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Schülerleben live

Lernen am lebenden Objekt

Autor:
Bo

Rubrik:
orientieren

13.03.2015

„Die nächsten Monate solltet ihr nur zum Lernen nutzen.“ Was ist das nur für ein absolut unnötiger Satz, den Lehrer in letzter Zeit zu oft sagen? Natürlich ist mir klar, dass man das Abi nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte und dass die letzten Punkte geholt werden müssen, aber dafür gleich das ganze Leben und Sozialgefüge aufgeben? Eindeutig keine Alternative. Es ist weder sinnvoll noch möglich, seine komplette Energie einzig auf die Abi-Vorbereitung zu konzentrieren. Auch hat diese Einstellung nichts mit Uneinsichtigkeit zu tun, wie manche Lehrer das interpretieren, sondern mit der Tatsache, dass das Leben nun mal Vieles bietet und Schule nicht immer das spannendste Angebot hat.

Wie wär es denn zum Beispiel, einfach mal einen Abend zum lokalen Poetry Slam zu gehen und sich statt Goethe und Schiller aktuelle Dichtkunst anzuhören? Hört sich gut an? Ist es auch, und vielleicht hat man ja während eines Slams die zündende Idee, wie man Kafka analysieren könnte. Ich könnte mir auch vorstellen, mal ein Wochenende nach Berlin zu fahren, um all die historischen Plätze hautnah zu erleben. Wo kann man denn besser die deutsche Wiedervereinigung spüren als am Brandenburger Tor? Das in der Schule so oft gepriesene interaktive Lernen wird dann in seiner schönsten Form angewendet. Learning by doing mal anders.

Den Kopf komplett freizumachen, funktioniert nicht auf Knopfdruck und der Versuch setzt einen nur zusätzlich unter Stress. Deshalb sollte man nicht gegen, sondern mit dem Abi arbeiten. Also vielleicht mal was Verrücktes tun, morgens in der Suppenküche der Stadt arbeiten und sich aus der Sicht eines echten Menschen das Leben mit Hartz IV erklären lassen. Anschließend kann man im Unterricht einen klugen Beitrag leisten. Es gibt tausende Möglichkeiten, sich das Lernen zu erleichtern – man muss nur aufpassen, dass man es nicht übertreibt, sonst hat man ja schon wieder Stress.

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