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USA

Ich bin doch nicht blöd!

Autor:
Katharina

Rubrik:
studium

01.03.2010

Okay, blöd ist bestimmt keiner in dem Kurs, aber genauso fühle ich mich in meiner Writing-Class. Warum? Weil ich den Fehler gemacht habe, mich in diesen Kurs einzuschreiben, denn er ist ausschließlich für internationale Studenten. Am liebsten würde ihn „droppen“ beziehungsweise wechseln, aber dafür ist es jetzt, drei Wochen nach Semesterbeginn, leider schon zu spät.

Warum ich diesen Kurs gewählt habe und warum er meinen Erwartungen nicht entspricht? Nun ja, ich dachte einfach, ich würde die eine oder andere Freundschaft mit jemanden schließen können, der nicht nur auf meiner Wellenlänge ist, sondern sich auch in der Situation befindet, in einem fremden Land zu sein. Schließlich hat Mariola, die Polin, mit der ich mich im letzten Semester sehr angefreundet habe, das College letztes Jahr beendet.

In diesem Kurs jedoch fühle ich mich ein wenig unwohl, denn ich bin dort die einzige West-Europäerin. Ungefähr 95 Prozent kommen aus Asien! Warum das ein Problem für mich ist? Weil die asiatischen Studenten nur Augen für sich haben und sich nicht wirklich mit den Mitschülern, die eine andere Kultur haben, unterhalten. Somit sitze ich also in einer Ecke und folge dem Unterricht ohne Aussicht auf Besserung, was die Grüppchenbildung angeht. Dazu kommt noch, dass sehr viel Zeit im Unterricht für Wort-Erklärungen verloren geht und ich mich dadurch wirklich ein wenig dumm vorkomme.

Um ehrlich zu sein, durch diesen Kurs wird mir wirklich bewusst, wie schwer es ist, Ausländer in einem fremden Land zu sein, wenn es um das eigene Selbstwertgefühl geht. Bislang hatte ich damit eigentlich keine Probleme, aber jetzt merke ich, dass man von vielen einfach so behandelt wird, als hätte man von gar nichts eine Ahnung, weil man eine andere Muttersprache hat. Genau dieses Gefühl wird von meinem Lehrer auch unterstützt, indem er jedes Wort, das kompliziert klingt, an die Tafel schreibt. Na, das kann ja heiter werden ...

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