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Schülerleben live

Physik und Mathe und das Abi ist rum

Autor:
Johannes

Rubrik:
auszeit nach dem abi

05.06.2012

Nach dem unendlich anstrengenden Aufsatz über das Nichtstun, respektive Deutsch-Abitur, ging für mich persönlich das Abi eigentlich erst richtig los. Mathe und Physik standen auf dem Plan, beides Fächer, in denen ich an sich immer gut war und in denen ich entsprechend meinen Schnitt halten wollte. Das war vermutlich auch der Grund, weswegen ich mit einer gehörigen Portion Druck auf den Schultern in die Physik Prüfung ging. Genauer gesagt war die Pumpe ordentlich am Arbeiten, glücklicherweise stellte sich dies aber im Moment des Prüfungsbeginns wieder ein. Nach kurzem Überfliegen der Aufgaben war recht schnell klar, dass die Vorbereitung ausreichend gewesen war und kein Grund zur Nervosität bestand! Insofern war der Test recht schnell geschrieben, am Ende waren sogar noch gute 30 Minuten übrig und ich hatte Zeit zum Essen.

Als ich heimkam, beschloss ich, wider aller guten Vorsätze, den Tag nicht der Vorbereitung auf das Mathe-Abi zu widmen, sondern ein bisschen zu entspannen. Dies war insofern eher fahrlässig, als ich für Mathe bisher kaum etwas Nennenswertes gemacht hatte, aber das war mir in dem Moment relativ egal.

Am Mittwoch war‘s mir eigentlich immer noch egal, aber ich hab kalte Füße bekommen. Gelernt habe ich natürlich trotzdem nicht. Dafür aber am Donnerstag! Extra früh aufgestanden, trotz Feiertag, und von 8 bis 15 Uhr (fast) durchgelernt. Wirklich beruhigt war ich danach nicht, aber ich hatte beschlossen, es nun gut sein zu lassen.

Dann kam die Prüfung und ich war unglaublich froh, nicht mehr gelernt zu haben. Alles, was ich mehr gemacht hätte, wäre, aus lerntechnischer Sicht zumindest, reine Zeitverschwendung gewesen. Zufälligerweise hatte ich nämlich mit den sieben Stunden Lernen perfekt die Aufgabentypen abgedeckt, sodass das Mathe-Abi ebenfalls sehr gut verlief. Ich fühlte mich, als sei das Abi bereits hinter mir und habe die beiden abschließenden mündlichen Prüfungen beinahe vergessen. Die erste nach nur fünf Tagen, die zweite dann nach den Pfingstferien. Hilft alles nichts, ich werde wohl wieder lernen müssen, aber die Motivation ist trotzdem weg. Ich hoffe mal, die vier Stunden vor der Englisch-Prüfung helfen irgendwie und vertraue einfach mal auf mein Kurzzeitgedächtnis. Der Witz am Englisch-Colloquium ist nämlich, dass die sprachlichen Fähigkeiten zwar in die Bewertung eingehen, der Inhalt jedoch eine viel größere Rolle spielt als das in bisherigen Klausuren der Fall war. Denn man muss den Stoff der vergangenen vier Semester beherrschen. Das heißt im Extremfall, dass man bestimmte Stilmittel der durchgesprochenen Kurzgeschichten können muss beziehungsweise Charaktereigenschaften der Protagonisten von „Brave New World“ aus dem Ärmel schütteln soll.

Ich hoffe einfach, wie immer, auf mein Improvisationstalent. Wird schon irgendwie werden.

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