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Schülerleben live

Seminararbeit

Autor:
Lea

Rubrik:
orientieren

17.10.2014

Vor kurzem erhielt ich die einzigartige Gelegenheit, ein Interview mit einem Zeitzeugen zu führen. Dabei sollte man hinzufügen, dass es sich um einen Zeitzeugen der DDR handelt. Ich finde, man vergisst viel zu oft, dass es noch gar nicht so lange her ist, als es Deutschland noch zweimal gab.

Ich schreibe meine Seminararbeit über das Kabarett in der DDR, ein interessantes, aber schwer zu fassendes Thema. Das Interview hat mir in diesem Zusammenhang gute Insider-Informationen vermittelt, die ich wunderbar in meine Arbeit aufnehmen kann. Mein Gesprächspartner war der langjährige Pianist und Komponist eines sehr guten Amateurkabaretts der DDR. In der linken Hand den Telefonhörer, in der rechten Hand einen Stift, schrieb ich bald weit mehr über meine vorbereiteten Fragen hinaus, zwei Seiten weiter, wobei ich immer ein, zwei Sätze mit Schreiben hinterherhing. Jedoch war ich im Nachhinein trotzdem froh, mitgeschrieben zu haben, anstatt das Telefon auf Lautsprecher zu stellen und das Gespräch aufzunehmen, denn auch so hatte ich am Ende vier Seiten abzutippen. Leider zählen diese Seiten zum Anhang und nicht zum zehn- bis fünfzehnseitigen Fließtext der Arbeit an sich. Diese ist unbedingt einzuhalten. Aber das fällt mir dank der Informationsmenge und meiner ausführlichen Gliederung relativ leicht. Viel schwerer ist es, die ganzen Richtlinien einer wissenschaftlichen Arbeit einzuhalten, die auch bei jedem Lehrer anders gehandhabt werden: Randabstände, Position der Seitenzahlen, Ausführlichkeit der Fußnoten. Dabei muss man auch aufpassen, dass man alles mit irgendeiner Quelle (am Besten einer Primärquelle) beweist, was nicht so allgemeingültig ist wie „der Himmel ist blau“. Mittlerweile kann ich beinahe verstehen, dass man aus Versehen plagiiert. Aber ich möchte mich nicht nur beschweren: Ich halte die Möglichkeit, im Rahmen eines W-Seminars eine wissenschaftlicher Seminararbeit zu schreiben, für eine ausgezeichnete Gelegenheit, das alles schon einmal für das Studium zu üben. Und so etwas wie ein Telefon-Interview macht man ja auch nicht alle Tage.

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