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Schülerleben live

Warum Philosophie und Pädagogik keine Laberfächer sind

Autor:
Clara

Rubrik:
orientieren

10.01.2020

Wenn mir die Frage gestellt wird, was für Leistungskurse ich habe und ich dann mit Philosophie und Englisch antworte, sind die Reaktionen meistens ziemlich ähnlich. Englisch wird von den meisten einfach akzeptiert, aber zu dem Thema Philosophie muss ich mir oft so etwas anhören wie: „Das ist doch gar kein richtiges Fach“ oder „ihr labert da ja nur“. In Philosophie wird natürlich viel diskutiert, das gehört einfach zu dem Fach dazu. Aber in diesem Fall geht es für uns oft um relevante Themen und was gibt es da interessanteres, als sich mit vielen darüber auszutauschen und auch über andere Meinungen nachzudenken? Sich selbst behaupten zu können und anderen die eigenen Gedanken präzise vermitteln zu können ist etwas, das uns in unserem Leben einmal deutlich weiterhelfen kann. Natürlich besprechen und analysieren wir auch unterschiedliche Theorien von Philosophen, die unser Leben stark geprägt haben. Ob Satres Freiheitstheorie oder das Leib-Seele Problem nach Thomas Nagel: Solche Theorien zeigen einem, wie das Leben funktioniert und was eigentlich das Wichtige im Leben ist. Zudem wird uns in Philosophie immer wieder vermittelt, wissbegierig und aufgeschlossen für Neues zu sein und Dinge nicht immer einfach hinzunehmen, sondern sie zu hinterfragen. Auch meine Schwester betont immer wieder, dass sie in Philosophie das meiste für ihr späteres Leben gelernt hat. In Mathe behält man zum Beispiel die Grundlagen, aber den Rest habe ich meistens nach der Klausur schon wieder vergessen, das lerne ich halt für die Schule. Da ist doch ein Fach, das mich prägt und das Wissen vermittelt, das in meinem Kopf bleibt, doch wesentlich sinnvoller.
Genauso ist es mit dem Fach Pädagogik. Pädagogik hat immer mit dem Vorurteil zu kämpfen, dass man da sitzt und ein bisschen über Kinderziehung spricht. Aber Pädagogik ist wesentlich komplexer, als man denkt. Zwar werden auch unterschiedliche Entwicklungstheorien besprochen, aber diese sind weitläufiger, als nur „ein bisschen Gelaber“. Man lernt, wie die Psyche des Menschen aufgebaut ist, wie sich der Mensch entwickelt, aber auch was neuronale Fenster sind oder wodurch sich psychische Krankheiten begründen lassen. In Pädagogik habe ich zum einen mehr über mich gelernt, aber auch darüber, wieso manche Menschen handeln, wie sie nun einmal handeln. Man fängt an, Menschen besser verstehen zu können und zu lernen, wie kostbar ein sicheres Umfeld, eine behütete Kindheit und eine gesunde Psyche sind.
Vielleicht gehört Pädagogik und Philosophie auch zu meinen Lieblingsfächern, weil es einfach so alltagsbezogen ist. Ich habe das Gefühl, dass ich dort etwas lerne, dass ich einmal brauche und das mein Leben deutlich einfacher machen kann. Ich hoffe einfach, dass Philosophie und Pädagogik bald mehr wertgeschätzt werden, denn es handelt sich bei beiden um wirklich interessante und sinnvolle Fächer.

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