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Schülerleben live

Reisevorbereitungen

Autor:
Lea

Rubrik:
orientieren

30.07.2015

Dass sich eine Freundin von mir vor ein paar Tagen nach Mittelamerika aufgemacht hat, macht mir bewusst, dass meine eigene Abreise schon ziemlich bald ist. Das bedeutet, dass ich langsam mal anfangen muss, mich mit den Details zu beschäftigen. Die Flüge habe ich ja schon gebucht, doch wie genau ich von Santa Cruz nach Potosí kommen soll, steht zum Beispiel noch aus. Eine andere Freundin, die ein Jahr in China verbringen wird, fragt mich jedes Mal, wenn wir uns sehen ganz aufgeregt, ob ich schon gepackt habe. Natürlich nicht, schließlich habe ich noch eineinhalb Monate Zeit. Noch? Nein, eher NUR noch. Ich muss mir dringend Gedanken machen, was mitzunehmen sinnvoll ist und was nur Platz verschwenden würde. Allgemein wird für solche Reisen empfohlen, lieber weniger mitzunehmen und zur Not Klamotten oder anderes nachzukaufen. Und daran werde ich mich wohl halten, schließlich kann ich mir keine Vorstellung davon machen, welches Wetter mich auf 4.000 Metern Höhe in den Anden erwarten wird.

Um dort genügend Geld zur Verfügung zu haben, ließ ich lange, verwirrende Beratungsgespräche bei der Bank über mich ergehen. Ich wollte eigentlich nur eine Kreditkarte, was aber nicht möglich ist, weil ich über kein regelmäßiges Einkommen verfüge. Eine Prepaid-Karte wäre zwar eine Alternative, allerdings müsste ich die ja immer wieder aufladen. Also entschloss ich mich letztendlich für eine Kreditkarte über das Konto meiner Eltern. Das ist also wenigstens geregelt. Was jetzt noch ansteht, ist eine letzte Impfung gegen Gelbfieber, die Anschaffung einiger Reiseführer und eines guten Wanderrucksacks. Ich versuche außerdem mein Spanisch aufzufrischen, indem ich mir – mehr oder weniger konsequent – ein paar spanische Bücher vornehme.

Ich frage mich jeden Tag, wie der Ort aussehen wird, an dem ich das nächste halbe Jahr verbringen werde, ob ich auch Leute in meinem Alter kennenlernen und ob wohl ich mit der Sprache, der Höhe und der Kultur zurechtkommen werde. Das alles ist auch mit etwas Angst verbunden, schließlich ist Bolivien nicht gerade der sicherste Ort für ein Mädchen in meinem Alter. Hinzu kommt, dass ich ganz alleine unterwegs sein werde. Aber ich glaube fest daran, dass ich es bereuen würde, diese Erfahrung nicht zu machen. Also werde ich einfach eine Portion Mut und Verstand einpacken und den Leichtsinn zu Hause lassen, damit alles gut geht.

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