interaktiv

Schülerleben live

Die besseren Referate

Autor:
Lea

Rubrik:
orientieren

20.01.2015

Gleich am ersten Schultag nach den Weihnachtsferien wurden wir wieder daran erinnert, dass es langsam knapp wird: Jeder Lehrer begann seine Stunde mit einer mehr oder weniger poetischen Ansprache, dass der Endspurt jetzt anfängt. Meine sehr emotionale Musiklehrerin bedankte sich herzerwärmend für so tolle Schüler, die ihr immer die Verwirklichung ihrer Chor- oder Orchester-Projekte ermöglichen. Ferner wollte sie, dass wir doch auch bitte so einen tollen Beruf ergreifen mögen, den wir von Herzen gerne machen und uns nicht nur bis zu unserer Rente abarbeiten. Ich hielt das zwar für einen sehr weiten Blick in die Zukunft, behielt ihre Worte jedoch trotzdem im Kopf.

Was uns in diesen Tagen zusätzlich an das Abitur erinnert, sind die letzten Seminararbeitspräsentation. In meinem Seminar „Sprache und Beeinflussung“ wurden sie nachmittags an den ersten drei Schultagen abgehalten. Überraschenderweise stellte ich fest, wie sich jeder einzelne so gut in sein Thema eingearbeitet hatte, dass er oder sie es mit einer solchen Begeisterung vorstellte, wie man es selten bei Referaten erlebt. Auch wenn wir dafür länger in der Schule bleiben mussten, hatten wir doch viel Spaß und tauschten uns interessiert über unsere Themen aus. Da ging es um Anglizismen in der Werbung, um geschlechterspezifische und -gerechte Sprache und Political Correctness in Kinderbüchern. Wir beschäftigten uns mit der Berichterstattung in der Presse über die Olympischen Winterspiele in Sotschi, mit der berühmten Walser-Rede über den Holocaust und mit neurolinguistischem Programmieren. Erstaunlich war, zu sehen, wie verschieden die Themen doch alle waren, obwohl sie alle etwas mit unserem Seminarthema zu tun hatten. Alles in allem halte ich das Seminar trotz oder vielleicht gerade wegen unserer strengen Lehrerin für sehr gelungen. Viele andere Seminare hatten weniger strikte Richtlinien, was die Quellenangaben, Fußnoten und Zeilenabstände anbelangte. Wir haben wirklich was gelernt dabei, auch wenn die Angst vor der alles entscheidenden Note, die wir erst in drei Wochen bekommen, groß ist.

Das Wichtigste jedoch ist: Wir haben wieder einen Schritt auf dem Weg zum Abitur geschafft!

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