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Schülerleben live

Ein mexikanisches Visum

Autor:
Maja

Rubrik:
auszeit nach dem abi

04.07.2012

Seit Monaten sammle ich jetzt schon die Formulare, Bilder und Bestätigungen, die man für ein mexikanisches Visum braucht. Es ist unglaublich, was die alles von einem wissen und haben wollen – als ob man grundsätzlich ein Drogendealer wäre oder gleich für immer in Mexiko sesshaft werden wollte. Nein, ich will bei euch nur ein halbes Jahr bleiben, nehme keine Drogen und bin auch sonst ganz ungefährlich.

Die erste Hürde: Das richtige Foto. Man möge sich bitte frontal, nicht lächelnd, mit sichtbaren Ohren, ohne Kopfbedeckung etc., also genauso wie bei einem biometrischen Bild, fotografieren lassen, aber es darf nicht biometrisch sein! Ich dachte mir, ich gehe auf Nummer sicher und habe mal drei Fotos machen lassen. Das war allerdings schon vor einem halben Jahr, als ich meinen Pass beantragt habe. Jetzt war es natürlich auch noch eine interessante Frage, wo ich die Fotos hingeräumt habe.

Außer dem Foto musste natürlich noch ein Visumsantrag mit Fragen wie: „Haben sie vor, zur Nordgrenze Mexikos (mit den USA) zu reisen? Und wenn ja, was ist Ihr Grund?“ Klar, dass man hier „nein“ ankreuzt, sonst kommt man gleich in die Visumsverweigerugskategorie wegen vermuteten Drogenhandels.

Danach noch eine Herausforderung: Fingerabdrücke. Mit schwarzer, dünn aufgetragener Tinte. Also erst mal schwarze Tinte kaufen und dann üben, dass der Fingerabdruck auch was wird.

Nicht zu vergessen ist natürlich die Bestätigung von Amnesty International, dass ich bei ihnen ein Praktikum mache, und der Nachweis, dass ich genug Geld habe, um nicht während meines Aufenthalts zu verhungern.

Nach einiger Zeit hatte ich dann also alles zusammen gesammelt. Dann ist mir aber aufgefallen, dass man sowohl eine Kopie seines Reisepasses als auch den Reisepass selber an das mexikanische Generalkonsulat in Frankfurt schicken muss. Irgendwie ist mir da nicht so wohl, wenn mein Pass mit der Post verschickt wird.

Inzwischen ist er aber hoffentlich schon ordnungsgemäß in Frankfurt angekommen und mein Visum wird hoffentlich genehmigt. Bald darf ich alles persönlich in Frankfurt abholen.

Die ganze Visumsgeschichte ist ein ziemlicher Aufwand und teuer dazu. Dieses Papier wir mich knappe 100 Euro kosten! Und in Mexiko selber wird das Behördengerenne weitergehen: In den ersten 30 Tagen nach der Ankunft, soll man die Migrationsbehörde aufsuchen. Und da sage mal einer, Deutschland wäre das bürokratiewütigste Land der Erde!

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