsfall ein Mittagessen opfere, um noch etwas abzuliefern. Dabei ist es mir natürlich wichtig, trotzdem sorgfältig und zuverlässig zu arbeiten. Während der Arbeitszeit brauche ich persönlich keine Entspannungszeit oder mehrere Kaffeepausen, um den Tag zu überstehen. Viel wichtiger für meine Ausgeglichenheit und mein Wohlbefinden ist es, abends lange mit meinem Freund zu skypen, einen warmen Tee zu trinken und ein heißes Bad zu nehmen. Ich schaffe so viel Arbeit, weil ich mich abends auf etwas freuen kann und dort meine absolute Entspannung finde. Ich habe jeden Abend eine Person, mit der ich lachen kann und der ich alles erzählen kann, was so passiert ist. Für einen rastlosen Menschen wie mich ist es wichtig, einen Anker zu haben. Mein Fels in der Brandung hilft mir, produktiver zu sein und mich dabei glücklich zu fühlen.

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