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Bewertungen

Autor:
Lea

Rubrik:
orientieren

06.02.2015

Gestern erhielt ich verschiedene Bewertungen. Bei der ersten handelte es sich um ein Zertifikat zur Teilnahme am P-Seminar und den BUS-Veranstaltungen. BUS steht für Berufs- und Studienorientierung. Die zweite Bewertung war mein Zeugnis, mit dem ich einigermaßen zufrieden war. Für die Eins vor dem Komma im Abitur muss ich mich allerdings noch anstrengen. Die dritte Bewertung kam nicht von Seiten der Schule, sondern wurde mir per Post aus Dresden zugestellt. Vor zwei Wochen hatte ich meine Seminararbeit an jenen Herrn gesandt, den ich zu meinem Thema interviewt hatte, und jetzt habe ich die Antwort erhalten. Es freute mich sehr zu hören, dass es mir offenbar gelungen war, in meiner Arbeit neutral über ein DDR-Thema zu berichten, sodass sich einerseits ein Kabarettist der DDR wiedererkennen würde, sie aber andererseits auch interessant für jemanden wäre, der wenig über das Thema weiß.

Dieser Kommentar zu meiner Seminararbeit war mir weitaus wichtiger, als die offizielle Note und Rezension, die meine Lehrerin mir gegeben hatte. Ich hielt diese Note zwar für sehr gerecht, da mir die Fehler, die ich gemacht hatte, selbst bereits aufgefallen waren. Aber die Stellen, die sie kritisierte oder auch lobte, waren meiner Meinung nicht das, was mir persönlich und vor allem hinsichtlich meines Themas wirklich wichtig waren. Das Hauptproblem war einfach, dass ich viele Fehler hätte vermeiden können, wenn ich mir das Ganze vor der Abgabe noch einmal in Ruhe durchgelesen hätte.

Was aber im Nachhinein von der Arbeit bleibt und weshalb viele enttäuscht von ihrer Note sind, ist das Fach- und Detailwissen, das wir uns angeeignet haben. Die Begeisterung und Hingabe, mit der meine Kurskameraden ihr Thema präsentierten, erlebt man selten bei einem herkömmlichen Referat. Wir wissen, dass wir vielleicht auch dem Lehrer etwas Neues erzählen können, und tragen komplett frei die Früchte monatelanger Recherchen vor. Dabei setzen wir voraus, dass unsere Lehrerin über ein umfangreiches Vorwissen verfügt, was aber nicht immer der Fall ist. Sie bewertet lediglich das Produkt und verletzt hier und da den Stolz eines „Experten“. Und deshalb ist mir die Meinung des ehemaligen Kabarett-Pianisten aus Dresden so wichtig. Er versteht etwas von meinem Thema und findet trotzdem, dass ich etwas Gutes geleistet habe.

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