interaktiv

Schülerleben live

Allerlei Organisatorisches

Autor:
Lea

Rubrik:
orientieren

10.04.2015

Die letzte „normale“ Klausur meines Lebens handelte von modalen Tonarten in Beatles-Songs und Alban Bergs Beitrag zur Dodekaphonie (Zwölftontechnik in der Musik). Ich habe mich jetzt entschieden, Musik zu meinem zweiten Kolloquiums-Fach zu machen, mit Schwerpunkt auf der romantischen Orchestermusik am Beispiel von Richard Wagner. Und nicht nur die Schwerpunkte mussten wir jetzt festlegen: In der letzten Woche vor den Osterferien fiel plötzlich den engagierteren unter meinen Mitschülern ein, was sie von jedem von uns noch für die Abi-Feier oder -Zeitung brauchten. Da waren zum einen die Lehrer- und Schüler-Rankings: Jeder darf zu ausgewählten Kategorien, wie zum Beispiel „Wer würde sogar das Abi verschlafen?“, einen oder mehrere Stufenkameraden angeben, der seiner Meinung nach dazu passt. Die Ergebnisse werden dann in der Abi-Zeitung abgedruckt.

Ein großes organisatorisches Problem bezog sich mehr auf die Abi-Feier. Die begrenzte Anzahl an Sitzplätzen musste gerecht auf die Familien der Schüler aufgeteilt werden. Es kommt nämlich durchaus vor, dass jemand mit vier Geschwistern antanzt. Bei mir war das Ganze eher unproblematisch, da zwei meiner drei Geschwister aufgrund von Prüfungen sowieso keine Zeit haben. Die Organisationsgruppe der Abi-Feier wollte außerdem die Lieder wissen, zu denen wir paarweise „einlaufen“. Nach einigem Hin und Her konnten meine beste Freundin und ich unsere sehr unterschiedlichen Musikgeschmäcker doch noch unter einen Hut bringen.

Außerdem brauchen momentan alle Bilder von Seminarfahrten, Einkehrtagen und sonstiger gemeinsam verbrachter Zeit für Filmchen während der Abi-Feier und für Collagen und Artikel in der Abi-Zeitung. Als die Osterferien endlich da waren, wurde es nicht unbedingt besser. Da wir uns endlich auf ein Logo geeinigt hatten, musste ich ran. Schließlich habe ich mich freiwillig für die Abi-T-Shirts gemeldet. Ich musste also mittels Facebook von all meinen Mitschülern die jeweilige Größe und gewünschte Farbe in Erfahrung bringen. Es reicht ja nicht, allen vorher Bescheid zu sagen, dass sie sich bitte bei mir melden mögen, man muss sie auch noch einzeln dazu auffordern. Aber dafür haben wir ja unsere sozialen Netzwerke. Mir fehlen nur noch drei Leute, bevor ich die Bestellung abschicken kann.

Immerhin konnte ich über Ostern ein paar Tage in der Münchner Wohnung meiner Tante in Ruhe Mathe lernen. Sowieso gab es da alles, was das Abiturientenherz begehrt: Alle Klassiker der deutschen Literaturgeschichte, wahlweise als Hörbuch oder gebundene Ausgabe, und der Mitschnitt des Einführungsvortrags der Bayreuther Festspiele. Darauf spielt und erklärt ein Pianist Wagners „Tannhäuser“, also genau meinen Musik-Schwerpunkt. Keine Frage also, dass ich mir diese Gelegenheit, einfacher zu lernen, gleich mit nach Hause genommen habe.

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