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Praktikum im Studium

Sind wir jetzt alle Vegetarier

Sushi ist mit Abstand mein Lieblingsessen. Neben unserer Hochschule gibt es ein neues Sushi-lokal. Letzte Woche wollte ich eine Freundin einladen, mit mir und einigen anderen Sushi essen zu gehen. Sie fragte daraufhin nach, ob es dort Essen für Vegetarier gibt. Da fiel mir auf, dass ich beinahe vergessen hatte, dass Sushi ursprünglich mit Fisch gemacht wurde. Ich habe seit einer ganzen Weile kein Sushi mit Fisch mehr gegessen: Für mich ist ganz klar, dass es viele leckere vegetarische Varianten gibt.
In meinem Freundeskreis haben sich die Essgewohnheiten über die letzten Jahre stark verändert: Eine meiner engsten Freundinnen ist zwar zum Beispiel schon seit fast sieben Jahren Veganerin, ich hingegen habe bis vor vier Jahren noch eine ganze Menge Fleisch selbst gekocht und gegessen. Wenn wir mit Freunden kochen, würde kaum jemand auf die Idee kommen, etwas vorzuschlagen, das nicht vegan ist: Dann können ja schließlich nicht alle mitessen. Nur bei Pizza wird manchmal ein Stück für die Nicht-Veganer mit zusätzlichem Käse belegt.
In Bonn ist es einfach, in Restaurants veganes Essen zu finden. In Köln gibt es inzwischen sogar ein komplett veganes Sushirestaurant. Auch in den Supermärkten ist die Auswahl an veganen Lebensmitteln riesig. Wenn ich bei meinen Eltern bin, sieht das Ganze aber schon anders aus: Auf dem Land ist es in den meisten Supermärkten schon viel schwieriger, beispielsweise veganen Brotaufstrich zu bekommen. Manche Restaurants, die ich früher gerne mochte, meide ich inzwischen, weil ich weiß, dass die Auswahl für Vegetarier dort minimal ist. Ich habe Glück, dass meine Eltern selbst wenig Fleisch essen und es ihnen nichts ausmacht, die Restaurants dementsprechend auszusuchen. Nicht anders habe ich es bisher in jedem Praktikum erlebt: Oftmals ist es in der jeweiligen Cafeteria schwierig genug, etwas ohne Fleisch und Fisch zu finden – geschweige denn etwas ganz ohne tierische Produkte.
Mir macht das aber immer wieder bewusst, dass ich in einer Blase lebe: Wer sich die Kochabende meiner Freunde und die vegane Etage unserer Unimensa anschaut, könnte meinen, dass Essen ohne Fleisch, Fisch oder ganz ohne tierische Produkte längst die Norm wäre. Auch wenn mir das den Alltag einfacher machen würde, bin ich doch froh darüber, dass ich ab und zu merke, dass ich damit in einer Illusion lebe.

Autor: Marie  |  Rubrik: orientieren  |  Nov 25, 2019
Autor: Marie
Rubrik: orientieren
Nov 25, 2019

Praktikum im Studium

Urlaub mit der Familie

Den klassischen Familienurlaub kennen wir aus unserer Kindheit wohl alle. Ob Fernreise oder Nordsee – der gehörte in den Sommerferien meist mit dazu. Und heute? Einige meiner Freunde haben über die Jahre aufgehört, mit ihren Familien in den Urlaub zu fahren. Andere freuen sich bis heute Sommer für Sommer auf den gemeinsamen Familienurlaub.
Ich glaube, für mich hat es dabei auch einen Unterschied gemacht, dass meine Schwester fast sechs Jahre jünger ist als ich: In den ersten Jahren, in denen ich mir aussuchen konnte, ob ich mit in den Familienurlaub kommen wollte, war sie noch so klein, dass sie nicht alleine zuhause bleiben konnte. Unter Schwestern war dann schnell klar: Wir wollen weiterhin beide wegfahren.
Mittlerweile weiß ich Familienurlaube immer mehr zu schätzen: Weil ich das Jahr über oft nur wenig Zeit habe, um meine Familie zu besuchen, ist es dann doch super, einmal im Jahr ein oder zwei Wochen zusammen am Strand spazieren zu gehen und jeden Abend gemeinsam zu kochen. Ich habe im letzten Jahr ein Auslandssemester gemacht und meine Schwester war im Schüleraustausch – aber im Familienurlaub fühlt es sich dann doch wieder an, als hätte sich nichts verändert.
Dieses Jahr waren wir für eine Woche an der Ostsee: Als ich mich da am Strand umgeschaut habe, waren dort vor allem Familien mit kleinen Kindern – wahrscheinlich noch nicht einmal im Schulalter. Vielleicht lag es aber auch daran, dass wir relativ spät gefahren sind, und in vielen Bundesländern die Schulen schon wieder gestartet waren.
Ich kann mich aber auch daran erinnern, dass mir in den Jahren zuvor oft aufgefallen ist, wie viele Familien mit erwachsenen Kindern unterwegs sind. Als meine Freunde und ich fünfzehn oder sechzehn waren, war es regelrecht „cool“, die Eltern in den Urlaub fahren zu lassen und das Haus für sich alleine zu haben. Mittlerweile bekomme ich aber auch in meinem Freundeskreis immer mehr mit, wie viele wieder Lust haben, beim Familienurlaub dabei zu sein.
Warum auch eigentlich nicht? Ich glaube, sich überhaupt mit der eigenen Familie so gut zu verstehen, dass man zusammen einen schönen Urlaub verbringen kann, ist ein Privileg, das wir nutzen sollten, wenn wir es haben.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Nov 18, 2019
Autor: Marie
Rubrik: studium
Nov 18, 2019

Praktikum im Studium

Nicht die Interviewfragen vergessen

„Traust du dir zu, das Interview alleine zu machen?“ Diese Frage kam etwas früher als erwartet. Seit knapp zwei Wochen mache ich inzwischen ein Praktikum bei einem Fernsehsender: Bei Interviews habe ich den Redakteuren bisher nur zugeschaut, meine Aufgabe war vor allem zu recherchieren und Drehs vorzubereiten.
Ehe ich es mich versah, saß ich dann aber schon mit einem Kameramann und einem Kameraassistenten im Auto auf dem Weg zu meinem ersten eigenem Dreh. Den eigentlichen Beitrag verantwortet zwar einer der Redakteure, er braucht dafür aber einen sogenannten O-Ton, also eine kurze Videosequenz, auf dem ein Interviewpartner einige wenige Sätze sagt. Weil er zeitlich selbst nicht dabei sein konnte, durfte ich das Interview übernehmen.
Mein erster Gedanke im Auto: Bloß nicht die Interviewfragen vergessen! Wenn ich mit erfahrenen Redakteuren zu Drehs gefahren bin, machen die meist den Eindruck, als müssten sie sich kaum noch vorbereiten. Stattdessen wird locker mit dem Kamerateam geplaudert. Bei mir sah das schon etwas anders aus: Ich hätte mir am liebsten die Zeit genommen, um den genauen Wortlaut der Fragen auswendig zu lernen.
Als ich vor meinem Interviewpartner stand, kam es wie es kommen musste: Die zweite Interviewfrage war vergessen. Egal: Stattdessen habe ich mir eine thematisch einigermaßen passende Frage ausgedacht und kurz auf meinen Spickzettel geschaut, während mein Interviewpartner darauf antwortete.
Während der Interviews stehe ich als Redakteurin nicht vor der Kamera, sondern neben dem Kameramann. Mein Interviewpartner blickt dann schräg an der Kamera vorbei zu mir: So entsteht das Bild, das wir aus dem Fernsehen kennen, bei dem Interviewpartner meist nicht direkt in die Kamera blicken. Für mich war das eine ganz neue Situation: Ich hatte bisher vor allem für Print- und Onlineformate Interviews geführt. Wenn die Antwort dann zu lang ist, jemand um den heißen Brei redet oder ein vorbeifahrender Zug stört, ist das kein Problem. Beim Fernsehen kann es jedoch schwierig werden.
Was ich dabei gelernt habe: Die Interviewfragen auswendig zu lernen bringt tatsächlich wenig. Viel natürlicher kommt die Antwort des Interviewpartners daher, wenn auch die Frage nicht gestellt wirkt!

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Nov 12, 2019