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Schülerleben live

Nebenjob im Schwimmbad

Früher dachte ich immer, als Lehrer würde man die komischsten Fragen gestellt bekommen, aber weit gefehlt! Gestern, an meinem ersten Tag als Rettungsschwimmerin, wurde ich eines besseren belehrt: Von grammatikalischen Auswucherungen wie „Ey, wann Dreier?“ bis hin zu rein logischen Fragestellungen wie, „Warum muss man warten, bis der, der vor einem gesprungen ist, weg ist?“, gab es alles. Schön war auch: „Ich habe für eine halbe Stunde Sauna gezahlt und bin mit meinen fünf Kinder hier, die drei Stunden Schwimmbad gezahlt haben und wir sind jetzt eine halbe Stunden zu lange da – wie viel kostet das?“ Ähhm... Moment mal, Mathe Abi ist schon vorbei, das wäre echt eine hoch komplexe Textaufgabe!

Bei der Frage, ob es sich bei der bräunlichen Masse im Nichtschwimmerbecken um menschliche Exkremente handele, blieb ich dem Mädchen allerdings eine Antwort schuldig und gab die Problemstellung mal an einen Kollegen weiter (Es handelte sich dann aber glücklicherweise um ein Pflaster).

Abgesehen von solchen Problemen und jeder Menge dummer Fragen, ist zumindest für mich dieser Nebenjob super! Meiner Meinung nach haben sich sämtlicher Papierkram und auch der Rettungsschwimm- und Erste-Hilfekurs gelohnt. Man wird recht gut bezahlt, darf umsonst schwimmen und in die Sauna, die Stadt ist ein angenehmer Arbeitgeber und meine Kollegen sind auch alle sehr nett.

Aber was macht man jetzt als Rufkraft? Also zunächst arbeitet man dann, wenn gerade besonders viel los ist. Also an Wochenenden, in den Ferien und bei gutem Wetter, weil dann ja zusätzliche Aufpasser für die Freibäder benötigt werden. Das bedeutet einerseits, dass man recht flexibel sein muss, wenn man viel arbeiten will. Andererseits aber auch, dass man nicht arbeiten muss, wenn es einem gerade zu viel ist. Man könnte theoretisch unbegründet wochenlang nicht arbeiten.

Wichtiger Bestandteil der Arbeit ist es auch, Kinder und Jugendliche, die Blödsinn machen, leicht autoritär zurechtzuweisen. Dazu habe ich auch einen Crashkurs bekommen. Am Ende muss man immer fragen: „Haben wir uns verstanden?“ Und auf aufsässige Fragen antworten: „Nichts wieso, ist so!“ oder „Schau dir mal die Baderegeln da hinten an!“ Und wenn sie zurückkommen und sagen, da stünde aber nichts über dies oder jenes, antworten: „Aber da steht, dem Personal sei Folge zu leisten!“

Das absolute Highlight ist aber die Sauna. Ich habe gelernt, wie man einen Aufguss macht, und wie man mit dem Handtuch wedelt. Ich war vorher noch nie in einer Sauna und es hat mir echt gut gefallen – diese Ruhe nach dem dauernden Geschrei im Bad!

Autor: Maja  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Jun 6, 2012
Autor: Maja
Rubrik: auszeit nach dem abi
Jun 6, 2012

Schülerleben live

Physik und Mathe und das Abi ist rum

Nach dem unendlich anstrengenden Aufsatz über das Nichtstun, respektive Deutsch-Abitur, ging für mich persönlich das Abi eigentlich erst richtig los. Mathe und Physik standen auf dem Plan, beides Fächer, in denen ich an sich immer gut war und in denen ich entsprechend meinen Schnitt halten wollte. Das war vermutlich auch der Grund, weswegen ich mit einer gehörigen Portion Druck auf den Schultern in die Physik Prüfung ging. Genauer gesagt war die Pumpe ordentlich am Arbeiten, glücklicherweise stellte sich dies aber im Moment des Prüfungsbeginns wieder ein. Nach kurzem Überfliegen der Aufgaben war recht schnell klar, dass die Vorbereitung ausreichend gewesen war und kein Grund zur Nervosität bestand! Insofern war der Test recht schnell geschrieben, am Ende waren sogar noch gute 30 Minuten übrig und ich hatte Zeit zum Essen.

Als ich heimkam, beschloss ich, wider aller guten Vorsätze, den Tag nicht der Vorbereitung auf das Mathe-Abi zu widmen, sondern ein bisschen zu entspannen. Dies war insofern eher fahrlässig, als ich für Mathe bisher kaum etwas Nennenswertes gemacht hatte, aber das war mir in dem Moment relativ egal.

Am Mittwoch war‘s mir eigentlich immer noch egal, aber ich hab kalte Füße bekommen. Gelernt habe ich natürlich trotzdem nicht. Dafür aber am Donnerstag! Extra früh aufgestanden, trotz Feiertag, und von 8 bis 15 Uhr (fast) durchgelernt. Wirklich beruhigt war ich danach nicht, aber ich hatte beschlossen, es nun gut sein zu lassen.

Dann kam die Prüfung und ich war unglaublich froh, nicht mehr gelernt zu haben. Alles, was ich mehr gemacht hätte, wäre, aus lerntechnischer Sicht zumindest, reine Zeitverschwendung gewesen. Zufälligerweise hatte ich nämlich mit den sieben Stunden Lernen perfekt die Aufgabentypen abgedeckt, sodass das Mathe-Abi ebenfalls sehr gut verlief. Ich fühlte mich, als sei das Abi bereits hinter mir und habe die beiden abschließenden mündlichen Prüfungen beinahe vergessen. Die erste nach nur fünf Tagen, die zweite dann nach den Pfingstferien. Hilft alles nichts, ich werde wohl wieder lernen müssen, aber die Motivation ist trotzdem weg. Ich hoffe mal, die vier Stunden vor der Englisch-Prüfung helfen irgendwie und vertraue einfach mal auf mein Kurzzeitgedächtnis. Der Witz am Englisch-Colloquium ist nämlich, dass die sprachlichen Fähigkeiten zwar in die Bewertung eingehen, der Inhalt jedoch eine viel größere Rolle spielt als das in bisherigen Klausuren der Fall war. Denn man muss den Stoff der vergangenen vier Semester beherrschen. Das heißt im Extremfall, dass man bestimmte Stilmittel der durchgesprochenen Kurzgeschichten können muss beziehungsweise Charaktereigenschaften der Protagonisten von „Brave New World“ aus dem Ärmel schütteln soll.

Ich hoffe einfach, wie immer, auf mein Improvisationstalent. Wird schon irgendwie werden.

Autor: Johannes  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Jun 5, 2012
Autor: Johannes
Rubrik: auszeit nach dem abi
Jun 5, 2012

Schülerleben live

Verletzungsgefahr beim Abitur

Von mir hat man in letzter Zeit wenig gehört. Das liegt vor allem daran, dass ich gerade meine Abiturprüfungen schreibe und einerseits nicht viel Interessantes erlebe und andererseits gelernt habe und keine Blog schreiben sollte. Jetzt tue ich das aber trotzdem in einer kleinen Matherlernpause.

Als ich kleiner war und während der Abizeit an der Turnhalle vorbei gelaufen bin, ist mir irgendwie immer so ein kleiner Schauer über den Rücken gelaufen und ich war sehr froh, dass es noch so ewig hin ist, bis auch ich mal in dieser unangenehmen Situation sein werde. Irgendwann war es aber auch bei mir soweit. Im Endeffekt ist es gar nicht so schlimm, wie ich es mir ausgemalt habe: Man hat sich ja die letzten beiden Jahre im Unterricht vorbereitet und jährlich machen tausende das Abitur, das muss also zu schaffen sein.

Natürlich sind die Abiturwochen ziemlich anstrengend, aber so fürchterlich ist es dann doch nicht. Heute ist mir zum Beispiel etwas sehr lustiges im Englisch Abitur passiert: Ich war gerade auf dem Rückweg von der Toilette und wollte mich wieder an meinen Platz setzen, da hat sich irgendwie der rechte Fuß im linken Hosenbein verheddert. Ich weiß auch nicht, wie so was passieren kann! Als ich es danach nachspielen wollte, ist es mir auch partout nicht mehr gelungen. Naja, ich bin umgefallen und zwar mit so viel Schwung, dass ich noch weiter gekippt bin, mit meinem Kopf die Tischkante gestreift habe und dann halb sitzend mit dem Kopf über dem Boden hing. Zu diesem Zeitpunkt haben schon alle laut gelacht.

Die Aufsicht konnte sich den Kommentar, ob ich denn Mr. Beans Spicktechniken weiter ausfeilen wollte, nicht verkneifen.

Naja, jetzt tut mir jedenfalls der Kopf weh, aber wenigstens ist nichts Schlimmeres passiert und alle haben einmal kräftig gelacht, was bei dem Stress ja auch ganz entspannend wirken kann.

Das Abi birgt also scheinbar eher die Gefahr, sich zu verletzten als durchzufallen.

Autor: Maja  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Jun 1, 2012
Autor: Maja
Rubrik: auszeit nach dem abi
Jun 1, 2012