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Schülerleben live

Die katastrophale Generalprobe

Autor:
Lea

Rubrik:
orientieren

18.09.2015

Morgen beginnt mein Abenteuerurlaub durch die schwedischen Schären. Gemeinsam mit vier Freunden werde ich die kommenden zwei Wochen in Kayaks von einer Ostseeinsel zur nächsten paddeln. Da bei den Vorbereitungen dafür bereits genug schiefgelaufen ist, sind wir jetzt mit allen Wassern gewaschen. Uns kann nichts mehr die Tour verderben – wir sind auf alles gefasst.

Letzten Sonntag fand unser Probelauf mit Kentertraining statt. Als wir losfahren wollten, verhakte sich die Halterung für die beiden Hochseekayaks auf dem Autodach an einem Draht in der Garage und verbog sich. Daraufhin mussten wir die Boote wieder vom Dach holen und den Ständer austauschen. Für uns war das die erste Lektion: Man muss die Höhe des Autos richtig einschätzen können.

Endlich kamen wir am Rothsee an und fingen an, die Faltboote aufzubauen. Wir verfügen nämlich nur über zwei feste Kayaks. Die anderen beiden, ein Einer und ein Doppel, muss man erst aus diversen Holzteilen zusammenstecken, die dann von einer Art Haut zu einem Boot zusammengehalten werden. Damit diese Gestelle auch dann noch schwimmen, wenn Wasser hineinläuft, steckt in den Bootswänden jeweils ein aufblasbarer Schlauch. Einer dieser Schläuche war aber defekt, weshalb wir ihn austauschen mussten. Das erwies sich als komplizierter als gedacht, denn es gibt nur eine Öffnung in der fünf Meter langen Hülle und um den Schlauch passgenau hineinzubekommen, braucht man eine Menge Fingerspitzengefühl und viel Geduld. Lektion zwei lautet also: Viel Zeit zum Aufbauen der Boote einplanen.

Als wir diese „Fitzelarbeit“ endlich beendet und das Boot fertig zusammengesteckt hatten, wurden wir von einem Passanten darauf hingewiesen, dass wir uns in einem Naturschutzgebiet befinden und an dieser Stelle gar nicht ins Wasser dürften. Wir benötigten zwei Fahrten mit dem Auto, um alle vier Kajaks zu einem anderen Platz zu transportieren. Lektion drei: genau informieren, wo man Paddeln darf.

Dort konnten wir dann allerdings ohne Umschweife mit dem Kentertraining beginnen. Bei dem Doppel-Kajak, das ich mir mit einer Freundin teile, muss immer einer das Boot festhalten, damit es nicht kippt, während der andere ins Boot einsteigt. Dieser verlagert dann im Boot das Gewicht entsprechend, damit auch der andere ohne Probleme hineinklettern kann. Bei den Einzelkajaks braucht man ein aufblasbares Kissen, das man über ein Paddel streifen kann. Befestigt man die andere Seite des Paddels am Boot, stabilisiert das Luftkissen es gut genug, damit man sich an der Bootswand hochziehen kann, ohne dass es kippt. Also wäre Lektion vier, wissen, wie man zurück ins Boot kommt, auch geklärt.

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