Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Studieren im Ausland

Vorweihnachtszeit unter Palmen

Meine Vorweihnachtszeit war bis jetzt fast immer gleich: Die Temperaturen wurden immer kälter und die Wohnung sowie das Bett immer gemütlicher. Es gab Geschenkestress, Weihnachtslieder an jeder Ecke und ganz viele Plätzchen! In Málaga dagegen bin ich, ohne auch nur einen Gedanken an Weihnachten zu verschwenden, in den Dezember gestartet. Bräuche, wie die Kerzen an den Adventssonntagen anzuzünden oder einen Adventskalender zu haben, habe ich vollkommen vergessen. Um in Málaga in weihnachtliche Stimmung zu kommen, gibt es ein anderes, großes Spektakel. Bereits ab November werden Bäume sowie Laternen und Häuser großzügig mit Lichtern dekoriert, welche dann im Dezember feierlich unter Begleitung von Livemusik entzündet werden. Dieses Jahr war es Antonio Banderas der das Knöpfchen drückte welches die Straßen zum Leuchten brachte. Auch mit den Weihnachtsmärkten ist es in Málaga etwas anders. Es gibt zwar viele Buden, die in der ganzen Stadt verteilt sind, aber viel weniger Essen. Dafür gibt es Schmuck, Klamotten, Souvenirs und ganz viel Krippendekoration! Doch jedes Weihnachtslied, welches am Hafen durch die Lautsprecher schallt, bringt mich dazu, mich wie im falschen Film zu fühlen. Und ein Aspekt, der natürlich sehr fehlt, ist das Adventskaffeetrinken bei der Familie. Auch wenn Weihnachten oft stressig ist, genieße ich die Zeit, die ich beim Plätzchen naschen mit meiner Familie verbringe. Manche meiner Erasmuskommilitoninnen erzählten mir, dass sie über Weihnachten in Málaga bleiben und miteinander eine spanische Weihnachtsfeier organisieren. Und auch wenn es sicher eine interessante Erfahrung gewesen wäre, hätte ich mir nicht vorstellen können, meine Liebsten zu Weihnachten nicht zu sehen. Nur eins ist wirklich gleich: Der Geschenkestress.

Autor: Enne  |  Rubrik: studium  |  Jan 8, 2020

Studieren im Ausland

Invierno-Infierno!

Winter in Málaga, das wird super! Zu Weihnachten am Strand liegen, mit einem Kaltgetränk in der Hand und der strahlenden Sonne am Himmel. Das dachte ich jedenfalls. Aber Pustekuchen! Denn endlich verstehe, warum die spanischen Worte Invierno (Winter) und Infierno (Hölle!) sich so ähneln! Ich habe zum Beispiel, bevor ich hierherkam, nicht gewusst, dass viele Häuser in Málaga weder Heizungen noch dichte Fenster besitzen. Im September habe ich noch das Fenster aufgerissen, um einen kühlenden Windzug im Zimmer zu haben, jetzt muss ich es gar nicht erst öffnen, um die kalte Luft zu spüren! Wahrscheinlich war es auch der unerwartete Wetterumschwung Anfang November, der die Temperaturen von über 25 Grad auf unter 15 Grad runterkühlte und damit mich und mein Umfeld überraschte. Und ich weiß nicht warum, aber 10 Grad fühlen sich hier irgendwie kälter an als in Deutschland. So kam ich vor ein paar Wochen von der Schule nach Hause und sah meine Mitbewohnerinnen im Wohnzimmer auf dem Sofa, in mehrere Decken gehüllt und zitternd. Kein Wunder also, dass wir unsere Nachmittage seitdem oft in dem kuscheligen, warmen Kaffee im Erdgeschoss unseres Wohnhauses verbringen. Auch wenn der Geldbeutel langsam etwas darunter leidet, sind uns das unsere warmen Füße wert. Was natürlich auch sehr gut hilft, ist Bewegung. In meiner Schule bewege ich mich zum Glück in fast jeder Unterrichtsstunde, in der Wohnung könnte ich mich hingegen gut dazu motivieren, zu putzen oder zu tanzen, um mich aufzuwärmen. Naja, oder ich kuschele mich unter drei Decken mit meiner neuen, besten Freundin: Der Wärmflasche. Trotz allem kann ich nicht abstreiten, dass fast jeden Tag die Sonne scheint, was die Laune oft erstaunlich anhebt. Außerdem sind Strandspaziergänge auch mit einer etwas dickeren Jacke möglich und eine Thermoskanne mit heißem Tee macht den Ausflug richtig gemütlich! Also Schluss jetzt mit dem Gemecker und ab an den Strand!

Autor: Enne  |  Rubrik: studium  |  Dec 4, 2019

Studieren im Ausland

Freundschaften

Ich habe eine Freundin, die ich schon seit der Grundschule kenne. Wir waren nicht von Anfang an befreundet, aber wir hielten auch nach der Grundschule noch Kontakt und haben uns nach und nach immer mehr liebgewonnen. Wir waren schon oft längere Zeit und über größere Distanzen voneinander getrennt. Sie ging nach der Grundschule in ein anderes Gymnasium und dann sogar ins Ausland, ich blieb in der Nähe der Heimat. Nach dem Gymnasium nahmen wir uns beide ein Jahr schulfrei, sie wieder im Ausland, ich in einer deutschen Stadt, bis wir uns dann für unsere Studium beide im Norden Deutschlands wiederfanden. Dass wir nur für knapp ein Jahr so nah beieinander sein würden, hätten wir beide nicht gedacht. Jetzt bin ich in Málaga und sie studiert in Paris. Doch trotz unseren unterschiedlichen Lebenswegen haben wir uns nie aus den Augen verloren. Besonders jetzt, wo wir beide im Ausland sind, stehen wir im engen Austausch miteinander und sind uns gegenseitig eine Stütze. Ich bin so froh, eine Freundin wie sie zu haben. Wir wissen alles voneinander. Wir sind, trotz Distanzen, miteinander aufgewachsen, kennen unsere Familien, unsere Stärken und Schwächen und können gemeinsam lachen, weinen und schweigen. Natürlich habe ich über die Jahre noch viele weitere Menschen kennengelernt, die ich zu meinen Freunden zähle. Aber ich habe aber auch gemerkt, dass es immer schwieriger wird, wirklich enge Beziehungen aufzubauen. Das Kennenlernen ist oft unkompliziert, aber den Kontakt aufrechtzuerhalten stellt sich dann als Herausforderung dar. So viele Menschen sind schon in meinen „Zug des Lebens“ eingestiegen und haben ihn, ohne sich zu verabschieden, wieder verlassen. Und je älter man wird, desto mehr andere Verpflichtungen haben oft Priorität, zum Beispiel das Studium, später das Berufsleben und die Familie. Hier in Málaga mache ich natürlich die gleichen Erfahrungen. Ich habe schon viele tolle Leute kennengelernt, manchmal Kontakt gehalten, manchmal nicht. Und dann sind da natürlich noch meine Freunde in Deutschland, denen ich mit Postkarten und Nachrichten immer wieder Lebenszeichen zukommen lasse. Und unweigerlich mache ich mir Druck, um ein Gleichgewicht zwischen Studium, Freunden und natürlich der Zeit mit mir selber zu finden. Das gelingt manchmal mehr, manchmal weniger. Doch wenn alles zu viel wird, gibt es ja zum Glück die Möglichkeit, in Paris anzurufen.

Autor: Enne  |  Rubrik: studium  |  Nov 22, 2019
Autor: Enne
Rubrik: studium
Nov 22, 2019