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Praktikum im Studium

Tanz abseits von Geschlechterklischees

Ich war schon viel zu lange nicht mehr im Theater, dachte ich letztens. Kurzerhand die Veranstaltungsliste von Facebook geöffnet: In einem Club, dessen Bühne gerne auch von Theatergruppen genutzt wird, fand an diesem Wochenende eine Tanzvorführung statt. Aus der Beschreibung wurde ich nicht ganz so schlau: Es ging aber um zeitgenössischen Tanz, also kein klassisches Ballett, sondern eine Mischung aus verschiedenen Einflüssen von moderneren Choreografen.
Zum einen ist es wohl ein starkes Geschlechterklischee, dass vor allem Mädchen und Frauen tanzen. Letztendlich ist das Quatsch. Vor einiger Zeit machte sich jedoch eine US-amerikanische Talkshow-Host darüber lustig, dass dem englischen Prinz George anscheinend sein Ballettunterricht viel Spaß macht. Aus der Tanzcommunity erhielt sie aber eine starke Antwort: Unzählige Tänzer demonstrierten in New York, um zu beweisen, dass auch Jungen und Männer tanzen – und sich dabei nicht von der Vorstellung, Tanzen sei nur etwas für Mädchen und Frauen, abhalten lassen sollten.
Zum anderen lässt sich aber kaum leugnen, dass gerade klassischer Tanz an bestimmten Geschlechterrollen unfassbar stark festhält. Ich kann mich an unzählige Male erinnern, in denen ich Sprünge im Ballettunterricht nicht richtig ausgeführt habe und die Antwort meiner Trainerin war, dass meine Ausführweise eher in die Richtung eines anderen Sprunges ginge – den aber eigentlich nur Männer tanzen. Genauso ist der Spitzentanz weiblichen Tänzerinnen vorbehalten. Ich finde das oft schwierig: Ich tanze unheimlich gerne und habe wahnsinnig viel Spaß dabei sowohl zu trainieren und an Kraft, Flexibilität und Technik zu arbeiten, aber auch in der Choreografie selbst verschiedene Rollen annehmen zu können. Gleichzeitig nervt es mich, dass ausgerechnet beim Tanzen noch immer mit so vielen Geschlechterklischees gekämpft wird.
Die Aufführung der Kölner Tanzgruppe an diesem Wochenende, hat mir aber einmal mehr gezeigt, wie weit Choreografen längst gekommen sind. Keine der Choreografien war auf das Geschlecht des Tanzenden abgestimmt. Jede Choreografie der männlichen Tänzer hätte auch für eine der weiblichen Tänzerinnen gemacht sein können. Abseits vom klassischen Tanz finden sich dann doch unzählige Choreografen, die es nicht nur schaffen, fern von Geschlechterklischees zu choreografieren – sondern diese auch aufzunehmen und mit ihnen zu spielen.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Dec 23, 2019

Praktikum im Studium

Die vergessene DDR

Dass in meinem Geschichtsunterricht an der Schule einiges zu kurz kam, ist mir klar. In der Oberstufe musste plötzlich alles ganz schnell gehen: Abiturklausuren standen an, die Kurse wurden immer kleiner und wer in dem jeweiligen Fach keine Prüfung mehr schrieb, hatte meist wenig Motivation, dafür zu lernen oder im Unterricht mitzuarbeiten.
Die Konsequenz war, dass die DDR in unserem Geschichtsunterricht schlichtweg nicht angesprochen wurde. Ich kann mich daran erinnern, dass wir in der Unterstufe unfassbar lange über das antike Griechenland und das römische Reich gesprochen haben. Bei der neuen deutschen Geschichte schafften wir es bis 1945 – aber kein Jahr weiter.
Heute schockiert mich das: Was die Teilung für Deutschland bedeutet hat, wurde mir in der Schule nie beigebracht.
Die scheinbar vergessene DDR ist nicht der einzige Punkt, für den ich den Geschichtsunterricht meiner ehemaligen Schule kritisiere: Auch viele andere Themen, die starke Auswirkungen auf unsere heutige Politik haben, haben keinen Platz im Curriculum gefunden. Über die Europäische Union wurde beispielsweise nie gesprochen. Auch war unser Geschichtsunterricht komplett auf Deutschland ausgerichtet: Was während des Zweiten Weltkrieges zum Beispiel in Ostasien passierte, spielte keine Rolle.
Ich schreibe ab und zu Beiträge für Zeitungen oder Magazine. In den vergangenen Wochen habe ich an einem Beitrag über junge Menschen gearbeitet, die für das Studium aus dem ehemaligen Gebiet der DDR in den Westen oder andersherum gezogen sind. Viele, die wie ich in Westdeutschland aufgewachsen sind, haben dabei mein Bild bestätigt: Auch ihnen wurde erst wirklich klar, welche Nachwirkungen die DDR und der Mauerfall noch bis heute haben, als sie in den Osten Deutschlands gezogen sind. Auf der anderen Seite waren viele meiner Interviewpartner, die im Osten aufgewachsen sind, schockiert, wie wenig wir über das ehemalige Leben in der DDR wissen.
Immer wieder habe ich mich bei den Gesprächen gefragt, was wir machen können, um für mehr Austausch zu sorgen: Damit es mehr Jugendaustausch innerhalb Europas gibt, werden schließlich Auslandssemester dank Erasmus gefördert. Vielleicht ist es Zeit, ebenso Schüler-, Azubis- und Studierendenaustausche innerhalb von Deutschland zu unterstützen?

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Dec 12, 2019

Praktikum im Studium

Warum eigentlich Köln?

Als ich aus Taiwan zurückgekommen bin, wusste ich noch nicht, ob meine Leistungen aus dem Auslandssemester angerechnet werden. Daher habe ich versucht, Seminare zu wählen, die dem Studienangebot in Bonn ähneln.
Nun habe ich erfahren, dass es geklappt hat: Alle vier Seminare, die ich in Taiwan belegt habe, werden mir für meinen Abschluss angerechnet. Da in Taiwan eine andere Notenskala als bei uns genutzt wird, hatte ich auch noch Glück: Das Auslandssemester wird meinen Notenschnitt insgesamt eher verbessern als verschlechtern.
Für mich heißt das, dass ich in Bonn keine Seminare mehr belegen muss und es daher auch keinen Grund für mich gibt, wieder nach Bonn zu ziehen. Meine Wohnung dort hatte ich bereits vor dem Auslandssemester aufgegeben.
Viele Freunde von mir leben in Bonn: Einige von uns haben dort schon im Studium gelebt und sind nach Bonn gependelt. Andere ziehen jetzt dorthin, weil sich dort vor allem in der Medienbranche viele Jobs finden lassen. Ich muss ehrlich sagen, dass ich Pendeln ganz furchtbar finde. Letztendlich hängt es wohl auch von der Strecke ab: Wer sich morgens in die Bahn setzt und eine Stunde bis zur Uni ohne umzusteigen fährt, der kann die Zeit zum Lesen oder Lernen nutzen. Wer zweimal umsteigen muss und nie länger als zehn Minuten am Stück in der Bahn sitzt, wird vermutlich eher Musik hören.
Fakt ist aber: Ich freue mich riesig darüber, jetzt auch in Köln zu wohnen! An den Wochenenden bin ich schon öfters rübergefahren, weil das Freizeitangebot so viel größer ist. Dass ich mich jetzt abends mit Freunden hier treffe und anschließend mit dem Fahrrad statt mit der Regionalbahn nach Hause fahre, finde ich schon super.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Dec 6, 2019
Autor: Marie
Rubrik: studium
Dec 6, 2019