interaktiv

Schülerleben live

Zeit für Mini-Jobs

Autor:
Lea

Rubrik:
orientieren

17.07.2015

Ich dachte immer, nach dem Abi hätte ich viel Zeit, mich mit Büchern und Häkelzeug einzuschließen und mal nur das zu machen, worauf ich Lust habe. Tatsächlich habe ich allerdings andauernd irgendwelche Termine. Um etwas Geld für Südamerika zu verdienen, arbeite ich mindestens einmal pro Woche in einem Café in unserer Nähe. Kellnern zu können ist bestimmt keine schlechte Entscheidung. Und wenn man erst einmal die Funktionsweise der Kasse verstanden hat, läuft der Rest ganz flüssig. Was mir aber fast nie gelingt, ist eine schöne Schaumkrone oben auf dem Weizenglas. Ich gebe aber weiterhin mein Bestes, schüttle fleißig die Hefe auf und stelle auch schon leichte Verbesserungen fest. Übung macht ja bekanntlich den Meister!

Doch da ist noch ein Problem, auf das mich der Mathe-Unterricht nie vorbereitet hat: Das Kopfrechnen, wenn Gäste getrennt zahlen und man die Rechnung splitten muss. Sogar im Abitur habe ich für einfache Additionen einen Taschenrechner benutzen dürfen. Ich glaube langsam, die Leute geben mir nur deshalb Trinkgeld, weil sie mein verzweifeltes Gesicht nicht sehen wollen, wenn ich angestrengt versuche, das Rückgeld exakt abzuzählen. Das war es dann aber auch schon. Alles andere läuft ganz gut. Die familiäre Atmosphäre im Café und der Zuspruch meiner Chefin, dass jede ihrer Angestellten ein bisschen Zeit gebraucht hat, um sich an alles zu gewöhnen, helfen mir über meine kleinen Unsicherheiten hinweg.

Zusätzlich zu meiner gelegentlichen Arbeit dort, darf ich meinem Vater bei der Entrümpelung seiner Praxis helfen, die auch wirklich einmal fällig war. Ich bin dort quasi als Aushilfsjobberin auf Zeit angestellt, räume zum Beispiel die Dachbodenzelle auf und streiche hier und da nach. Insgesamt kann ich auf diese Weise doch ein bisschen Geld verdienen bis zu meinem Abflug nach Potosí. Und etwas Zeit für meine Freunde bleibt auch noch. Jetzt, wo man sich nicht mehr jeden Tag in der Schule sieht, unternehmen wir mindestens einmal in der Woche etwas in einer größeren Gruppe. Alles in allem wird mir also zum Glück nie langweilig – auch wenn Bücher und Häkelnadeln doch nicht ganz so oft zum Einsatz kommen.

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