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Schülerleben live

Ich glaube nicht an Zufälle, sondern nur ans Schicksal

Autor:
Nele

Rubrik:
orientieren

04.06.2013

Vielleicht sollte ich einfach aufhören mein Leben planen zu wollen, am Ende kommt es sowieso anders als man denkt. Nach Sardinien zu gehen, wäre mir vor einem Jahr noch überhaupt nicht in den Sinn gekommen. Im Nachhinein war es war eine der schönsten Zeiten meines Lebens.

Eigentlich wollte ich nach meinem Aufenthalt in Sardinien nach Rumänien. Um ehrlich zu sein, ich hatte sogar schon eine Zusage. Doch dann kam das Angebot aus Kalabrien. Ich weiß selbst nicht genau, was es war. Vielleicht waren es die Bilder vom Strand, vielleicht war es die Beschreibung des Ortes, vielleicht war es die nette E-Mail der Familie. Auf jeden Fall habe ich mich umentschieden und in einer Nacht- und Nebelaktion meinen Flug in den Süden gebucht. Außerdem ging es in die Buchhandlung, um noch ein Grammatikübungsheft für Italienisch-Anfänger zu kaufen. Denn keiner in der Familie spricht Englisch, geschweige denn Deutsch. Trotzdem weiß ich, dass ich dort einen wunderschönen Monat (eventuell auch zwei) verbringen werde.

Obwohl ich mir meine neue Heimat auf Zeit selbst ausgesucht habe und irgendwie weiß, dass es gut werden wird, plagen mich ab und an doch Selbstzweifel. War die Entscheidung wirklich richtig? Hätte ich nicht doch nach Rumänien gehen sollen? So verhält es sich jedoch auch manchmal, wenn ich einen Text verfasst habe. Will den überhaupt jemand lesen? Bin ich nicht viel zu schlecht? Solche Phasen hat wohl jeder mal, es sei denn, er ist voll und ganz von sich überzeugt. Bezüglich des Schreibens mache ich mir immer wieder bewusst, wieso ich es tue: Nicht, weil ich reich und berühmt werden möchte, sondern weil ich es brauche wie die Luft zum Atmen. Sowohl beim Reisen als auch beim Schreiben trifft man Entscheidungen. Man muss sich tagtäglich zwischen unzähligen Sachen entscheiden. Entscheiden gehört zum Leben dazu. Selbstverständlich bin ich kein zweiter Goethe. Möchte ich auch gar nicht sein. Trotzdem besitze ich inzwischen eine Charaktereigenschaft, die man zum Reisen und Schreiben gleichermaßen benötigt: Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

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