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Studieren im Ausland

Halloween in Málaga

Als Kind habe ich, wie wahrscheinlich viele andere Kinder auch, Halloween sehr gemocht. Ich habe mich nie sehr aufwendig verkleidet, aber es hat mir viel Spaß gemacht, um die Häuser zu ziehen und um Süßigkeiten zu bitten. Als ich dann älter wurde hatte ich eine Freundin, die bei sich immer eine Party organisiert hat, bei der es sehr leckere Kürbissuppe gab und bei der wir Spiele gespielt haben. In den letzten Jahren habe ich allerdings nichts Besonderes mehr zu Halloween gemacht. Es gab zwar einige Partys, zu denen ich hätte gehen können, aber oft fehlte mir einfach die Lust dazu. Hier in Málaga konnte ich Halloween jedoch nicht ausblenden, denn so viele Läden und Restaurants schmückten ausgiebig ihre Schaufenster und Räume, dass ich einfach in Gruselstimmung kommen musste. Am 31. Oktober traf ich mich dann am Abend mit ein paar Freundinnen und wir kostümierten uns bei einer Kommilitonin zu Hause. Da diese in der Schule lernte, wie man im Theater professionell schminkt, stand uns viel Material zur Verfügung, mit dem wir unsere Gesichter verwandeln konnten. Ich verkleidete mich als Raubkatze, trug „wild“ gemusterte Sachen und hatte Kunstblut in den Mundwinkeln. Als wir mit dem Schminken fertig waren, trafen wir uns mit anderen Erasmusstudentinnen und gingen in einen Club im Zentrum. Ich war überrascht, so viele aufwendig geschminkte und verkleidete Menschen in den Straßen zu sehen: die Stadt war voller Vampire, Hexen und anderer Kreaturen. Wir tanzten einige Stunden und hatten riesigen Spaß. Als unsere Füße wehtaten, wir aber noch keine Lust hatten, nach Hause zu gehen, ging es noch auf eine kleine „After Party“, die auf einer Dachterrasse stattfand. In Decken eingehüllt saßen wir dort und redeten miteinander bis die Sonne aufging. Ich weiß nicht, wie die Zeit so schnell vergehen konnte, aber gegen 8 Uhr am Morgen verabschiedeten wir uns alle voneinander und gingen nach Hause. Mein Tagesrhythmus war zwar nach diesem Erlebnis etwas durcheinander, aber ich hatte eine unglaublich schöne Nacht und werde mich wahrscheinlich noch oft daran erinnern.

Autor: Enne  |  Rubrik: studium  |  Nov 15, 2019

Studieren im Ausland

Sprachlos

Ich liebe es, mich über meine Sprache auszudrücken und mit anderen Menschen zu kommunizieren. Mir ist das auch noch nie sehr schwergefallen. Deswegen liebe ich auch das Theater, ich höre gerne anderen Menschen zu, lausche Geschichten und Stimmen. Ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, was passiert, wenn ich mich einmal nicht mehr so ungezwungen ausdrücken kann und ich meine Mitmenschen nicht mehr verstehe. Doch genau das ist nun auf einmal der Fall, denn oft reichen meine Spanischkenntnisse im Alltag nicht aus und ich habe Schwierigkeiten, alles zu verstehen und mich auszudrücken. Am Anfang war das ein großes Hindernis für mich, besonders im Unterricht an der Hochschule. Vor jedem Satz musste ich erstmal eine ganze Weile nachdenken, mich an die Zeitformen, an die Worte und die Aussprache erinnern. Und wenn sie mir dann einfielen, war es oft schon zu spät und meine Chance, etwas zum Gruppengespräch beizutragen, war verstrichen. Ich redete mir zudem oft ein, dass meine Mitschülerinnen eh nicht mit mir reden wollten, da es ihnen sicher zu anstrengend und zeitaufwendig war, mich zu verstehen. Ich schämte mich sehr und fragte mich oft, warum ich denn überhaupt nach Spanien gegangen bin. Ich begann erst umzudenken, als ich mich mit anderen Erasmusstudierenden austauschte und erfuhr, dass die meisten von ihnen nur Unterricht auf Englisch hatten. Viele drückten gegenüber mir ihre Bewunderung aus, wenn sie erfuhren, dass meine Fächer nur auf Spanisch unterrichtet wurden. Und ich begann immer mehr, mich nicht mehr dafür zu schämen, was ich nicht verstand, sondern stolz darauf zu sein, was ich verstand und dass ich die Möglichkeit nutzte, Spanisch zu lernen. Und zum Glück besteht das Theater ja nicht nur aus Sprache, sondern auch aus Gestik, Mimik, Musik und Tanz. Besonders die Unterrichtsstunden, in denen diese Disziplinen gefragt waren, gefielen mir deshalb sehr gut, denn dann konnte ich mich auf verschiedene Weise ausdrücken und mein Selbstbewusstsein in meiner Klasse immer weiter aufbauen. Ich versuchte, mir weniger Druck zu machen und mich über jeden Fortschritt zu freuen, oder wie meine Mitschülerinnen sagten: Poco a poco!

Autor: Enne  |  Rubrik: studium  |  Oct 30, 2019
Autor: Enne
Rubrik: studium
Oct 30, 2019

Studieren im Ausland

Die spanische Schauspielschule

So schnell vergeht die Zeit – die ersten Wochen an meiner neuen Hochschule sind schon wieder geschafft. Die Schule, die ich hier in Málaga besuche, bildet Schauspieler in den Bereichen Theater, Musical und Regie aus. Da wir in Spanien sind, findet natürlich mein gesamter Unterricht ebenfalls auf Spanisch statt. Am ersten Tag gab es eine Willkommensveranstaltung, bei der der Abschlussjahrgang eine Show auf der Bühne des hochschulinternen Theaters aufführte. Das Thema war Amerika: Alle zukünftigen Absolventen waren verkleidet. Seit dem ersten Tag bin ich vollkommen überwältigt von den ganzen neuen Eindrücken. Es war laut, bunt und alle redeten natürlich Spanisch! Ich musste mich, um meinen Stundenplan zu erhalten, am ersten Tag noch mit der Koordinatorin für Erasmusangelegenheiten an meiner Schule treffen. Ich fragte im Sekretariat nach, wo sich das Büro befindet. Da ich mit meinem Spanisch zu diesem Zeitpunkt natürlich noch sehr unsicher war, brachte ich nur sehr zögernd die Worte über die Lippen. Als mich die Sekretärin mit starkem andalusischem Akzent etwas fragte, verstand ich es nicht sofort. Daraufhin hakte sie verwundert nach, warum ich denn in Spanien sei, wenn ich doch nichts verstehen würde. Den ganzen Tag schwirrte diese Frage in meinem Kopf umher. Ich machte mir Vorwürfe und redete mir ein, dass sie doch Recht hatte. Es dauerte eine Weile bis ich feststellte, dass ich mich nicht verunsichern lassen will und auch nicht durfte. Ich dachte an den Fortschritt, den ich bereits während der ersten Wochen in Spanien gemacht hatte und wie stolz ich darauf sein kann. Der erste Tag kostete mich bereits sehr viel Kraft und die restliche erste Woche war dann nicht weniger aufregend. Denn ich lernte meine Klasse kennen, mit der ich die nächsten Monate Unterricht haben werde und ich traf das erste Mal meine Lehrer. In jeder Stunde musste ich aufs Neue erklären, wer ich war, wo ich herkam und warum ich nicht alles verstand. Immer wieder in meinem gebrochenen Spanisch zu reden, kostete mich viel Überwindung. Nachdem mich alle Lehrer kennengelernt haben, nahmen sie jedoch Rücksicht auf mich und erklärten manche Sachen zweimal. So langsam komm ich in meinem Alltag und in der Schule an.

Autor: Enne  |  Rubrik: orientieren  |  Oct 18, 2019
Autor: Enne
Rubrik: orientieren
Oct 18, 2019