interaktiv

Schülerleben live

Erinnerungen

Eine junge Frau sitzt mit dem Rücken zum Bild und Blick über vom Berg. Im Vordergrund sind Fahnen zu sehen.

Autor:
Maril

Rubrik:
orientieren

08.01.2020

Als ich im Laufe des Wochenendes (mal wieder) mein Zimmer aufgeräumt habe, fiel mir etwas in die Hände, dass ich schon lange in der Mülltonne vermutet hatte: mein alter Lamy-Füller.

Ich weiß nicht, ob noch jemand diese Füller kennt, doch in meiner Grundschulzeit hatten fast alle Kinder dieses eine Modell: den Lamy-Kinderfüller ABC mit hölzernem Schaft und roter Kappe. Für mich ist und bleibt es einfach mein roter Grundschulfüller, mit dem ich meine ersten Buchstaben in ein Schreibheft gekrakelt habe.

Ich bin schon fast versucht, nun melodramatisch aufzuseufzen und ein melancholisches „Ja, früher...“ in meinen nicht vorhandenen Bart zu murmeln, doch ich lasse es lieber. Stattdessen sind hier nun die mehr oder weniger knallharten Fakten.

In meiner Grundschulzeit bin ich noch sehr gern zur Schule gegangen. Nicht einfach nur gern, sondern mit voller Begeisterung. Diese Euphorie gab es ab der zehnten Klasse bei mir nicht einmal mehr zu Beginn der Ferien. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ein großer Teil meiner Begeisterungsfähigkeit spätestens nach der neunten Klasse in irgendeinem Klassenzimmer verloren gegangen ist. Früher, da hat man noch Neues gelernt. Aus der jetzigen Perspektive betrachtet erscheint der Unterrichtsstoff aus der achten Klasse oder gar aus der Grundschule natürlich fast schon lächerlich einfach, doch ich weiß noch genau, wie spannend das alles damals für mich war. Beispielsweise als ich das erste Mal etwas von gebrochenen Zahlen gehört habe oder als es um die griechischen Götter oder die Kiemenatmung bei Fischen ging, das erste Mal mikroskopieren oder mein erstes richtiges Volleyballspiel. Es war alles so aufregend und neu und ich wollte mehr davon. Und nun? In der Sekundarstufe II ist da nicht mehr viel Neues. Es kommen ein paar Details hinzu, aber am Ende ist es eine vertiefende Wiederholung der Klassen acht bis zehn. Dann presst man dieses Wissen in ein paar neue Operatoren, um den Anforderungsbereich zu erhöhen und fertig ist der Lehrplan der Klassen elf und zwölf. Vielleicht kommt es mir auch nur so vor, vielleicht bin ich arrogant und kurzsichtig, doch die Erinnerungen an meine Grundschulzeit lassen mich nun einmal nachdenklich werden.

In der Grundschule habe ich noch viel und gern mitgearbeitet. Da habe ich meine Hand in die Höhe gestreckt und inständig gehofft, dass meine Lehrerin mich aufrufen würde. In der Sekundarstufe II ist es nun eher so, dass ich vorsichtig den Arm hebe. Das Rebellischste, was meine Banknachbarin und ich in der vierten Klasse getan haben, war es, während des Unterrichts an unserem Traumhaus zu malen.

Vielleicht erscheint es mir nur im Nachhinein so, aber es hat sich doch Einiges verändert seit der Grundschule. Eigentlich ist das logisch und keine große Überraschung, aber wenn ich so meinen alten Füller betrachte, erscheint es mir doch ziemlich bemerkenswert. An ihn sind so viele Erinnerungen geknüpft. Er schreibt noch genauso schön wie damals, ich habe es ausprobiert.

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