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Schülerleben live

Warnstreik

Autor:
Bo

Rubrik:
orientieren

08.04.2014

Vergangene Woche streikte der öffentliche Dienst in fast ganz Nordrhein-Westfalen. Grund dafür waren Forderungen nach Tariferhöhungen. Das machte es für Schüler schwer, in die Schule zu kommen. Manche Schüler kommen aus anliegenden Städten und sind daher auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen. Andere, mich eingeschlossen, haben einen Schulweg, der selbst mit Bus und Bahn länger als 30 Minuten dauert und daher zu Fuß gar nicht zu bewältigen ist. In solch einer Situation führt ein Warnstreik natürlich zu Stresssituationen, da alle Eltern ihre Kinder zur Schule chauffieren müssen. Alle Taxis waren ausgebucht und selbst Mietfahrräder mussten im Voraus reserviert werden.

Ich schrieb an diesem Tag eine Klausur und wurde deshalb von meinen Eltern gefahren. Obwohl wir besonders früh losgefahren waren, standen wir im Stau. Anscheinend war auch der Rest der Stadt mit dem Auto unterwegs. Die Zeit verging und die Anspannung stieg mit jeder vergehenden Minute. Der Verkehr schien einfach nicht weniger zu werden. Nach gefühlten Stunden war die Schule in Sicht. In Eile war auch der Prüfungsraum erreicht und mit eingezogenem Kopf betrat ich den Raum. Ich sah, dass mindestens die Hälfte der Plätze noch unbesetzt war. Der Aufsicht führende Lehrer quittierte mein Kommen nur mit einem resignierten Nicken und murmelte, dass er auch streiken wolle. Letzten Endes kamen alle meine Mitschüler in fünfminütigen Intervallen an. Aber immerhin konnten alle ihre Prüfung schreiben.

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