interaktiv

Schülerleben live

Generation Gehorsam?

Autor:
Nele

Rubrik:
orientieren

21.02.2013

Wir haben in der Schule neulich einen Film zum Thema „68er Generation" geguckt. Bei all den Protesten und was weiß ich noch, kommt man sich heutzutage richtig spießig vor. Protestiert in unserer Zeit überhaupt noch jemand? Und wenn ja, erreicht man damit überhaupt etwas? Ich weiß, dass ich eventuell falsch liege, aber ich beschreibe ja nur meine Sichtweise. Aber komisch finde ich es schon. Haben wir nichts mehr, wofür sich das Kämpfen lohnt? Geht es uns zu gut? Genau genommen, brechen die wenigsten Jugendlichen wirklich aus Traditionen aus. Wenn man nicht weiß, was man nach dem Abitur machen soll, macht man ein Freiwilliges Soziales Jahr, Work & Travel oder man studiert BWL. Das haben Millionen vor uns schon getan. Jeder zweite brezelt sich auf, wenn er aus dem Haus geht, obwohl viele zu Hause in die Jogginghose schlüpfen.

Wozu das alles? Weil es sich so gehört, werden viele sagen. Und warum gehört sich das? Weil es die Norm ist. Und Norm ist es so lange, bis jemand die Norm ändert. Warum machen wir so oft das, was die Gesellschaft von uns erwartet, anstatt das zu tun, woran unser Herz hängt? Das soll jetzt kein Freibrief für Verbrechen jedweder Art sein, natürlich gibt es Grenzen. Aber wer bestimmt die eigentlich? Gibt es ein Gesetz, das vorschreibt, was man anziehen muss? Gibt es ein Gesetz, das besagt, es müsse immer mehr Technologie entwickelt werden? Oder könnte man versuchen, eventuell mal wieder mehr im Einklang mit der Natur zu leben? Mir ist keines bekannt. Das einzige, was uns davon abhält, das oben Beschriebene zu tun, ist der Druck der Gesellschaft. Generationen vor uns haben für Freiheit und Gleichheit gekämpft. Nun haben wir sie formal. Und was machen wir daraus? Die meisten anscheinend überhaupt nichts.

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