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Praktikum im Studium

Warum eigentlich Köln?

Als ich aus Taiwan zurückgekommen bin, wusste ich noch nicht, ob meine Leistungen aus dem Auslandssemester angerechnet werden. Daher habe ich versucht, Seminare zu wählen, die dem Studienangebot in Bonn ähneln.
Nun habe ich erfahren, dass es geklappt hat: Alle vier Seminare, die ich in Taiwan belegt habe, werden mir für meinen Abschluss angerechnet. Da in Taiwan eine andere Notenskala als bei uns genutzt wird, hatte ich auch noch Glück: Das Auslandssemester wird meinen Notenschnitt insgesamt eher verbessern als verschlechtern.
Für mich heißt das, dass ich in Bonn keine Seminare mehr belegen muss und es daher auch keinen Grund für mich gibt, wieder nach Bonn zu ziehen. Meine Wohnung dort hatte ich bereits vor dem Auslandssemester aufgegeben.
Viele Freunde von mir leben in Bonn: Einige von uns haben dort schon im Studium gelebt und sind nach Bonn gependelt. Andere ziehen jetzt dorthin, weil sich dort vor allem in der Medienbranche viele Jobs finden lassen. Ich muss ehrlich sagen, dass ich Pendeln ganz furchtbar finde. Letztendlich hängt es wohl auch von der Strecke ab: Wer sich morgens in die Bahn setzt und eine Stunde bis zur Uni ohne umzusteigen fährt, der kann die Zeit zum Lesen oder Lernen nutzen. Wer zweimal umsteigen muss und nie länger als zehn Minuten am Stück in der Bahn sitzt, wird vermutlich eher Musik hören.
Fakt ist aber: Ich freue mich riesig darüber, jetzt auch in Köln zu wohnen! An den Wochenenden bin ich schon öfters rübergefahren, weil das Freizeitangebot so viel größer ist. Dass ich mich jetzt abends mit Freunden hier treffe und anschließend mit dem Fahrrad statt mit der Regionalbahn nach Hause fahre, finde ich schon super.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Dec 6, 2019
Autor: Marie
Rubrik: studium
Dec 6, 2019

Praktikum im Studium

Mit dem Zug nach Prag

Osteuropa wird meiner Meinung nach als Reiseziel unterschätzt. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie die Leute reagiert hatten, als ich in der 10. Klasse für einen zweiwöchigen Schüleraustausch nach Polen gegangen bin: meist irritiert. USA, England, vielleicht noch Frankreich – das waren die Ziele, die viele von uns lieber angepeilt hätten. Meine Schule bot allerdings nur Frankreich und Polen an.
Manchmal frage ich mich, ob es auch daran liegt, dass ich im Westen Deutschlands wohne und wir dadurch weniger Bezug zu den osteuropäischen Ländern haben.
Meine Mama und ich hatten uns für dieses Jahr vorgenommen, einen gemeinsamen Städtetrip zu planen. Weil ich nicht fliegen wollte und wir beide gerne irgendwohin wollten, wo wir noch nicht waren, fiel unsere Wahl auf Prag.
Von meinen Eltern aus lässt sich Prag in knapp zehn Stunden Fahrt mit dem Zug erreichen. Geklappt hat das nicht. Es muss sich tatsächlich noch viel ändern, bevor das Zugfahren komfortabler wird als Fliegen. Einer der Regionalzüge hatte so viel Verspätung, dass wir den ersten ICE auf unserer Reise verpassten. In Nürnberg schlug man uns dann vor, nicht zwei Stunden auf den nächsten Zug zu warten, sondern mit dem Bus weiterzufahren. Für den Bus mussten wir aber weitere Tickets kaufen – und am Schalter des Reiseunternehmens wurde uns versehentlich eine Reservierung für den falschen Tag verkauft. Bis der Fehler ausgebessert war, war der Bus längst abgefahren. Letztendlich haben wir dann doch zwei Stunden in Nürnberg am Bahnhof verbracht. Wenn man einen ganzen Tag im Zug vor sich hat, machen zwei Stunden mehr oder weniger letztendlich auch keinen allzu großen Unterschied mehr. Den ganzen Stress hätten wir uns aber schon gerne gespart. Was man aber auch nicht verschweigen sollte: Aufgrund der Verspätung konnten wir uns aber einen recht hohen Anteil der Ticketpreise erstatten lassen. Mit etwas Glück im Unglück kann man also sogar sehr preiswert mit dem Zug bis nach Prag fahren.

Autor: Marie  |  Rubrik: orientieren  |  Dec 3, 2019
Autor: Marie
Rubrik: orientieren
Dec 3, 2019

Praktikum im Studium

Sind wir jetzt alle Vegetarier

Sushi ist mit Abstand mein Lieblingsessen. Neben unserer Hochschule gibt es ein neues Sushi-lokal. Letzte Woche wollte ich eine Freundin einladen, mit mir und einigen anderen Sushi essen zu gehen. Sie fragte daraufhin nach, ob es dort Essen für Vegetarier gibt. Da fiel mir auf, dass ich beinahe vergessen hatte, dass Sushi ursprünglich mit Fisch gemacht wurde. Ich habe seit einer ganzen Weile kein Sushi mit Fisch mehr gegessen: Für mich ist ganz klar, dass es viele leckere vegetarische Varianten gibt.
In meinem Freundeskreis haben sich die Essgewohnheiten über die letzten Jahre stark verändert: Eine meiner engsten Freundinnen ist zwar zum Beispiel schon seit fast sieben Jahren Veganerin, ich hingegen habe bis vor vier Jahren noch eine ganze Menge Fleisch selbst gekocht und gegessen. Wenn wir mit Freunden kochen, würde kaum jemand auf die Idee kommen, etwas vorzuschlagen, das nicht vegan ist: Dann können ja schließlich nicht alle mitessen. Nur bei Pizza wird manchmal ein Stück für die Nicht-Veganer mit zusätzlichem Käse belegt.
In Bonn ist es einfach, in Restaurants veganes Essen zu finden. In Köln gibt es inzwischen sogar ein komplett veganes Sushirestaurant. Auch in den Supermärkten ist die Auswahl an veganen Lebensmitteln riesig. Wenn ich bei meinen Eltern bin, sieht das Ganze aber schon anders aus: Auf dem Land ist es in den meisten Supermärkten schon viel schwieriger, beispielsweise veganen Brotaufstrich zu bekommen. Manche Restaurants, die ich früher gerne mochte, meide ich inzwischen, weil ich weiß, dass die Auswahl für Vegetarier dort minimal ist. Ich habe Glück, dass meine Eltern selbst wenig Fleisch essen und es ihnen nichts ausmacht, die Restaurants dementsprechend auszusuchen. Nicht anders habe ich es bisher in jedem Praktikum erlebt: Oftmals ist es in der jeweiligen Cafeteria schwierig genug, etwas ohne Fleisch und Fisch zu finden – geschweige denn etwas ganz ohne tierische Produkte.
Mir macht das aber immer wieder bewusst, dass ich in einer Blase lebe: Wer sich die Kochabende meiner Freunde und die vegane Etage unserer Unimensa anschaut, könnte meinen, dass Essen ohne Fleisch, Fisch oder ganz ohne tierische Produkte längst die Norm wäre. Auch wenn mir das den Alltag einfacher machen würde, bin ich doch froh darüber, dass ich ab und zu merke, dass ich damit in einer Illusion lebe.

Autor: Marie  |  Rubrik: orientieren  |  Nov 25, 2019
Autor: Marie
Rubrik: orientieren
Nov 25, 2019