interaktiv

Schülerleben live

Einen Abiturienten, medium rare, bitte

Autor:
Johannes

Rubrik:
orientieren

12.07.2012

Die Abiturprüfungen sind ja bekanntermaßen schon vorbei, genauso wie die Bekanntgabe der Noten. Doch zumindest formal war jeder noch Schüler und genoss eigentlich nur die wohlverdienten Ferien! Um endgültig der Schule zu entkommen, muss man allerdings noch die offizielle Absolventenfeier über sich ergehen lassen, eine festliche Veranstaltung, bei der lauter wichtige Leute uns Abiturienten Honig um den Mund schmieren dürfen. Dass ich von solchen Veranstaltungen nicht viel halte, ist ja kein Geheimnis, allerdings gibt es ein paar Faktoren, die zur Verschlechterung solcher Festlichkeiten erheblich beitragen können: Da wäre einerseits der Faktor „Wetter“: Wir hatten schwüle 35 Grad und selbst abends um 20 Uhr war es kaum kühler. Und als zweiter Faktor die Location: Ein Glashaus!

So saßen also alle Abiturienten, Lehrer, Schulleiter und Eltern in einer Glassauna, insgeheim nur das Ende des Spuks herbeisehnend, während der Schweiß floss. Man musste gute wie schlechte Reden über sich ergehen lassen und lustige wie unlustige Gedichte anhören. In den Pausen dieser Animation ging es schließlich um uns Abiturienten, in Blocks von je circa 20 Schülern stellte man sich in einer Schlange an, um dann vom Direktor unseres Gymnasiums auf die Bühne gerufen zu werden. Dort erhielt man dann sein Abiturzeugnis sowie etwaige Preise und durfte sich feiern lassen.

Doch es gab – glücklicherweise – auch Lichtblicke: Eine phänomenale Rede über meinen Deutschkurs, gehalten von einem doch sehr talentierten Mitschüler, der es verstand, jedem einzelnen Zuhörer Tränen in die Augen zu treiben. Und natürlich das vorzügliche Essen!

Gegen 22 Uhr schließlich – die Temperaturen nahezu unverändert – lockerte sich die Versammlung immer weiter auf, auch weil ein Gros der Schülerschaft die Location verließ, um sich umzuziehen. Das Programm sah nämlich vor, die Abiturienten mithilfe eines Shuttle-Busses in einen Club zu fahren, wo die anschließende „inoffizielle Abifeier“ steigen sollte.

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