interaktiv

Schülerleben live

Über das Nichtlernen und Chaosbrunchen

Autor:
Maja

Rubrik:
orientieren

14.05.2012

Wenn ich mich nicht gerade mit Freunden treffe, schwimme, Geige spiele, Zeitung lese, endlose und mindestens genauso sinnlose Diskussionen führe, koche oder ins Kino gehe, dann sollte ich eigentlich sehr, sehr, sehr dringend fürs Abi lernen.

Meine Top-Ausrede bis heute war immer, dass ich noch zwei Klausuren nach den Osterferien hatte und davor natürlich nicht aufs Abi lernen konnte, sondern nur auf die Klausuren. Und dann fand sie statt: Die letzte Klausur meines Lebens. Das ist natürlich eigentlich Grund zur Freude, aber andererseits auch nicht, denn jetzt hab ich keinen Vorwand mehr. Jetzt helfen nur noch Tee und Kekspausen um die Lernerei zu überstehen. Kennt doch sicher jeder, die kleinen Fressatacken beim Lernen, oder? Meine Theorie ist ja, dass man einfach nur Zeit schindet, während meine Mutter irgendwas von wegen Konditionierung meinte.

Bevor ich jetzt aber wirklich zu lernen beginne, schreibe ich doch erst mal noch meinen Blog und zwar über das wahrscheinlich letzte schöne Erlebnis in der Zeit bis nach dem Abitur: Am Sonntag hatte ich Geburtstag und weil man ja jede Gelegenheit zum Feiern nutzen sollte, musste natürlich irgendetwas passieren. Da mir erst vier Tage vorher aufgefallen ist, dass ich ja doch schon recht bald Geburtstag habe und die meisten fast-Abiturienten die absolute Lerneritis hatten, kam keine große Feier in Frage. Per Facebook – was in dieser Hinsicht dann doch ganz praktisch ist – ließ sich aber noch ein Brunch organisieren. Es war sehr nett, nochmal die meisten meiner Freunde auf einem Haufen zu haben – wer weiß, wann das mal wieder möglich sein wird. Allerdings war ich auch leicht im Stress, da es extrem chaotisch geworden ist. Man stelle sich vor: In der nicht direkt großen Wohnung meiner Mutter 30 Leute auf 18 Stühlen, wovon die Hälfte Klappstühle waren. Naja, es war so wenig Platz, dass sich die, die sich zumindest alle, die sich vorher noch nie gesehen hatten, kennenlernten. Vielleicht, weil meine Freunde alle so kommunikativ und offen sind oder vielleicht auch, weil man sich einfach kennenlernt, wenn man bei seinem Nachbarn fast auf dem Schoß sitzt.

Alles in allem habe ich den Tag jedenfalls sehr genossen und selbstverständlich nichts gelernt, war ja mein Geburtstag – perfekte Ausrede oder? Aber jetzt ist die Schonzeit vorbei! Sofort, nachdem der Blog abgeschickt ist, wird gelernt.

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