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Schülerleben live

Gute Vorsätze

Jedes Jahr aufs Neue schreibe ich mir eine Liste mit guten Vorsätzen für das neue Jahr. Ja, ich bin so eine. Mittlerweile ist allgemein bekannt, dass gute Vorsätze fast nie eingehalten werden. Tragisch, oder? Jedes Jahr nehmen sich die Menschen große Dinge vor, etwa, mehr Sport zu machen, mit dem Rauchen aufzuhören oder weniger Zeit vor dem Fernseher zu verbringen. Meine Vorsätze sind anderer Natur. Manchmal habe ich mir vorgenommen mehr für die Schule zu machen oder meine künstlerischen Fähigkeiten auszubauen. Genauso steht es auf meinem Zettel, kein Witz – sogar in grüner Glitzerfarbe und mit drei Ausrufezeichen. Wenn ich mir diese Listen so durchlese – ja, ich habe sie alle aufgehoben – dann frage ich mich manchmal, wer das gewesen ist, der diese Vorsätze gefasst und niedergeschrieben hat. Versteht mich nicht falsch, ich finde gute Vorsätze wichtig, sonst würde ich sie nicht jedes Jahr aufs Neue fassen. Das bewirkt, dass man darüber nachdenkt, was man in seinem Leben verändern möchte, womit man gerade unzufrieden ist und was man noch erreichen will. Doch meist steckt man sich für das neue Jahr zu hohe Ziele. Also habe ich mir vorgenommen, mir für dieses Jahr nur kleine Ziele zu stecken, die tatsächlich umsetzbar sind. Das stärkt das Selbstvertrauen und lässt mich vielleicht auch meine kleineren Erfolge bewusster wahrnehmen und genießen. So lautet jedenfalls der Plan.
Das wichtigste ist, konkrete Vorsätze zu fassen. „Organisierter sein“, „ein gutes Abi machen“ oder „weniger am Handy sitzen“ auf meine Liste schreiben würde, ist das zu schwammig formuliert. Alternativ verfasse ich also gleich mehr oder weniger genaue Umsetzungsvorschläge, zum Beispiel, dass ich mir einen Terminkalender anschaffen, für die Prüfungen rechtzeitig mit dem Lernen beginnen oder einen handyfreien Tag in der Woche festlegen will. Kleinere Schritte machen geht nicht nur leichter, sondern ist in diesem Fall auch effektiver.

Autor: Maril   |  Rubrik: orientieren  |  Jan 16, 2020

Schülerleben live

Warum Philosophie und Pädagogik keine Laberfächer sind

Wenn mir die Frage gestellt wird, was für Leistungskurse ich habe und ich dann mit Philosophie und Englisch antworte, sind die Reaktionen meistens ziemlich ähnlich. Englisch wird von den meisten einfach akzeptiert, aber zu dem Thema Philosophie muss ich mir oft so etwas anhören wie: „Das ist doch gar kein richtiges Fach“ oder „ihr labert da ja nur“. In Philosophie wird natürlich viel diskutiert, das gehört einfach zu dem Fach dazu. Aber in diesem Fall geht es für uns oft um relevante Themen und was gibt es da interessanteres, als sich mit vielen darüber auszutauschen und auch über andere Meinungen nachzudenken? Sich selbst behaupten zu können und anderen die eigenen Gedanken präzise vermitteln zu können ist etwas, das uns in unserem Leben einmal deutlich weiterhelfen kann. Natürlich besprechen und analysieren wir auch unterschiedliche Theorien von Philosophen, die unser Leben stark geprägt haben. Ob Satres Freiheitstheorie oder das Leib-Seele Problem nach Thomas Nagel: Solche Theorien zeigen einem, wie das Leben funktioniert und was eigentlich das Wichtige im Leben ist. Zudem wird uns in Philosophie immer wieder vermittelt, wissbegierig und aufgeschlossen für Neues zu sein und Dinge nicht immer einfach hinzunehmen, sondern sie zu hinterfragen. Auch meine Schwester betont immer wieder, dass sie in Philosophie das meiste für ihr späteres Leben gelernt hat. In Mathe behält man zum Beispiel die Grundlagen, aber den Rest habe ich meistens nach der Klausur schon wieder vergessen, das lerne ich halt für die Schule. Da ist doch ein Fach, das mich prägt und das Wissen vermittelt, das in meinem Kopf bleibt, doch wesentlich sinnvoller.
Genauso ist es mit dem Fach Pädagogik. Pädagogik hat immer mit dem Vorurteil zu kämpfen, dass man da sitzt und ein bisschen über Kinderziehung spricht. Aber Pädagogik ist wesentlich komplexer, als man denkt. Zwar werden auch unterschiedliche Entwicklungstheorien besprochen, aber diese sind weitläufiger, als nur „ein bisschen Gelaber“. Man lernt, wie die Psyche des Menschen aufgebaut ist, wie sich der Mensch entwickelt, aber auch was neuronale Fenster sind oder wodurch sich psychische Krankheiten begründen lassen. In Pädagogik habe ich zum einen mehr über mich gelernt, aber auch darüber, wieso manche Menschen handeln, wie sie nun einmal handeln. Man fängt an, Menschen besser verstehen zu können und zu lernen, wie kostbar ein sicheres Umfeld, eine behütete Kindheit und eine gesunde Psyche sind.
Vielleicht gehört Pädagogik und Philosophie auch zu meinen Lieblingsfächern, weil es einfach so alltagsbezogen ist. Ich habe das Gefühl, dass ich dort etwas lerne, dass ich einmal brauche und das mein Leben deutlich einfacher machen kann. Ich hoffe einfach, dass Philosophie und Pädagogik bald mehr wertgeschätzt werden, denn es handelt sich bei beiden um wirklich interessante und sinnvolle Fächer.

Autor: Clara  |  Rubrik: orientieren  |  Jan 10, 2020
Autor: Clara
Rubrik: orientieren
Jan 10, 2020

Schülerleben live

Erinnerungen

Als ich im Laufe des Wochenendes (mal wieder) mein Zimmer aufgeräumt habe, fiel mir etwas in die Hände, dass ich schon lange in der Mülltonne vermutet hatte: mein alter Lamy-Füller. Ich weiß nicht, ob noch jemand diese Füller kennt, doch in meiner Grundschulzeit hatten fast alle Kinder dieses eine Modell: den Lamy-Kinderfüller ABC mit hölzernem Schaft und roter Kappe. Für mich ist und bleibt es einfach mein roter Grundschulfüller, mit dem ich meine ersten Buchstaben in ein Schreibheft gekrakelt habe. Ich bin schon fast versucht, nun melodramatisch aufzuseufzen und ein melancholisches „Ja, früher...“ in meinen nicht vorhandenen Bart zu murmeln, doch ich lasse es lieber. Stattdessen sind hier nun die mehr oder weniger knallharten Fakten.
In meiner Grundschulzeit bin ich noch sehr gern zur Schule gegangen. Nicht einfach nur gern, sondern mit voller Begeisterung. Diese Euphorie gab es ab der zehnten Klasse bei mir nicht einmal mehr zu Beginn der Ferien. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ein großer Teil meiner Begeisterungsfähigkeit spätestens nach der neunten Klasse in irgendeinem Klassenzimmer verloren gegangen ist. Früher, da hat man noch Neues gelernt. Aus der jetzigen Perspektive betrachtet erscheint der Unterrichtsstoff aus der achten Klasse oder gar aus der Grundschule natürlich fast schon lächerlich einfach, doch ich weiß noch genau, wie spannend das alles damals für mich war. Beispielsweise als ich das erste Mal etwas von gebrochenen Zahlen gehört habe oder als es um die griechischen Götter oder die Kiemenatmung bei Fischen ging, das erste Mal mikroskopieren oder mein erstes richtiges Volleyballspiel. Es war alles so aufregend und neu und ich wollte mehr davon. Und nun? In der Sekundarstufe II ist da nicht mehr viel Neues. Es kommen ein paar Details hinzu, aber am Ende ist es eine vertiefende Wiederholung der Klassen acht bis zehn. Dann presst man dieses Wissen in ein paar neue Operatoren, um den Anforderungsbereich zu erhöhen und fertig ist der Lehrplan der Klassen elf und zwölf. Vielleicht kommt es mir auch nur so vor, vielleicht bin ich arrogant und kurzsichtig, doch die Erinnerungen an meine Grundschulzeit lassen mich nun einmal nachdenklich werden.
In der Grundschule habe ich noch viel und gern mitgearbeitet. Da habe ich meine Hand in die Höhe gestreckt und inständig gehofft, dass meine Lehrerin mich aufrufen würde. In der Sekundarstufe II ist es nun eher so, dass ich vorsichtig den Arm hebe. Das Rebellischste, was meine Banknachbarin und ich in der vierten Klasse getan haben, war es, während des Unterrichts an unserem Traumhaus zu malen. Vielleicht erscheint es mir nur im Nachhinein so, aber es hat sich doch Einiges verändert seit der Grundschule. Eigentlich ist das logisch und keine große Überraschung, aber wenn ich so meinen alten Füller betrachte, erscheint es mir doch ziemlich bemerkenswert. An ihn sind so viele Erinnerungen geknüpft. Er schreibt noch genauso schön wie damals, ich habe es ausprobiert.

Autor: Maril   |  Rubrik: orientieren  |  Jan 8, 2020
Autor: Maril
Rubrik: orientieren
Jan 8, 2020