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Studieren im Ausland

Mein letzter Tag in Málaga

Nun war es also soweit. Der Tag, den ich manchmal herbeigewünscht und dabei immer wieder gefürchtet hatte, war gekommen. Der finale Tag. Die letzte Woche in Málaga verbrachte ich mit lieben Freundinnen, die mich aus Deutschland besuchten. Wir hatten viele Pläne, bekamen jedoch alle gleich am Anfang eine Erkältung und mussten die Tage ruhiger angehen als gedacht. Nebenbei versuchte ich langsam, meine Sachen zu ordnen, auszusortieren, was ich nicht brauchte und meinen Koffer zu packen. Ich genoss vor allem die Nähe zum Meer nochmal intensiv, legte mich an den Strand und lauschte den Wellen. Am Tag vor meiner Abreise verabschiedete ich mich dann von meinem Besuch. Am wirklich letzten Tag war der Stress dann groß, ich musste meine Boardkarte noch ausdrucken, ein wenig Verpflegung für den Flug besorgen, meinen Koffer noch zu Ende packen und meine Mitbewohnerinnen wollten mit mir noch ein letztes Mal essen gehen. Wir gingen in ein Restaurant um die Ecke und nach dem Essen überreichten sie mir ein Fotobuch, das sie für mich gebastelt hatten. Sie hatten Bilder von der ganzen Zeit, die wir zusammen verbracht hatten, rausgesucht und eingeklebt, von Reisen, Erlebnissen, Partys. Ich war sehr gerührt, doch Tränen gab es erst, als ich ihnen zu Hause meine Abschiedsgeschenke überreichte. Wir lagen uns in den Armen und erinnerten uns an all die schönen Momente und auch an die Herausforderungen, die uns in den letzten Monaten miteinander verbunden hatten. Dabei vergaßen wir dann die Zeit, so dass es mit einem Flug schon etwas knapp wurde. Mit vereinten Kräften schlossen wir meine Gepäckstücke und quetschen das Fotobuch noch in die letzte Ecke. Sie alle begleiteten mich dann zum Flughafen. Es war ein bittersüßes Gefühl in mir bis zur endgültigen Verabschiedung. Ich war aufgeregt, wieder nach Hause zu fahren, aber mir wurde auch klar, was ich am meisten vermissen würde: meine neuen Freundinnen. Vor der Sicherheitskontrolle versprachen wir uns, Kontakt zu halten und uns bald wiederzusehen. Ich sah nochmal zurück, wir winkten uns zu und ich verschwand hinter einer Milchglastür, mit Tränen des Abschieds und der Vorfreude auf einen Neubeginn in den Augen.

Autor: Enne  |  Rubrik: orientieren  |  Apr 6, 2020
Autor: Enne
Rubrik: orientieren
Apr 6, 2020

Studieren im Ausland

Informiert bleiben

Am Anfang meines Erasmussemesters war ich hauptsächlich damit beschäftigt, mich an meine neue Umgebung zu gewöhnen. Und ich war motiviert, nur noch Medien auf Spanisch zu konsumieren, um mein Sprachlevel zu verbessern. Da dieses jedoch sehr niedrig war, habe ich nicht viel aus diesen Medien ziehen können und was sonst so auf der Welt passierte, wurde überraschend zweitrangig. Doch nach einer gewissen Zeit, besonders mit Blick auf meine Rückkehr im Frühjahr, wollte ich auch darüber informiert bleiben, was in Deutschland und dem Rest der Welt so passierte. Es war mir persönlich sehr wichtig, über das Weltgeschehen, sowie über die Ereignisse in meiner Heimat auf dem neuesten Stand zu sein, da ich mir gerne eine eigene Meinung bilde und bei Diskussionen mitreden möchte. So versuchte ich zuerst, deutsche Nachrichtensender über einen Livestream zu sehen, musste aber leider feststellen, dass das im Ausland nicht möglich war. Dann überlegte ich mir, wie ich andere Medien sinnvoll nutzen konnte, um das Weltgeschehen zu verfolgen. Da es mich sehr genervt hat, auf Instagram immer nur Selfies, Bilder von Essen oder Videos von Katzen anzugucken, folgte ich einfach dort den internationalen Nachrichtensendern und nicht mehr nur den ehemaligen Klassenkameradinnen. Außerdem habe ich es mir zur Angewohnheit gemacht, am Morgen Radio und darüber Nachrichten über das Internet zu hören, was zum Glück möglich war. Auch über das, was in meiner Uni und meiner Studienstadt passierte, wollte ich informiert bleiben. Dahingehend habe ich eine Mitarbeiterin meiner Universität in dieser Zeit sehr wertgeschätzt, die mehrmals in der Woche, manchmal auch am Tag, E-Mails mit aktuellen Projekten und Aktionen in der Umgebung meiner Uni verfasste und an alle meine Kommilitoninnen verschickte. Durch diese Nachrichten konnte ich mich bereits in Malaga für ein Praktikum sowie für weitere Veranstaltungen in Hildesheim anmelden, was mir ein sehr gutes Gefühl gab. Zuerst fühlte ich mich manchmal schlecht, da ich so viele deutsche Medien konsumierte, doch am Ende befreite ich mich von dem Druck, den ich mir selber machte und sah die positiven Seiten.

Autor: Enne  |  Rubrik: studium  |  Mar 31, 2020
Autor: Enne
Rubrik: studium
Mar 31, 2020

Studieren im Ausland

Ruhe

Meine morgendlichen Spaziergänge zum Meer werde ich wohl immer in Erinnerung behalten. Auch, wenn Málaga nicht sehr groß zu sein scheint, ist es doch eine ziemlich laute und belebte Stadt. Es gab für mich kaum Orte, an denen ich etwas Ruhe und Kraft schöpfen konnte. Wenn ich aber das ein oder andere Mal gegen kurz vor sieben Uhr das Haus verließ, erlebte ich eine ganz andere Seite dieser Stadt. Kaum ein Auto fuhr auf der Straße, nur wenige Menschen liefen mir über den Weg und auch die Busse waren weitestgehend leer. Es machte mir nie etwas aus, im Dunkeln meinen Weg zum Strand anzutreten. Es gab eine Straße, die vom berühmten Leuchtturm (La Farola) zur Anlegestelle der Kreuzfahrtschiffe führte. Noch bevor die Sonne am Himmel zu erahnen war, ging ich oft diese Straße entlang, entweder die Ruhe genießend, oder mit Musik oder einem Podcast in den Ohren. Je heller es dann wurde, desto mehr Jogger und Joggerinnen kamen mir entgegen. Neben der Straße waren einige große, quadratförmige Steine auf- und aneinander gestapelt, die aus dem Meer hinausragten. Am Abend standen auf diesen oft Fischer, am Morgen waren sie belagert von Katzen. Die zarten, hübschen Tiere versteckten sich den ganzen Tag zwischen den Steinen und kamen nur am Abend heraus. Ein unglaublich schönes Spektakel war es für mich auch immer, wenn die Wolken sich langsam lila färbten und ein riesiger Schwarm Möwen kreischend über mich hinweg zog. Sobald dann die Sonne am Horizont zu erahnen war, setzte ich mich an den Strand, lauschte den Wellen und ärgerte mich, dass ich es mir nicht direkt ansehen konnte, weil durch den Blick in die Sonne immer ein blinder Fleck in meinen Augen entstand. Oft setzte ich mich dann in ein Café am Hafen, um mir ein kleines Frühstück zu genehmigen. Sobald dann die Touristen gegen zehn Uhr ihren Weg ans Meer fanden, war ich entweder bereits zu Hause, in der Schule oder machte mich auf den Weg in die Stadt, um mir etwas anzusehen oder ein Museum zu besuchen. Die Momente am Strand haben mir oft viel Kraft gegeben sowie wundervolle Bilder im Kopf.

Autor: Enne  |  Rubrik: studium  |  Mar 19, 2020
Autor: Enne
Rubrik: studium
Mar 19, 2020