interaktiv

Schülerleben live

Hilf dir selbst!

Autor:
Noelle

Rubrik:
orientieren

25.07.2012

Montagnachmittag, kurz nach 14 Uhr, Doppelstunde Geschichte: Mein Lehrer ist fast noch unmotiviert als wir Schüler. Thorben kommt mal wieder zwanzig Minuten zu spät und Hanne ist gar nicht erst aufgetaucht. Während Justin im Sitzen eingenickt ist, schreibt Jenna ununterbrochen SMS und ich lästere via Zettelchen mit Judith über alles, was sich gerade so finden lässt.

Ja, so war das mal. Woche um Woche immer wieder dasselbe. Jetzt geht Thorben nach Australien, Hanne macht das letzte Schuljahr nochmal, Justin will BWL studieren, Jenna tingelt von einer deutschen Großstadt in die nächste und Judith fängt im nächsten Monat eine Ausbildung bei der Sparkasse an. Nur unser Lehrer, der ist immer noch da. Jetzt gibt es keinen Ort mehr, an dem man einfach alle finden kann. Oder besser gesagt: Den Ort gibt es schon noch, aber dort ist jetzt keiner mehr.

Also, wenn man sich schon nicht mehr auf die lieben Klassenkameraden verlassen kann, dann müssen eben Mami und Papi herhalten. Ach nee, Mist. Die ist man ja auch bald los. Oder besser gesagt, sie mich.

Und klar, wahre Freunde werden auch immer genau das bleiben, aber es ist schon was anderes, so weit voneinander entfernt.

Da bleibt wohl bloß eins übrig: Ich werde mich auf mich selbst verlassen müssen. Und das ist wohl auch ein großer Teil des Erwachsenwerdens. Einmal nicht die Eltern um Rat fragen, sich einmal nicht darauf verlassen, dass die beste Freundin schon das Geschichtsbuch dabei haben wird. Jetzt bin ich dran.

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