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Praktikum im Studium

Was ist auf Zypern los?

Es ist nicht ganz einfach, die Geschichte Zyperns zu erzählen. Die beiden größten Volksgruppen, die heute auf der Insel leben, sind die griechischen Zyprioten und die türkischen Zyprioten. Seit einigen Jahrzehnten stehen sie im Konflikt zueinander: Die Vereinten Nationen entsenden daher seit 1964 Soldaten aus verschiedenen Ländern nach Zypern, um den dortigen Waffenstillstand zu bewachen. Die sogenannte „Friedenstruppe der Vereinten Nationen in Zypern“ ist nach der Friedensmission in Indien und Pakistan sowie der in Israel und Palästina die, deren Einsatz unter den laufenden Missionen schon am drittlängsten andauert, weil der Konflikt nicht gelöst werden kann. Durch ihn gerät man auch schnell in Gefahr, die Geschichte der Insel auf eine Art und Weise zu erzählen, mit der sich eine der beiden Gruppen hintergangen führt. Stattdessen werde ich beschreiben, wie ich Zypern und insbesondere die Hauptstadt Nikosia heute erlebe: Die UN-Pufferzone, die von jenen UN-Soldaten bewacht wird, zieht sich quer durch die Insel und auch quer durch die Altstadt Nikosias, in deren Süden ich wohne.
Nördlich von der UN-Pufferzone wohnen vor allem türkische Zyprioten. Nachdem die Insel geteilt wurde, wurde dort die „Türkische Republik Nordzypern“ ausgerufen. Diese wird nur von der Türkei anerkannt: Das bedeutet, dass nur die Türkei öffentlich sagt, dass es sich dabei wirklich um einen eigenen Staat handelt. Südlich von der UN-Pufferzone wohnen vor allem griechische Zyprioten. Die Republik Zypern, die daher auch nur das Gebiet südlich von der Trennlinie kontrollieren kann, ist inzwischen auch Mitglied der Europäischen Union.
Die Meinungen im Süden sind unterschiedlich: Einige glauben, dass nur das Anerkennen der nördlichen Regionen als eigener Staat der Insel Frieden bringen kann. Viele sind aber strikt dagegen. An einer Haustür einige Meter von meiner entfernt hängt ein Plakat, das dazu aufruft, eben nicht von der „Türkischen Republik Nordzypern“, sondern von „durch die türkische Armee besetzten Gebiete“ zu sprechen.
All das klingt nach komplizierter Politik, aber es hat auch Auswirkungen auf meinen Alltag: Knapp zwanzig Meter Luftlinie nördlich von meinem Haus liegt ein Café, in das ich gerne mit Freunden gehe. Ohne die UN-Pufferzone wäre ich ziemlich schnell dort. Weil ich durch sie aber erst zum nächsten Checkpoint laufen und dort auf beiden Seiten meinen Ausweis vorlegen muss, um die Pufferzone durchqueren zu können, dauert der Fußweg eine knappe halbe Stunde. Da wird mir jedes Mal bewusst, welche Bedeutung Grenzen doch haben.

Autor: Marie  |  Rubrik: orientieren  |  Sep 4, 2019

Praktikum im Studium

Drei Tage voller Aufregung

In ein neues Land zu ziehen, das ist wohl nie langweilig. Für ein Praktikum in einer politischen Stiftung auf Zypern bin ich an einem Samstag aufgebrochen. Weil die Hauptstadt Nikosia, in der ich arbeiten würde, keinen Flughafen hat, bin ich zuerst nach Larnaka, einer kleineren Stadt an der zyprischen Küste, geflogen. Als ich dort ankam, war es bereits kurz vor Mitternacht. Mein erster Eindruck von Zypern: Freundlich waren die Menschen, auf die ich traf, nicht gerade. Egal wen ich darum bat, mir dabei zu helfen, den richtigen Bus zu finden, meist wurde ich weggeschickt.
Gefunden habe ich die Ferienwohnung, die ich mir für die erste Nacht gebucht hatte, dann doch noch. Statt an einer Hotelrezeption konnte ich mir den Schlüssel in einem Supermarkt abholen. Erwartet hatte ich ein winziges Hostelzimmer, tatsächlich gebucht eine Ferienwohnung mit mehreren Zimmern und großem Doppelbett. Schlafen konnte ich die erste Nacht trotzdem nicht. Ich bin mir selbst nicht sicher, woran es liegt, aber bisher sind mir am Anfang von jedem Auslandsaufenthalt Zweifel gekommen. Drei Monate in einem so spannenden Land wie Zypern zu verbringen, das klang vorher super. In der Nacht lag ich aber wach und fragte mich, ob ich hier Freunde finden, ob ich überhaupt sicher in Nikosia ankommen und ob meine Wohnung einigermaßen gemütlich sein würde.
Letztere Angst entpuppte sich ziemlich schnell als unberechtigt: Nach einer knappen Stunde Busfahrt nach Nikosia am nächsten Tag zog ich meinen Reisekoffer durch enge Gassen auf der Suche nach dem Haus, in dem ich wohnen würde. Eine Mitarbeiterin der Stiftung, bei der ich das Praktikum machen würde, hatte mir den Kontakt zum Vermieter vermittelt, der in seinen E-Mails aber recht kurz angebunden wirkte. Als ich bei ihm klingelte, war er dafür umso herzlicher: Er ist Architekt, besitzt mehrere Häuser in Nikosia und scheint die Zimmer leidenschaftlich gerne an Erasmusstudierende, Auslandspraktikanten und Menschen, die aus anderen Gründen länger auf Zypern sind, zu vermieten.
Eine weitere Angst wurde mir noch einen Tag später genommen: bei meinem ersten Arbeitstag. Erst da erfuhr ich, dass ich einen Mitpraktikanten hatte, der gleichzeitig mit mir in der Stiftung arbeiten würde und mir auch gleich eine Stadtführung gab. Außerdem hätte ich herzlicher von den Mitarbeitern nicht begrüßt werden können. Alles in allem dann doch ein sehr gelungener Einstieg!

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Aug 28, 2019
Autor: Marie
Rubrik: studium
Aug 28, 2019

Praktikum im Studium

Praktikumsresümee

Die zwei Monate meines Praktikums vergingen wie im Flug. Kaum hatte ich das Gefühl, mich richtig eingefunden zu haben, größtenteils selbstständig arbeiten zu können und meine Kolleginnen und Kollegen kennengelernt zu haben, musste ich schon wieder gehen.
Dabei hätte ich nichts dagegen gehabt, wenn mein Praktikum noch ein bisschen länger gedauert hätte, weil mir die Arbeit wirklich Spaß gemacht hat. Das liegt zum einen daran, dass ich oft die Möglichkeit bekommen hatte, eigene Ideen einzubringen und kreative Aufgaben zu übernehmen. Bei den wöchentlichen Teambesprechungen wurde ich nach meiner Meinung gefragt und bekam nie das Gefühl, „nur“ die Praktikantin zu sein, weswegen ich mich sehr wohl gefühlt hatte. Zum anderen wurde ich in alle Arbeitsabläufe und -prozesse eingebunden und durfte auch Termine und Besprechungen außerhalb des Büros begleiten. So habe ich einen tiefen Einblick in den Bereich der Freiwilligendienste und kulturellen Bildung gewonnen.
Insgesamt war das Praktikum für mich eine angenehme Abwechslung zum Unialltag. Im Studium arbeite ich meistens für mich selbst, beispielsweise wenn ich in der Unibibliothek an einer Hausarbeit schreibe oder für Klausuren lerne. In meinem Praktikum hingegen war ich Teil eines Teams und habe mit anderen im Büro zusammengearbeitet.
Daher freue ich mich sehr, nach meinem Praktikum für die Organisation als Seminarassistenz tätig zu sein. Das bedeutet, dass ich die anstehenden Seminare in den kommenden Monaten begleiten und dabei assistieren werde.
Außerdem habe ich mich dazu entschieden, im kommenden Semester auch eine Vorlesung aus den Erziehungswissenschaften zum Thema Erwachsenenbildung und außerschulische Jugendbildung zu besuchen. So kann ich mich auch in meinem Studium näher mit der Thematik befassen und mir theoretisches Wissen aneignen, nachdem ich bislang nur praktische Erfahrungen in dem Bereich gesammelt habe.

Autor: Franziska  |  Rubrik: studium  |  Oct 17, 2018