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Schülerleben live

Osterferien

Autor:
Bo

Rubrik:
orientieren

10.04.2015

Alle Welt freute sich in den Osterferien auf Freizeit, Urlaub und Erholung. Alle – abgesehen von den angehenden Abiturienten in NRW. Statt die ersten vorsichtigen Sonnenstrahlen zu genießen, saß ich hermetisch abgeriegelt in meinem Zimmer, umzingelt von gefährlich aussehenden Ordnern und Büchern, die alle um meine Aufmerksamkeit buhlten. Ein Lernplan musste her, der mir den Tag nicht in Stunden, sondern in Lerneinheiten einteilte. Schließlich hatte ich einiges vor. Was ich in den zwei Wochen schaffen wollte? Nichts Schwierigeres als den Stoff aus zwei Jahren in zwei Wochen zu lernen. Nein, ich spreche nicht nur von wiederholen, sondern von lernen. Manche haben vielleicht solch ein Superhirn mit eingebauter Sofortspeicherfunktion und integrierter Kamera, aber ich habe es leider nicht. Bedeutet, dass ich nicht auf Abruf die Befreiungskriege samt Daten und Hintergrund herunterrattern kann. Man kann ja schließlich nicht alles haben. „Halt!“ werden die ersten Kritiker schreien. Man habe doch genug Zeit gehabt und eigentlich sei das ja alles selbstverschuldet, wegen missratener Zeitplanung! Sehr witzig... Ich habe neben besonderer Lernleistung, Schule, Ehrenamt, Nachhilfe, Bedürfnis nach sechs Stunden Schlaf, Hausaufgaben, Klausuren und sozialem Leben wirklich nicht zu viel Zeit gehabt. Aber ich werde nicht nur jammern, schließlich bin ich nicht das einzige Opfer des erbarmungslosen Abis und andere haben es auch schon überlebt. Und wie formulierte es ein wirklich guter Lehrer: Ihr schafft es eh nicht so, wie ihr wollt, also nehmt es wie es kommt. Ich denke, er hat Recht.

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