interaktiv

Schülerleben live

Learning by doing auf der Kajak-Tour

Autor:
Lea

Rubrik:
orientieren

02.06.2015

Vergangene Woche wurde für den Ernstfall geprobt: Für Ende August plane ich mit vier Freunden eine Kajak-Tour bei den schwedischen Schären, das sind Inselgruppen in der Ostsee. Geprobt haben wir das Ganze jetzt in den „Pfingstferien“, die sich während der Abizeit nicht wirklich wie Ferien anfühlen, an einem Stausee in Thüringen. Mit drei Einer- und einem Doppelkajak haben wir vier Tage lang die verschiedenen kleinen Buchten ausgekundschaftet. Mit an Bord waren ein Zelt, jede Menge Essbares und unsere persönlichen Belange. Es hat tatsächlich alles in die Luken und Stauräume der Boote gepasst! Das war aber wahrscheinlich nur deshalb der Fall, da die Jungs vorher penibel darauf geachtet hatten, alles Mögliche in Pulverform zu kaufen, wie beispielsweise Milch oder Kartoffelbrei. Es gibt sogar Käsefondue als Pulver, wer hätte das gedacht?

Auf den Campingplätzen fanden wir auch prompt immer eine Feuerschale, die eine schnellere Essenszubereitung über offenem Feuer ermöglichte. An einem selbst gebastelten Dreibein aus frischen Ästen hing dann der Topf in den Flammen. Und das Paddeln am Tag machte oft so hungrig, dass man nach dem eigentlichen Essen noch gerne etwas Stockbrot zu sich nehmen konnte. Nur den Haferschleim fand ich nicht so toll.

Bei so einer Kajak-Tour lernt man auf jeden Fall viel Praktisches und Nützliches dazu. Und das auf eine viel interessantere Art und Weise als in der Schule. Wie zünde ich ein Feuer an, ohne Zeitungspapier? Da werden dann einfach verschiedene Sachen ausprobiert: Learning by doing. Es stellte sich heraus, dass als Anzünder Holzspäne, dünne, trockene Kiefernzweige und Tannenzapfen besonders gut geeignet sind.

Aber deshalb haben wir ja diesen Testlauf unternommen: Damit wir wissen, wie wir verschiedene Probleme angehen, was wir noch zusätzlich mit an Bord nehmen müssen und was überfüssig ist. Zum Beispiel musste ich auf eine sehr schmerzhafte Art und Weise erkennen, dass Fahrradhandschuhe beim Paddeln unabdingbar sind. Die Blase am rechten Daumen ist nach drei Tagen Ruhe immer noch nicht verschwunden. Außerdem ist ein Taschenmesser pro Person bei einer solchen Survival-Aktion sehr empfehlenswert, ob man damit nun Gemüse schneidet oder einen Zweig für das Stockbrot zurecht stutzt. Alles in allem sind wir fünf aber ein gutes Team, bei dem sich keiner in den Vordergrund spielt und keiner vor irgendwelchen Aufgaben zurückscheut. Und das ist bei einer solchen Kajak-Tour doch das wichtigste.

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