interaktiv

Schülerleben live

Halbzeit

Autor:
Bo

Rubrik:
orientieren

23.07.2015

Gerade frage ich mich ständig, ob ich mir dieses Praktikum wirklich weiter antun soll. Der Grund dafür ist, dass ich es einfach nicht schaffe, länger als vier Stunden pro Nacht zu schlafen. Ich liege im Bett, weiß genau, dass ich nun dringend einschlafen soll, aber es klappt nicht. Schließlich beginnt mein Dienst zu einer Zeit, in der das normale Schülerhirn noch im Schlafmodus ist. Und wenn selbst ich nach einer Tasse Kaffee noch große Schwierigkeiten habe, meine Augen offen zu halten, dann heißt das was! Auf dem Arbeitsweg, wenn die ersten nervigen Vögel mit ihrem Gezwitscher anfangen, überlege ich regelmäßig, hinzuschmeißen. Ich bin wohl einfach noch sehr daran gewöhnt, erst um acht oder neun Uhr produktiv sein zu müssen.

Bin ich dann angekommen, will ich meine Arbeit natürlich so gut wie möglich erledigen und den Patienten auch die richtigen Medikamente und Infusionen verabreichen – und dafür muss ich mich ganz schön konzentrieren. Als Praktikantin mache ich die Morgenrunde der Schwestern mit, inklusive Waschen, Vitalwerte messen und Dokumentation der Ergebnisse. Wenn dann der erste Ansturm vorbei ist, ist nicht mehr viel zu tun. Für mich bedeutet das frustrierende Langeweile, denn die Zeit geht seltsamerweise noch langsamer vorbei, wenn man nichts zu tun hat. Ich warte dann einfach, ob noch etwas passiert und gerate regelmäßig in den inneren Zwiespalt, ob ich will, dass etwas passiert und etwas zu tun ist oder eben nicht, weil das an sich schon besser ist.

Ich wusste im Vorfeld, was mich erwarten und wie das Praktikum aussehen würde, dementsprechend akzeptiere ich es einfach als unumgängliche Hürde zum Studium. Und einige gute Seiten gibt es ja auch: Meine Kollegen sind wirklich tolle Menschen, die ihren Job mit Überzeugung machen und mir gegenüber sehr offen sind – da hält man selbst die schlimmste Frühschicht durch.

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