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Studieren im Ausland

Meine erste Woche in Malaga

Eindrucksvoll. Müsste ich ein Wort wählen, das meine erste Woche in Málaga am besten beschreibt, dann ist es eindrucksvoll – und zwar im wahrsten Sinne. Neues Land, neue Wohnung, neue Leute und das alles verbunden mit Gefühlen wie Heimweh, Angst, Aufregung und natürlich Freude. In so einer Situation sind sogar die banalsten Dinge eine Herausforderung. Ich musste mich orientieren, herausfinden, wo ich einkaufen gehen und Geld abheben kann und, wie ich mit dem Bus oder zu Fuß in das Zentrum der Stadt und natürlich auch zum Strand gelange. Neben all dem muss ich noch wichtige Sachen für meine Uni klären. Durch die vielen, neuen Eindrücke war jeder Tag ganz schön anstrengend und am Abend fiel ich erschöpft in mein Bett. Da aber im Süden auch im September noch sommerliche Temperaturen herrschen, war auch das Schlafen nicht so einfach für mich. Neben diesen alltäglichen Dingen wollte ich natürlich schnell Kontakt zu anderen Menschen aufbauen. Durch eine Organisation, die in Málaga Reisen für Erasmusstudentinnen organisiert, war ich in einer Whatsapp-Gruppe mit vielen anderen Studentinnen. Da ich besonders am Anfang ziemlich Heimweh hatte, fasste ich mir schnell ein Herz und schrieb in diese Whatsapp-Gruppe, wie ich mich fühle. Zu meiner Überraschung schrieben mir daraufhin ziemlich viele Leute, dass es ihnen ähnlich geht. Ich verabredete mich mit einem sehr netten Mädchen aus der Gruppe, wir tranken in der Stadt einen Kaffee, gingen danach an den Strand und redeten lange. An den Abenden ging ich ein paar Mal zu den Erasmustreffen, die ebenfalls von der Organisation veranstaltet wurden, wo ich noch andere Menschen kennenlernte. Neben diesen abendlichen Treffen fanden außerdem Tagesausflüge nach Sevilla und an den Rio Chillar statt, bei denen ich gegen eine Teilnahmegebühr mitmachte. Meine erste Woche war bereits sehr aufregend und vollgestopft und ich merkte schnell, dass ich mich oft körperlich und seelisch übernahm. Als dann mein Spanischsprachkurs begann, den ich mir als Vorbereitung für mein Studium organisiert hatte, habe ich durch die festen Unterrichtszeiten in einen relativ regelmäßigen Alltag gefunden, der mir beim Einleben geholfen hat. Und ich habe mir vorgenommen, mehr auf meinen Körper und seine Grenzen zu hören, denn neben all der Aufregung darf man sich nicht vergessen.

Autor: Enne  |  Rubrik: studium  |  Sep 25, 2019
Autor: Enne
Rubrik: studium
Sep 25, 2019

Studieren im Ausland

Heimweh und Einsamkeit

Endlich in Spanien! Endlich in Málaga! Mein Erasmussemester hat begonnen. Nach langer Vorbereitung bin ich in den Flieger gestiegen und habe mich auf den Weg in den Süden gemacht. Der Abschied war emotional, aber die Aufregung überwog und nachdem ich mitten in der Nacht landete, wachte ich am nächsten Morgen in meinem neuen Zimmer auf. Im 15. Stockwerk! An Einkaufen oder Koffer auspacken war für mich gar nicht zu denken, nachdem ich ausgeschlafen hatte, schnappte ich mir meinen Rucksack und machte mich auf, die Stadt zu erkunden. Ich lief Richtung Zentrum, überwältigt von den neuen Eindrücken, von der Hitze und dem Lärm auf den Straßen. Nachdem ich eine Weile gelaufen war, setzte ich mich in ein Café, um zu frühstücken und da passierte etwas Merkwürdiges: Nachdem ich meinen Rucksack abgenommen hatte und die Karte in den Händen hielt, fühlte ich mich irgendwie komisch. Ich versuchte es zu ignorieren und bestellte mir etwas, doch das half nicht. Ohne, dass ich etwas tun konnte, stiegen mir die Tränen in die Augen. Ich realisierte meine Situation. Ich war in einem anderen Land, tausend Kilometer von meinem Zuhause entfernt. Ich verstand nicht, was die Leute um mich herum sagten. Ich fühlte mich allein, ich fühlte mich einsam. Und ich begann mitten in dem Café, mitten in der Öffentlichkeit, unaufhaltsam zu weinen. Die ganze Aufregung der letzten Tage suchte ihren Weg nach draußen in Form von Tränen. Weinend saß ich also da und aß. Ich schrieb meiner besten Freundin, dass es mir nicht gut geht und sie rief mich sofort an. Ich bezahlte, setzte mich raus an einen ruhigeren Ort und sie tröstete mich am Telefon, bis ich mich wieder ein wenig besser fühlte. Nach dem Telefonat fasste ich mir ein Herz und schrieb in eine Erasmus-Whatsapp-Gruppe, ob sich jemand mit mir treffen möchte. Noch am Abend traf ich mich mit einem sehr netten Mädchen in einer Bar. Mir ging es besser, doch das Heimweh hielt noch eine Weile an und wird mich sicher immer mal wieder einholen. Mittlerweile habe ich jedoch verstanden, dass es vollkommen okay ist, sich einsam zu fühlen. Dieses Gefühl ist ein wichtiges Signal meines Körpers, dass ich mich um mich kümmern muss. Mir hat es sehr geholfen, mich anderen mitzuteilen, mit Leuten offen darüber zu reden und schöne Sachen zu unternehmen, doch ich habe auch Zeit für mich gebraucht, um meine neue Situation anzunehmen und zu lernen, mit mir alleine sein zu können. Und ich merke, ich bin bereits stärker geworden.

Autor: Enne  |  Rubrik: studium  |  Sep 20, 2019
Autor: Enne
Rubrik: studium
Sep 20, 2019

Studieren im Ausland

Die Haut ganz genau ins Auge fassen

Sorgfältig schauen wir uns die Wunden des Patienten an. Sie sind rötlich, teilweise nässend, teilweise trocken und übersäen den ganzen Körper. Der Patient leidet unter dem Juckreiz. Einige Medikamente wurden schon ausprobiert, manches brachte Erfolg, doch die Wunden kamen immer wieder. Es bleibt ein Rätsel.
Die Dermatologie, das medizinische Fachgebiet, das sich auf die Haut spezialisiert hat, ist ein breites, vielfältiges und auch herausforderndes Fach. So spannend es auch sein kann, so langweilig und monoton war leider der Kurs, den ich in Riga dazu belegt hatte.
Meistens hatten wir theoretischen Unterricht und gingen Krankheitsbilder durch. Selten haben wir Patienten gesehen.
Besonderes Durchhaltevermögen verlangte uns die Einheit zu sexuell übertragbaren Krankheiten ab. Doch deren Behandlung im Unterricht ist wichtig, da sie im Alltag eines Arztes häufig vorkommen – insbesondere, weil viele Menschen sich nicht davor schützen. In Lettland ist die Situation noch prekärer als in Deutschland. Lettland ist spürbar ärmer und die Krankenversorgung ist nicht so gut wie bei uns. Und auch die Aufklärungsarbeit hat erst in den letzten Jahren wirklich Fahrt aufgenommen.
Das führt dazu, dass sich Krankheiten finden lassen, die es in Deutschland kaum bis gar nicht gibt. So zum Beispiel Tuberkulose, die bei uns eine Seltenheit darstellt, aber in Lettland fast so gewöhnlich wie eine Lungenentzündung ist. Manche der anderen Erasmus-Studierenden hatten das Fach „Infektiöse Krankheiten“ und mussten für die Tuberkulose-Unterrichtseinheiten in ein spezielles außerhalb liegendes Krankenhaus fahren, in einem Bus voller kranker Menschen – ein Mundschutz war dabei ein Muss. Manche Krankheiten konnte man in fortgeschrittenen Stadien sehen, da sie nicht früh genug erkannt und behandelt wurden. Syphilis gehört dazu, aber auch andere Geschlechtskrankheiten, die nicht nur schmerzhaft sind, sondern auch gefährlich sein können.
Am Ende des Kurses hatte ich zumindest eine klare Erkenntnis: Dermatologe möchte ich nicht werden.

 

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  Aug 16, 2019
Autor: Thilo
Rubrik: studium
Aug 16, 2019