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Schülerleben live

Jungs an der Schule - was nun?

Autor:
Bo

Rubrik:
orientieren

28.02.2014

Ich besuche eine sehr alte und traditionsreiche private Klosterschule, welche ihren Ursprung im 17. Jahrhundert hat. Diese war als Mädchengymnasium gegründet worden, um jungen Mädchen eine Schulbildung zukommen zu lassen. Aber es wurden immer weniger Schülerinnen. Nach dem Doppeljahrgang sank die Zahl der Schüler erneut dramatisch und es wurde nach einer Lösung gesucht. Ohne eine Veränderung hätte unsere Schule schließen müssen. Deshalb entschied sich die Schulleitung für die Koedukation.

Was das bedeutet? Dass wir mit der kommenden fünften Klasse Jungen aufnehmen würden. Eigentlich keine große Sache, aber für uns Schülerinnen war es ein Schock. Aber nicht nur wir reagierten sehr bestürzt, sondern auch Lehrer und Eltern. Sofort meldete sich die Presse und die Reaktionen reichten von Skepsis bis Begeisterung.

Nach den Sommerferien 2013 war es schließlich soweit: Die neuen männlichen Schüler wurden neugierig erwartet und mit Begeisterung aufgenommen. Die kleinen Prinzen genießen noch immer die Aufmerksamkeit von circa 1.200 Schülerinnen, die bei jeder Gelegenheit „süß“ kreischen. Das Fazit? Jungs sind auch nur Menschen, und sie passen sehr gut in unser Schulbild. Natürlich hat sich die Atmosphäre verändert und einige Klischees scheinen sich zu bestätigen. Und man erfährt, wie das andere Geschlecht auf seine eigene Art und Weise Meinungsverschiedenheiten klärt. Besonders schön finde ich es, wenn sie ihre Geschichten erzählen und wir gemeinsam lachen. Oft bleibt mir nur, das mit einem geschmunzelten „typisch Jungs“ zu kommentieren.

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