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Praktikum im Studium

Privileg Praktikum

Für meinen Studienabschluss musste ich ein Pflichtpraktikum machen und anschließend einen Praktikumsbericht darüber schreiben. Darin stelle ich zum Beispiel das Unternehmen vor, in dem ich gearbeitet habe, umreiße meine Aufgaben und schreibe darüber, was ich dabei gelernt habe und was das mit meinem Studium zu tun hat. Weil ich es direkt nach dem Praktikum nicht geschafft habe, den Bericht zu schreiben, habe ich mich erst jetzt daran gesetzt – und dabei noch einmal darüber nachgedacht, wie wichtig Praktika für uns geworden sind.
Ich studiere Sozialwissenschaften: Da gehören Praktika einfach dazu. Einige nehmen sich nach dem Abi bereits ein Jahr Zeit, um Praktika zu machen. Andere verwenden ihre Semesterferien dafür oder hängen noch ein Jahr dran, um mehr Zeit zu haben. Weil wir viel Theorie und wenig Praxis in der Uni lernen, ist es schon fast Pflicht, nach dem Studienabschluss einige Praktika vorweisen zu können.
Letztendlich betrifft das aber nicht nur uns Sozialwissenschaftler oder Geisteswissenschaftler. Eine meiner Schulfreundinnen studiert Medizin: Ein dreimonatiges Pflegepraktikum musste sie gleich zu Anfang vorweisen. Eine andere Freundin studiert Sprachtherapie. Um ihre Krankenkassenzulassung zu erhalten, muss sie die ganzen Semesterferien für Praktika nutzen. Was wir alle gemein haben: Die Praktika sind entweder gar nicht oder nur schlecht bezahlt.
Sich Praktika leisten zu können, ist also auch ein Privileg. Wer zum Beispiel in den Semesterferien arbeiten muss, um sich sein Studium finanzieren, hat oftmals keine Zeit, auch noch Praktika zu machen. Wer finanziell auf Bafög angewiesen ist, kann es sich außerdem oft nicht leisten, länger als die vorgegebene Regelstudienzeit zu studieren. Praxissemester sind eine gute Lösung: In dieser Zeit sind die Studierenden regulär eingeschrieben, haben aber Zeit, Praxiserfahrung zu sammeln.
Am Ende sind wir selbst Teil des Problems: Dass wir mehr und mehr Praktika machen, erhöht die Konkurrenz untereinander. Helfen könnte der Mindestlohn, der aktuell aber nur bei Praktika gezahlt wird, die länger als drei Monate dauern und keine Pflichtpraktika sind. Beim Schreiben meines Praktikumsberichts ist mir wieder bewusst geworden: Da muss sich etwas ändern.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Jan 20, 2020

Praktikum im Studium

Auf der Suche nach einem Master

Langsam aber sicher neigt sich mein Bachelorstudium dem Ende zu. Inzwischen ist es ein Jahr länger geworden, als es eigentlich sein sollte – dafür aber mit Auslandssemester und dem ein oder anderen Praktikum. Während ich mir erste Gedanken über meine Bachelorarbeit mache, taucht da aber noch eine andere Frage auf: Was soll danach kommen?
Letztendlich habe ich mir die Frage schon gestellt, bevor ich mit dem Studium angefangen habe. Da bin ich schon einmal die Liste mit Masterstudiengängen von Universitäten aus der Umgebung durchgegangen, um zu schauen, was überhaupt in Frage kommen könnte. Verändert haben sich meine Wünsche dann doch noch einige Male: Mein Studiengang heißt „Medien, Politik & Gesellschaft“. Schon allein von medienwissenschaftlichen bis eher politischen Studiengängen gibt es da ganz schön viele, die man anschließen könnte. Vor allem bin ich aber überrascht, wie viele von uns nicht direkt in den Master gestartet sind: Zum einen brauchen die meisten dann doch länger als nur die Regelstudienzeit. Das liegt weniger daran, dass sie es nicht schneller geschafft haben. Viele haben sich auch bewusst Zeit genommen, um neben der Uni mehr arbeiten, sich ehrenamtlich engagieren und Praxiserfahrung sammeln zu können. Zum anderen habe ich erwartet, dass sich mehr von meinen Mitstudierenden noch für einen Master entscheiden würden. Stattdessen fangen aber einige noch einen neuen Bachelorstudiengang an, weil sie zum Beispiel das Fach wechseln oder sich breiter aufstellen möchten. Andere sind auf der Suche nach Volontariaten oder haben denBerufseinstieg schon geschafft.
Ich bin mir währenddessen absolut unsicher: Meine Praktika haben mir zwar gezeigt, dass ich total gerne mit Medien arbeite. Ob im Journalismus oder in der Kommunikation – so ganz ohne Medien finde ich es schnell langweilig. Letztendlich braucht man in den Medien aber immer auch Themen, über die man sprechen kann: Und da interessieren mich politische Themen dann doch am meisten. Wahrscheinlich hätte ich am meisten Lust, meinen Bachelorstudiengang einfach auch weiterhin zu studieren: Die Mischung aus medien- und politikwissenschaftlichen Inhalten fand ich super.
Weil das nicht geht, gehe ich ab und zu einmal wieder die Liste von Masterstudiengängen von Universitäten aus der Umgebung durch. Wenn ich ehrlich bin, habe ich aber auch kaum Lust, noch einmal für mein Masterstudium umzuziehen. Zugleich finde ich Pendeln ziemlich anstrengend – und hätte eigentlich mehr Lust in Köln zu bleiben.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Jan 13, 2020
Autor: Marie
Rubrik: studium
Jan 13, 2020

Praktikum im Studium

Tanz abseits von Geschlechterklischees

Ich war schon viel zu lange nicht mehr im Theater, dachte ich letztens. Kurzerhand die Veranstaltungsliste von Facebook geöffnet: In einem Club, dessen Bühne gerne auch von Theatergruppen genutzt wird, fand an diesem Wochenende eine Tanzvorführung statt. Aus der Beschreibung wurde ich nicht ganz so schlau: Es ging aber um zeitgenössischen Tanz, also kein klassisches Ballett, sondern eine Mischung aus verschiedenen Einflüssen von moderneren Choreografen.
Zum einen ist es wohl ein starkes Geschlechterklischee, dass vor allem Mädchen und Frauen tanzen. Letztendlich ist das Quatsch. Vor einiger Zeit machte sich jedoch eine US-amerikanische Talkshow-Host darüber lustig, dass dem englischen Prinz George anscheinend sein Ballettunterricht viel Spaß macht. Aus der Tanzcommunity erhielt sie aber eine starke Antwort: Unzählige Tänzer demonstrierten in New York, um zu beweisen, dass auch Jungen und Männer tanzen – und sich dabei nicht von der Vorstellung, Tanzen sei nur etwas für Mädchen und Frauen, abhalten lassen sollten.
Zum anderen lässt sich aber kaum leugnen, dass gerade klassischer Tanz an bestimmten Geschlechterrollen unfassbar stark festhält. Ich kann mich an unzählige Male erinnern, in denen ich Sprünge im Ballettunterricht nicht richtig ausgeführt habe und die Antwort meiner Trainerin war, dass meine Ausführweise eher in die Richtung eines anderen Sprunges ginge – den aber eigentlich nur Männer tanzen. Genauso ist der Spitzentanz weiblichen Tänzerinnen vorbehalten. Ich finde das oft schwierig: Ich tanze unheimlich gerne und habe wahnsinnig viel Spaß dabei sowohl zu trainieren und an Kraft, Flexibilität und Technik zu arbeiten, aber auch in der Choreografie selbst verschiedene Rollen annehmen zu können. Gleichzeitig nervt es mich, dass ausgerechnet beim Tanzen noch immer mit so vielen Geschlechterklischees gekämpft wird.
Die Aufführung der Kölner Tanzgruppe an diesem Wochenende, hat mir aber einmal mehr gezeigt, wie weit Choreografen längst gekommen sind. Keine der Choreografien war auf das Geschlecht des Tanzenden abgestimmt. Jede Choreografie der männlichen Tänzer hätte auch für eine der weiblichen Tänzerinnen gemacht sein können. Abseits vom klassischen Tanz finden sich dann doch unzählige Choreografen, die es nicht nur schaffen, fern von Geschlechterklischees zu choreografieren – sondern diese auch aufzunehmen und mit ihnen zu spielen.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Dec 23, 2019