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Schülerleben live

Wider der Tristesse

Ich wollte eigentlich nicht über das Coronavirus schreiben. Das erledigen schon gefühlt 98 Prozent aller verfügbaren Medien für mich. Sei es drum, ich komme nicht daran vorbei. Nicht, dass ich etwas Neues erzählen könnte. Ich kann nur davon berichten, wie ich langsam, aber sicher wahnsinnig werde – hier in meinem Zimmer, eingesperrt mit Übungsaufgaben und dicken Heftern. Ich habe sogar begonnen, alle Bücher, die wir in den vergangenen fünf Jahren im Deutschunterricht durchgenommen haben, erneut zu lesen – und das ist wirklich besorgniserregend. Anstatt für meine Geschichtsprüfung zu lernen oder für mein Mathe-Abitur zu üben, lese ich Goethes "Faust" oder Fouqués "Undine" – und natürlich noch andere Bücher, die nicht dem Lesezyklus des Deutsch-Lehrplans entsprungen sind. Klassischer Fall von Prokrastination. Das sind nun einmal die Tücken des selbständigen Arbeitens. Für mich bedeuten die geschlossenen Schulen viel Freizeit, die ich aber scheinbar nicht wirklich sinnvoll nutzen kann. Es sind quasi Ferien, nur anstrengender. Nicht, weil mein Jahrgang so viele Aufgaben aufbekommen hätte, sondern weil die Ungewissheit, die Langeweile, die Tristesse des immer gleichen Anblicks der eigenen vier Wände und irgendwann auch das schlechte Gewissen aufgrund der scheinbar sinnlos vergeudeten Zeit an uns nagt. Das klingt dramatischer, als es vermutlich ist, doch man sollte nicht unterschätzen, wie Eintönigkeit und Unsicherheit einen Menschen zermürben können. Ich jedenfalls bin mehr als froh, dass wir im digitalen Zeitalter leben und dass ich hier auf dem Land lange Spaziergänge durch die Pampa machen kann. Das Coronavirus darf und wird mir nicht die Freude an allem nehmen, was ich liebe. Ich habe Zeit, den Stapel an ungelesenen Büchern neben meinem Bett abzubauen. Ich kann an meinem Poetry Slams arbeiten und jeden Tag eine Stunde Klavier üben. Ich kann mein Zimmer putzen, endlich den Brief an meine Brieffreundin in der Schweiz schreiben, ausschlafen, meiner Mutter beim Bügeln und bei der Gartenarbeit helfen, Kochen und vielleicht auch Stricken lernen oder mit Yoga anfangen. Denn gerade jetzt habe ich mehr als genug Zeit dafür. Womöglich sind einige dieser Ziele unrealistisch, aber sie helfen mir und vielleicht auch dir diese Phase der Halbisolation zu überstehen.

Autor: Maril   |  Rubrik: orientieren  |  Apr 9, 2020

Schülerleben live

Im Internet-Zeitalter

Die ältere Generation verteufelt ja gerne mal den digitalen Fortschritt. Wir kennen es ja eigentlich nicht anders. Es gibt aber sicher Nachteile, die man nicht verleugnen darf. Der Einfluss auf das Schönheitsbild und die mentale Gesundheit junger Menschen durch die heutigen Medien ist natürlich problematisch, ebenso wie die enorme Informationsflut. Trotzdem bin ich persönlich der Meinung, dass die Möglichkeiten, die wir heute haben, unglaublich viele Vorteile bringen. Vorausgesetzt man geht damit verantwortungsbewusst und vorsichtig um.
Ich persönlich muss gestehen: Ich kann mir ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen. Allein schon, wie schnell wir an wichtige Informationen für die Schule kommen können. Oder wie viel Unterrichtszeit eingespart werden kann, durch Erklärvideos, die fast jeder problemlos zu Hause abrufen kann. Außerdem würden wir in der aktuellen Situation der Schulschließungen deutlich schwieriger an Material kommen. Aber auch davon abgesehen bin ich sehr glücklich, in dieser Zeit aufgewachsen zu sein. In meiner Freizeit höre ich unglaublich gerne Musik, die ich ohne das Internet niemals gefunden hätte und auch gar nicht verstehen würde. Mich mit anderen Menschen über diese Musik auszutauschen würde mir ebenfalls deutlich schwerer fallen. Allgemein fällt mir der Austausch mit Freunden deutlich einfacher, was für mich persönlich eine besonders große Bedeutung hat. Natürlich bevorzuge ich es nicht, mit meinen Freunden zu schreiben, wenn ich die Möglichkeit habe, mich mit ihnen zu treffen. Außerdem können über das Internet Freundschaften entstehen. Auf dieses Thema würde ich aber eher in einem eigenen Beitrag eingehen, da das doch sehr umfangreich ist. Abschließend möchte ich nur sagen, dass das Internet, bei richtigem Umgang, unglaublich viele und tolle Vorteile bringt und ich echt froh bin, in dieser Zeit aufgewachsen zu sein.

Schülerleben live

Endlich selber Auto fahren

Seit November vergangenen Jahres mache ich meinen Führerschein. Die Theorieprüfung habe ich glücklicherweise inzwischen bestanden. Die Theoriestunden waren auch eigentlich immer ganz witzig, da ich dort mit ein paar Freunden hingegangen bin und wir uns zusammen auf die Prüfung vorbereiten konnten. Die Theorieprüfung an sich war entspannter, als ich es erwartet hatte. Man muss 30 Fragen an einem Computer beantworten und darf dabei höchstens zehn Fehlerpunkte haben. Vorher habe ich sehr viel mit einer App geübt. Die Prüfung ist auf jeden Fall machbar, wenn man sich vorbereitet hat. Vor allem, wenn man einmal das Thema „Vorfahrt“ verstanden hat.
Bei meiner ersten Fahrstunde war ich dagegen schon ziemlich nervös, denn ich hatte ein wenig Angst Fehler zu machen und dadurch mich selbst oder auch andere in Gefahr zu bringen. Deswegen sitzt der Fahrlehrer daneben. Der hat auch eine Kupplung, Gas und Bremse, und greift ein, bevor etwas passieren kann. Dazu sind die meisten Fahrschulautos ziemlich modern und gut ausgestattet, was das Fahren am Anfang deutlich erleichtert. Vor allem macht man am Anfang kaum etwas selbst, der Fahrlehrer übernimmt am Anfang das Kuppeln. Man gewöhnt sich erst einmal daran, die Pedale zu nutzen, auf die Gebote und Verbote im Straßenverkehr zu achten und zu lenken. Deswegen sind die ersten Fahrstunden ziemlich entspannt und man braucht keine Angst zu haben.
Nervig sind Gegenden, wo ganz viele „rechts vor links“ Kreuzungen sind, die man manchmal leicht übersieht, weil sie so schmal sind. Nach manchen Fahrstunden war ich frustriert, weil gefühlt kaum etwas geklappt hat. Es ist anfangs unheimlich viel, was man beachten muss, bis alles zur Routine wird. Trotzdem macht mir Autofahren Spaß und es ist eine gewisse Art von Freiheit, wenn ich mich irgendwann einfach in ein Auto setzten kann und selbst irgendwohin fahren darf. Leider sind wegen Corona die Fahrschulen jetzt vorübergehend geschlossen. Das heißt, ich kann jetzt eine Zeit lang nicht fahren und muss dann bestimmt vieles nochmal wiederholen, wenn es wieder losgeht.