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Schülerleben live

Warum lernen sinnvoll ist

Die zwölfte Klasse ist ein ziemlich anstrengendes Schuljahr und das nicht, weil der Stoff so anspruchsvoll ist. Es ist die Menge der Themen, die in der kurzen Zeitspanne bewältigt werden muss. Mein erstes Halbjahr der Klasse 12 umfasst exakt 13 Wochen. Abzüglich der Feiertage sind das genau 62 Schultage. Und in dieser Zeit soll man dann 15 Klausuren schreiben, von den zahlreichen zusätzlichen Leistungskontrollen will ich gar nicht erst anfangen. Die vielen Zahlen bedeuten vor allem eins: Stress. Wochen mit zwei oder gar drei Klausuren sind Standard. Und dann noch hier ein Vortrag, da eine kleiner Test und nicht zu vergessen die mündliche Note, die natürlich weniger sinnvoll ist, wenn man die Hälfte des Unterrichts mit dem Schreiben von Klausuren und Tests verbringt.
Offenbar verfalle ich wieder in alte Muster. Dabei hatte ich mir doch vorgenommen, nicht mehr so zu jammern und zu meckern. Es ist eigentlich nicht das viele Lernen, das mich stört. Es sind die Kommentare meiner Mitschüler. Sie beschweren sich fortwährend über die Lehrer, zu viel Lernstoff und sinnlose Aufgaben. Ich bin manchmal einer von ihnen, das will ich gar nicht leugnen. Wir meckern, lästern und jammern. Wir stempeln jede Aufgabe als sinnlos ab, die etwas mehr Aufwand bedeutet oder deren reale Anwendung sich uns (noch) nicht erschließt. Doch eigentlich ist das ziemlich verlogen.
Wir haben uns bewusst dafür entschieden, das Abitur zu machen. Wir haben das System aber etwas missverstanden. Wir glauben immer, dass der Abiturlernstoff uns in unserem späteren Leben etwas nützen müsse. Doch niemand verlangt von uns, dass wir in zwanzig Jahren immer noch den Verlauf des zweiten Weltkrieges oder den Citratzyklus bis ins Detail herbeten können. Es geht doch beim Abitur um Allgemeinbildung. Wenn nur 5 Prozent des Wissens, das wir über die Jahre lernen, in unseren Köpfen hängen bleibt, wäre das eine gute Gesamtbilanz. Das Wichtigste, das wir in der Schule erlernen, ist doch das Lernen selbst – als Vorbereitung fürs Studium und fürs gesamte weitere Leben. Deswegen lerne ich weiter für all diese Klausuren und Tests und mache Hausaufgaben, denn so sinnlos finde ich das alles gar nicht.

Schülerleben live

Von einem anderen Stern

Vor etwas mehr als einem Monat hat in Sachsen die Schule wieder begonnen. Die Sommerferien waren wie immer viel zu schnell vorbei und der Schulalltag hatte schon nach der ersten Woche auch die letzten wieder eingeholt. An meinem ersten Schultag in der 12. Klasse ist mir etwas bewusst geworden: Ich bin alt. Natürlich bin ich keine Greisin, aber ich bin auch kein Kind mehr. Mit meinen 17 Jahren bin ich so gut wie erwachsen, stehe kurz vor der Volljährigkeit. Manch einer in meinem Alter arbeitet schon längst, hat mit Rechnungen und der Steuererklärung zu kämpfen – Dinge, von denen ich noch keine Ahnung habe.
Wisst ihr, weshalb ich auf diese Gedanken gekommen bin? Es waren nicht die Predigten der Lehrer über Verantwortung in unserem Alter und die anstehenden Abiturprüfungen, sondern die Blicke der neuen Fünftklässler. Sie haben mich angeschaut, als wäre ich von einem anderen Stern, als ich mit meinen Büchern und meinem Kaffeebecher den Gang entlang schlenderte. Ich kann mich noch genau erinnern, was ich damals in ihrem Alter gedacht habe, wenn ich Zwölftklässler im Gang gesehen habe: Ich war irgendwie neidisch, weil sie schon so erwachsen waren. Ich bewunderte ihr Selbstbewusstsein, ihre Stärke und ihre Reife. Ja, so war das... Heute fühle ich mich jedoch weder selbstbewusst noch stark und ganz bestimmt nicht reif für das „richtige“ Leben. Heute blicke ich neidisch zu den Fünftklässlern hinüber. Sie lachen und albern herum – unbefangen und natürlich.
Bei mir stehen gerade so viele Entscheidungen an und ich fühle mich unsicher wie noch nie. Aber macht nicht genau das den Reiz aus? Diese vielen Möglichkeiten, die wir haben, sind doch eigentlich ein Geschenk und die Qual der Entscheidung ist ein Luxusproblem. Natürlich scheint der Fünftklässler von außen betrachtet glücklicher zu sein als der gestresste Zwölftklässler mit Augenringen. Das heißt aber noch lange nicht, dass es tatsächlich so ist. Ich habe Augenringe und ich bin gestresst, weil eine Woche mit drei lernintensiven Klausuren und drei Leistungskontrollen ansteht. Aber soll ich euch was verraten? Ich lächle immer noch und vermutlich bin ich genauso glücklich wie der Fünftklässler. Natürlich ist das Abitur anstrengend. Das Studium wird nicht minder nervenaufreibend sein und ich glaube, niemand wird ernsthaft glauben, dass das Berufsleben ein Spaziergang im Sonnenschein ist. Das heißt noch lange nicht, dass es nicht schön wird. Ich werde meinen Weg schon finden, auch, wenn ich dabei nicht die ganze Zeit wie ein Honigkuchenpferd grinsen werde.

Autor: Maril   |  Rubrik: orientieren  |  Oct 2, 2019
Autor: Maril
Rubrik: orientieren
Oct 2, 2019

Schülerleben live

Vor dem Umzug

Der Umzug in die erste eigene Wohnung rückt immer näher und jeden Tag fällt mir etwas anderes ein, um das ich mich kümmern muss. Dazu gehört vor allem eine Handyhalterung für das Auto. Gleich am Montag muss ich zum ersten Tag meines Freiwilligen Ökologischen Jahres zu einem beinahe zwei Stunden entfernten Ort fahren. Anfangs dachte ich ja, dass es ausreichen wird, wenn ich das Handy auf den Beifahrersitz lege und mich allein von der Navigationsstimme lotsen lasse. Doch dann habe ich mir die Strecke im Internet angeschaut und festgestellt, dass das zu kompliziert wird. Nun hoffe ich jeden Tag, dass die Halterung noch rechtzeitig ankommt.
Abgesehen davon bin ich mir nicht sicher, ob ich mich auf den Umzug freuen soll oder nicht. Zum einen ist es wunderbar, endlich eine eigene Wohnung zu haben, Geld zu verdienen und vor allem viel Neues zu lernen. Zum anderen muss ich dafür meine Freunde zurücklassen und auch mein Pflegepony, dass ich nun nur noch alle zwei Wochen sehen kann. Mit meinen Freundinnen habe ich mich bereits darauf geeinigt, uns gegenseitig Briefe und Postkarten zu schreiben, da wir alle nicht so gut darin sind, den Kontakt über das Handy zu halten.
So sehe ich dem Umzug mit gemischten Gefühlen entgegen, aber irgendwann muss schließlich jeder erwachsen werden und seine eigenen Wege gehen.

Autor: Laura  |  Rubrik: orientieren  |  Sep 4, 2019
Autor: Laura
Rubrik: orientieren
Sep 4, 2019