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Schülerleben live

Eine Frage der Motivation

Autor:
Noelle

Rubrik:
auszeit nach dem abi

16.11.2012

An manchen Tagen ist einfach der Wurm drin. Und manchmal sind es nicht nur einzelne Tage, sondern gleich eine ganze Woche. Ganz genauso ergeht es mir nämlich im Moment. Mal abgesehen von der schrecklich ernüchternden allgemeinen Unlust meiner Mitstudierenden - und dabei sollte man doch zumindest zu Beginn des Studiums eine gewisse Motivation an den Tag legen. Aber nein, denn manchmal geht einfach alles schief und dann häuft sich auf unerwartete Krankheitsfälle auch noch die Absage für die schönste Wohnung überhaupt, und gemischt mit einer Woche Schlafmangel entsteht auf jeden Fall nichts Gutes.

Genau an diesem Punkt befinde ich mich gerade. Ich stelle mir die Frage, woraus man seine Motivation schöpfen soll, überhaupt morgens aufzustehen und weiterzumachen, wenn man doch viel lieber liegen bleiben und warten würde, bis alles besser ist. Und dann habe ich das Gefühl, dass uns jungen Menschen viel zu viel abverlangt wird. Wir Erstsemester fahren teilweise eine Stunde oder noch länger zur Uni, weshalb wir zu unmenschlichen Zeiten aufstehen müssen. Da entwickelt man regelrechte Killerinstinkte, wenn es um das Ergattern eines Sitzplatzes oder Ähnliches geht, besonders weil man voraussichtlich auch noch zu spät kommt und in das dritten Obergeschoss hetzen muss. Und all diese Faktoren bewirken, dass man um ein Uhr mittags völlig ausgelaugt den viel zu weiten Heimweg antritt, um dort erschöpft ins Bett zu sinken und einfach nur zu schlafen.

Und dann ist da noch die Sache mit der nie enden wollenden Wohnungssuche! Am Sonntag konnte ich mir eine wirklich traumhafte Wohnung angucken, die in so vielen Punkten völlig meine Erwartungen übertraf. Ich war restlos begeistert und konnte dies auch gar nicht oft genug sagen. Darauf folgten zwei schlaflose Nächte und die zunehmend schwindende Hoffnung, bis dann heute die Absage kam. Da frage ich mich: Was hätte ich besser machen können? Lag es an mir? Wirke ich unsympathisch? Und wie viele Niederlagen muss ich noch einstecken, bis ich endlich einmal Erfolg habe?

Eins kann ich sagen, so langsam bin ich wirklich mit jeder Form der Wohnungssuche vertraut: Internet, Interessentenbögen, Anzeigen, Papierschnipsel zum abreißen ... Also bleibt mir nur die Hoffnung, dass alle lieben Menschen um mich herum Recht behalten und diese Misserfolge irgendeinen Zweck erfüllen. Aber vor allem, dass alles gut wird. Und zwar bald. Vielleicht reicht fürs Erste ja aber auch eine einfache Umarmung und eine Tafel Schokolade. Dann sieht die Welt doch gleich schon viel besser aus.

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