Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Praktikum im Studium

Nicht die Interviewfragen vergessen

„Traust du dir zu, das Interview alleine zu machen?“ Diese Frage kam etwas früher als erwartet. Seit knapp zwei Wochen mache ich inzwischen ein Praktikum bei einem Fernsehsender: Bei Interviews habe ich den Redakteuren bisher nur zugeschaut, meine Aufgabe war vor allem zu recherchieren und Drehs vorzubereiten.
Ehe ich es mich versah, saß ich dann aber schon mit einem Kameramann und einem Kameraassistenten im Auto auf dem Weg zu meinem ersten eigenem Dreh. Den eigentlichen Beitrag verantwortet zwar einer der Redakteure, er braucht dafür aber einen sogenannten O-Ton, also eine kurze Videosequenz, auf dem ein Interviewpartner einige wenige Sätze sagt. Weil er zeitlich selbst nicht dabei sein konnte, durfte ich das Interview übernehmen.
Mein erster Gedanke im Auto: Bloß nicht die Interviewfragen vergessen! Wenn ich mit erfahrenen Redakteuren zu Drehs gefahren bin, machen die meist den Eindruck, als müssten sie sich kaum noch vorbereiten. Stattdessen wird locker mit dem Kamerateam geplaudert. Bei mir sah das schon etwas anders aus: Ich hätte mir am liebsten die Zeit genommen, um den genauen Wortlaut der Fragen auswendig zu lernen.
Als ich vor meinem Interviewpartner stand, kam es wie es kommen musste: Die zweite Interviewfrage war vergessen. Egal: Stattdessen habe ich mir eine thematisch einigermaßen passende Frage ausgedacht und kurz auf meinen Spickzettel geschaut, während mein Interviewpartner darauf antwortete.
Während der Interviews stehe ich als Redakteurin nicht vor der Kamera, sondern neben dem Kameramann. Mein Interviewpartner blickt dann schräg an der Kamera vorbei zu mir: So entsteht das Bild, das wir aus dem Fernsehen kennen, bei dem Interviewpartner meist nicht direkt in die Kamera blicken. Für mich war das eine ganz neue Situation: Ich hatte bisher vor allem für Print- und Onlineformate Interviews geführt. Wenn die Antwort dann zu lang ist, jemand um den heißen Brei redet oder ein vorbeifahrender Zug stört, ist das kein Problem. Beim Fernsehen kann es jedoch schwierig werden.
Was ich dabei gelernt habe: Die Interviewfragen auswendig zu lernen bringt tatsächlich wenig. Viel natürlicher kommt die Antwort des Interviewpartners daher, wenn auch die Frage nicht gestellt wirkt!

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Nov 12, 2019

Praktikum im Studium

Ballett: Mehr als rosa Tutus?

Das Klischee kennen wir wohl alle: Balletttänzerinnen tragen alle weiße Strumpfhosen, einen rosa Body und einen Dutt. Zugegebenermaßen machen es einige Tanzfilme nicht besser: Auch in „Black Swan“ beispielsweise trägt Natalie Portman in erster Linie rosa. Hat man da Lust, als Erwachsene auch Ballett zu tanzen? Eigentlich kaum.
Ich habe in meiner Schulzeit Ballett getanzt – und den Sport danach eher aus den Augen verloren. In meinem zweiten Semester habe ich noch kurz im Uniballett vorbeigeschaut: Dass meine Uni tatsächlich ein eigenes Ballettstudio hat, in dem sogar alle Proben von einem Pianisten begleitet werden, finde ich schon ziemlich cool. Gepasst hat es aber letztendlich nicht: Angeboten wurden nur zwei verschiedene Niveaus. In der einen habe ich habe mich unter- und in der anderen überfordert gefühlt.
Als ich für mein Praktikum nach Zypern gezogen bin, hatte ich schon den Gedanken, mir mal wieder ein Ballettstudio zu suchen. Letztendlich habe ich aber keins gefunden, das auch englischsprachige Kurse anbietet. Für mein zweites Praktikum in diesem Jahr in Düsseldorf angekommen, war das schon einfacher: In der Parallelstraße meines Wohnhauses hat gerade erst ein neues Ballettstudio eröffnet.
Ich finde es immer wieder schade, wie wenige wissen, dass Ballett ein wirklich tolles Hobby ist: Wenn ich davon erzähle, dass ich wieder anfangen möchte, zu tanzen, werde ich oft gefragt, ob das denn jetzt noch Sinn macht. Klar: Profitänzerin werde ich nicht mehr. Die Freude am Tanzen muss man sich aber davon nicht nehmen lassen – egal in welchem Alter.
In Düsseldorf ist der Funke gleich wieder übergesprungen: Ich habe zwar gemerkt, dass ganz schön viel Zeit vergangen ist, seitdem ich das letzte Mal an einer Ballettstange stand. Mir fehlt nicht nur die Flexibilität, sondern bei vielen Übungen auch die Kraft. Schrittabfolgen und Armbewegungen kommen dagegen ganz schnell wieder: Wer die einmal verinnerlicht hat vergisst sie vermutlich so schnell nicht wieder.
Ein rosa Tutu habe ich übrigens noch nie getragen – weder in meiner Schulzeit, noch danach. Schon für Jugendliche schreiben die meisten Ballettstudios schwarze Bodys und rosa oder weiße Strumpfhosen vor. Für Erwachsene haben die meisten Studios überhaupt keinen Dresscode: Dann reicht es, etwas anzuziehen, in dem man sich wohlfühlt und sich bewegen kann.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Nov 5, 2019

Praktikum im Studium

Schaust du noch Fernsehen?

Mein zweites Praktikum während meines Bachelorstudiums führte mich zu der lokalen Redaktion eines Fernsehsenders in Düsseldorf. Im Rahmen meines Studiums haben wir die Möglichkeit, uns aus vier Praxiskursen zwei auszusuchen: Online, Video, Audio und Fotografie. Ich habe mich damals für Online- und Videopraxis entschieden. Im Videokurs haben wir in kleinen Teams zwei Beiträge gemacht: einmal einen fiktionalen Kurzfilm, der eine Geschichte erzählt, und einmal einen journalistischen Beitrag.
Ich fand letzteres echt spannend: Davor habe ich es im Journalismus vor allem mit Texten, maximal noch mit multimedialen Inhalten, zum Beispiel der Kombination aus Text und Podcast, zu tun gehabt. Gleich drei Ebenen zu haben, also den Text, den Ton und das Bild, ist zwar anstrengend, macht aber auch viel Spaß! Im Rahmen des Kurses habe ich dann gemeinsam mit einer Freundin einen Beitrag über eine junge Ruderin in der Nähe von Bonn gedreht.
Was mich aber auch noch zu dem Praktikum bewegt hat: Ich wollte einen Einblick in tagesaktuellen Journalismus erhalten. Aus freier Mitarbeit weiß ich, wie es ist, ab und zu ein aktuelles Thema zu übernehmen. Darüber hinaus habe ich einige Magazinbeiträge oder längere Interviews geschrieben. Was für mich aber neu im Praktikum ist: die tägliche Frage, was heute passiert ist und was davon wir in einen Beitrag verwandeln möchten.
Aufgefallen ist mir in den ersten Tagen, dass ich viele der Fernsehsendungen gar nicht kenne. Klar, die Tagesschau, die ZDF-Nachrichten, vielleicht noch die Dokus vom WDR, die kennen wir alle. Ich schaue mir die Beiträge aber meist gar nicht im Fernsehen, sondern in den Mediatheken der Fernsehsender an. Das bekommt natürlich auch der Fernsehsender, bei dem ich mein Praktikum mache, zu spüren: Da höre ich immer mal wieder die Frage, ob das Fernsehen vielleicht ein Auslaufmodell ist, weil immer weniger junge Leute Fernsehen schauen.
Letztendlich glaube ich, dass das übertrieben ist: Vielleicht schauen wir wirklich eines Tages kein Fernsehen mehr. Videojournalismus wird damit aber bestimmt nicht verloren gehen: Er wird nur auf anderen Kanälen statt über das Fernsehen zu uns kommen.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Oct 28, 2019
Autor: Marie
Rubrik: studium
Oct 28, 2019