interaktiv

Schülerleben live

Der Anfang der letzten 23 Schulwochen

Autor:
Lea

Rubrik:
orientieren

23.09.2014

Da wären wir also: neues Schuljahr, neues Glück. Nur, dass das hier das letzte Schuljahr sein wird. Bisher habe ich mir am Anfang des Schuljahres immer vorgenommen, mehr zu lernen, meine Hausaufgaben auch tatsächlich alle zu machen und im Unterricht besser aufzupassen. Meine Vorsätze haben nie lange gehalten. Jetzt sollten sie es aber, denn ab sofort zählen alle meine Noten schon zur Abitur-Note.

Das Erste, was meine Mathelehrerin sagte, als sie am ersten Schultag das Klassenzimmer betrat: „Ich habe mal nachgezählt. Es sind noch 23 Schulwochen bis zum Abitur.“ Sie war der Meinung, das sei ein Fakt, den man wissen sollte. Es war jedenfalls für uns alle der erste Schock in diesem Jahr. Als ich heimkam, musste ich gleich selbst mal nachzählen: sechs Wochen bis zur Abgabe der Seminararbeit. Und ich gehöre zu dem Teil meiner Jahrgangsstufe, der noch nicht einmal die Gliederung geschrieben hat. Irgendwie hatte ich den Eindruck, nach den Sommerferien noch mehr Zeit dafür zu haben...

Aber es gibt auch einige Lichtblicke dieses Schuljahr: Mein Stundenplan ist im Vergleich zu letztem Jahr wesentlich weniger umfangreich. Die vier Stunden, die ich montags später habe, kann ich gut gebrauchen, und am Mittwochnachmittag keine Schule zu haben, kommt mir auch sehr gelegen. Im Allgemeinen habe ich jetzt nur noch 30 Schulstunden pro Woche – letztes Jahr waren es 36. Außerdem haben wir einen neuen Mensa-Anbieter, der als „gesunde Mensa“ angepriesen wird. Es gibt zum Beispiel keine Cola mehr. Dafür ist der Andrang aber umso größer, weshalb ich immer noch lieber zum Bäcker gehe, um meinen Mittags-Fladen zu genießen. Eine weitere Erneuerung ist das eigens eingerichtete Kollegstufenzimmer hinter der Mensa. Momentan erscheint es mir noch ein wenig kalt, aber wir haben uns fest vorgenommen, das mit ein paar Kissen und Plakaten zu ändern. An ein eigenes Zimmer, wo man vor tobenden Fünftklässlern seine Ruhe hat, kann ich mich vermutlich schnell gewöhnen, ganz im Gegensatz zu der Bezeichnung „Q12“. Auf dem Vertretungsplan rutsche ich immer noch zu den Kursen der elften Klasse. Dabei gibt es eindeutig Hinweise darauf, dass wir bald unseren Abschluss machen. Die Vorbereitungen für die Abi-Feier haben schon begonnen und die Debatten, welches Abi-Motto angemessen ist und welches nicht, laufen schon lange. Außerdem fragen uns die Lehrer, wer von uns in dem jeweiligen Fach in die mündliche oder schriftliche Prüfung gehen möchte. Außer in Mathe und Deutsch natürlich, das müssen wir hier in Bayern sowieso alle schriftlich absolvieren. Ich persönlich habe bisher nur mein drittes schriftliches Fach, Französisch, festgelegt.

Als ich am ersten Schultag die Schule verließ, wuselten in unserem Hof lauter kleine Erstklässler herum und posierten mit ihren Eltern für ein Foto. Auf der einen Seite sehnte ich mich natürlich zurück in diese Zeit, aber es ist auch ein schönes Gefühl, endlich erwachsen zu werden.

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