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Schülerleben live

Nebenjob im Schwimmbad

Autor:
Maja

Rubrik:
auszeit nach dem abi

06.06.2012

Früher dachte ich immer, als Lehrer würde man die komischsten Fragen gestellt bekommen, aber weit gefehlt! Gestern, an meinem ersten Tag als Rettungsschwimmerin, wurde ich eines besseren belehrt: Von grammatikalischen Auswucherungen wie „Ey, wann Dreier?“ bis hin zu rein logischen Fragestellungen wie, „Warum muss man warten, bis der, der vor einem gesprungen ist, weg ist?“, gab es alles. Schön war auch: „Ich habe für eine halbe Stunde Sauna gezahlt und bin mit meinen fünf Kinder hier, die drei Stunden Schwimmbad gezahlt haben und wir sind jetzt eine halbe Stunden zu lange da – wie viel kostet das?“ Ähhm... Moment mal, Mathe Abi ist schon vorbei, das wäre echt eine hoch komplexe Textaufgabe!

Bei der Frage, ob es sich bei der bräunlichen Masse im Nichtschwimmerbecken um menschliche Exkremente handele, blieb ich dem Mädchen allerdings eine Antwort schuldig und gab die Problemstellung mal an einen Kollegen weiter (Es handelte sich dann aber glücklicherweise um ein Pflaster).

Abgesehen von solchen Problemen und jeder Menge dummer Fragen, ist zumindest für mich dieser Nebenjob super! Meiner Meinung nach haben sich sämtlicher Papierkram und auch der Rettungsschwimm- und Erste-Hilfekurs gelohnt. Man wird recht gut bezahlt, darf umsonst schwimmen und in die Sauna, die Stadt ist ein angenehmer Arbeitgeber und meine Kollegen sind auch alle sehr nett.

Aber was macht man jetzt als Rufkraft? Also zunächst arbeitet man dann, wenn gerade besonders viel los ist. Also an Wochenenden, in den Ferien und bei gutem Wetter, weil dann ja zusätzliche Aufpasser für die Freibäder benötigt werden. Das bedeutet einerseits, dass man recht flexibel sein muss, wenn man viel arbeiten will. Andererseits aber auch, dass man nicht arbeiten muss, wenn es einem gerade zu viel ist. Man könnte theoretisch unbegründet wochenlang nicht arbeiten.

Wichtiger Bestandteil der Arbeit ist es auch, Kinder und Jugendliche, die Blödsinn machen, leicht autoritär zurechtzuweisen. Dazu habe ich auch einen Crashkurs bekommen. Am Ende muss man immer fragen: „Haben wir uns verstanden?“ Und auf aufsässige Fragen antworten: „Nichts wieso, ist so!“ oder „Schau dir mal die Baderegeln da hinten an!“ Und wenn sie zurückkommen und sagen, da stünde aber nichts über dies oder jenes, antworten: „Aber da steht, dem Personal sei Folge zu leisten!“

Das absolute Highlight ist aber die Sauna. Ich habe gelernt, wie man einen Aufguss macht, und wie man mit dem Handtuch wedelt. Ich war vorher noch nie in einer Sauna und es hat mir echt gut gefallen – diese Ruhe nach dem dauernden Geschrei im Bad!

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