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Schülerleben live

Presse-AG

Vor fünf Jahren wurde an meiner Schule die Presse-Arbeitsgemeinschaft (AG) gegründet. Da für mich schon früh klar war, dass ich „etwas mit Medien machen“ will, hatte ich nicht lange gezögert und mich angemeldet. Seither treffen wir uns einmal pro Woche.
Unsere Aufgabe ist es, über Schulveranstaltungen wie Konzerte oder Preisverleihungen mit Text und Bildern zu berichten. Die Artikel werden dann auf der Schulhomepage veröffentlicht. Dank der AG war ich seit ich 14 Jahre alt bin bei fast jeder Schulveranstaltung dabei und gehöre praktisch zum Inventar der Schule. Zu Beginn waren wir zu viert und konnten uns auf die Termine aufteilen. Anfangs wurde die AG von einem freien Mitarbeiter einer Lokalzeitung geleitet, im Anschluss übernahmen zwei Schüler die Leitung. Seit drei Jahren stehe ich nun der AG vor.
Leider sind wir mittlerweile nur noch zu dritt. Das macht mir an sich nichts aus, allerdings sind die beiden erst in der 7. Klasse und können fast nie zu Abendveranstaltungen kommen, da ab 18 Uhr kein Bus mehr fährt, sodass sie auf ihre Eltern als Fahrdienst angewiesen sind. Als ich jünger war, war das bei mir auch ein Problem. Mittlerweile habe ich einen Rollerführerschein und kann nun unabhängig zu den Terminen fahren.
Abgesehen davon ist es für mich schwierig, meine Mitglieder zum Artikelschreiben zu motivieren. Der Knackpunkt ist nämlich, dass diese von dem betreuenden Lehrer regelrecht zensiert werden – man erkennt seine Artikel nach dem Redigieren oft nicht mehr wieder. Vor einigen Jahren dachte ich noch, dass sich das bessern würde, aber dem war nicht so.
Ich werde die AG nur noch ein bis zwei Monate leiten können, da ich dann mit dem Abitur beschäftigt sein werde. Dass es mit der AG bergab geht, habe ich mittlerweile akzeptiert.

Autor: Tobias  |  Rubrik: orientieren  |  Mar 15, 2018
Autor: Tobias
Rubrik: orientieren
Mar 15, 2018

Schülerleben live

Große Pläne

„Und was passiert danach?“ Diese Frage bekomme ich gerade am häufigsten zu hören, jetzt da sich meine Schulzeit ihrem lang ersehnten Ende zuneigt. Meist folgt auf diese Frage ein etwas längeres Schweigen meinerseits und schließlich die vage Antwort: „Ich würde gerne studieren oder eine Ausbildung machen.“ Dann blickt mich die Person meist stirnrunzelnd an, denn klar, diese Antwort hätte sich derjenige auch selbst geben können – was sollte ich schließlich sonst nach der Schule tun?
Nach genauerem Überlegen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich nach zwölf Jahren Schulbank drücken, nicht direkt in ein Studium starten möchte, um wieder dasselbe zu tun: die Schulbank zu drücken. Die Alternative „Ausbildung“ ließ mein Herz aber auch nicht höherschlagen, da ich mich nicht auf einem Gymnasium herumgequält habe, um schlussendlich doch nicht zu studieren.
Dann wurde mir klar, was ich wirklich möchte: Raus aus diesem öden Alltag und ein Jahr meines Lebens dazu nutzen, die Welt aus einer anderen Perspektive zu sehen und das zu tun, was mich interessiert. Work and Travel schien da zunächst genau das Richtige zu sein: Ich hätte die Chance, in die Länder zu reisen, die ich nur aus dem Geografie-Unterricht kenne. Und nachdem meine beste Freundin zugesagt hatte, diese Reise mit mir zusammen anzutreten, machte sich die Idee so breit in meinem Kopf wie eine Katze auf dem Sofa. Unsere Pläne, durch den Norden Europas zu reisen, verschwammen jedoch, als wir feststellten, dass für Pferdefreunde wie uns nur eine Art des Reisens infrage kommt: die Reise mit Pferd.
Unser Abenteuer also soll ein Wanderritt über die Alpen nach Italien werden. Italien liegt zwar überhaupt nicht im Norden, jedoch ist es in vieler Hinsicht einfacher mit dem Pferd zu erreichen – und schön ist es dort sowieso. Die meisten, die bereits von unserem etwas utopisch klingenden Reiseplan hörten, fragen nun nicht mehr, was ich nach der Schule machen möchte, sondern ob ich schon angefangen habe, die Reise zu organisieren. Ich kann nicht sagen, welche Frage schwieriger zu beantworten ist. Wie soll ich ein solch großes Projekt planen, wenn die Klausuren immer schwerer werden und die Lehrer uns ständig daran erinnern, dass die Noten ab jetzt, ab der 11. Klasse, im Abitur zählen?

Autor: Laura  |  Rubrik: orientieren  |  Mar 13, 2018
Autor: Laura
Rubrik: orientieren
Mar 13, 2018

Schülerleben live

Chilenischer Gast

Seit fast drei Monaten wohnt eine Austauschschülerin aus Chile bei uns. Paulette ist wie ich auch 17 Jahre alt. Vor knapp zehn Jahren war bereits ihre Schwester bei uns zu Gast – allerdings nur für ein paar Tage. Über Facebook hatte meine Schwester noch mit Paulettes Schwester Kontakt und so ergab sich schließlich der Austausch.
Die 17-Jährige reiste bereits Ende November nach Deutschland und besuchte zunächst viele Städte in Deutschland, Österreich und weiteren Nachbarländern. Wenn sie uns erzählte, wo sie schon überall gewesen ist, wurden alle neidisch – schließlich hatte sie gefühlt schon mehr deutsche Städte gesehen als wir. Kurz vor Weihnachten, an meinem letzten Schultag, holten meine Eltern sie am Bahnhof in Ulm ab. Als sie bei uns ankam, reaktivierte ich meine letzten vorhandenen Spanischkenntnisse, doch aller Anfang war schwer. Für mich ist es aber sehr hilfreich, mit ihr Spanisch zu reden, da ich ab August ein Praktikum bei einer Zeitung in Spanien machen werde. Schnell merkte ich, dass es viele Unterschiede zum Spanisch, wie wir es in der Schule gelernt haben, und dem chilenischen Akzent gibt.
Da ich in einem kleinen Dorf wohne und Paulette aus einer (für mich) großen Stadt mit 120.000 Einwohnern kommt, muss das Leben hier für sie eine große Umgewöhnung gewesen sein. Bereits vor dem Austausch fragte sie mich, ob man hier „rhythmic sports“, also rhythmische Sportgymnastik, machen könne, doch hier gibt es außer einem Musikverein und der Feuerwehr nicht viele Vereinsaktivitäten. In den Weihnachtsferien sind wir immerhin zum Schlittschuhlaufen gefahren und einmal zum Baden in die Therme.
Seit dem neuen Jahr geht sie zwar auf dieselbe Schule wie ich, aber nicht in die gleiche Klasse. Sie hatte dort zum ersten Mal Französischunterricht, eine Sprache, die sie zuvor nicht gelernt hat. Langsam ist Routine in unseren Alltag mit ihr eingetreten, doch in einigen Tagen wird sie wieder nach Chile zurückfliegen. Leider hatte ich aufgrund vieler Klausuren nicht so viel Zeit für unseren Gast. Ich hoffe aber trotzdem, dass es ihr bei uns gefallen hat!

Autor: Tobias  |  Rubrik: orientieren  |  Mar 6, 2018
Autor: Tobias
Rubrik: orientieren
Mar 6, 2018