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Studieren in den USA

Wieviel ist mein USA-Studium eigentlich wert?

Mindestens drei Semester am Community College habe ich noch vor mir, dennoch versuche ich bereits für die Zeit danach zu planen. Um ganz ehrlich zu sein, mir sagt mein Herz zurzeit folgendes: Geh zurück nach Deutschland und bewirb dich entweder an einer Uni oder versuche dein Glück gleich mit einer Bewerbung um ein Praktikum bei den Medienanstalten.

Aber wie sehen meine Chancen nach meinem Abschluss am Community College aus? Was für einen Abschluss habe ich dann und was ist dieser in Deutschland wert? An einem Community College erreicht man das „Associate Degree“, mit dem man in der Regel auf ein College wechselt, um dort den Bachelor in seinem Major (Hauptfach) zu bekommen. Schließlich wissen die meisten Studenten, dass man mit einem „Associate Degree“ in den USA nicht sehr weit kommt.

Aber auch in Deutschland bringt mir dieser Abschluss nicht viel, denn er wird von den deutschen Behörden nicht anerkannt! Würde ich aber noch den Bachelor draufsetzen, bräuchte ich mir um die Anerkennung keine Sorgen zu machen und könnte mich sowohl in den USA, als auch in Deutschland stolz Journalistin nennen. Eigentlich schwanke ich auch immer noch zwischen Bachelor in den USA machen oder lieber in der Heimat.

Was soll ich also tun? In ein paar Monaten müsste ich mir darüber bereits ernsthafte Gedanken machen, während ich das im Moment eher vermeiden will. Aber ich weiß, dass diese Entscheidung auf mich zukommt. Doch da ist nicht nur die Frage, „wo will ich die nächsten Jahre meines Lebens verbringen?“, sondern auch die Frage des Geldes zu klären. Denn mein „Transfer-College“, auf dem ich den Bachelor machen würde, kostet ungefähr 20.000 Dollar pro Jahr und möchte ich, dass das meine Gastmutter bezahlt? Sie hat es mir angeboten, aber ich fühle mich bei dem Gedanken sehr schlecht und müsste mir das ganz genau überlegen...

Autor: Katharina  |  Rubrik: studium  |  Mar 17, 2010
Autor: Katharina
Rubrik: studium
Mar 17, 2010

USA

Ehren-Studentin ... yeah!

Vor kurzem habe ich einen Brief von meinem College erhalten und dessen Inhalt hat mich doch glatt vom Hocker gerissen: Ich bin drauf! Wo drauf? Auf der „Honor’s List“ für das vergangene Semester.

Jedes amerikanische College veröffentlicht nach einem abgeschlossen Semester seine eigene „Honor’s List“ und zeichnet damit die Studenten aus, die besonders herausragende Leistungen erbracht haben. Die Leistungen müssen einem GPA von mindestens 3.50 entsprechen. Da mein „Grade Point Average“ bei 3.941 liegt, habe ich es also locker auf die begehrte Liste geschafft. Der GPA ist dem deutschen Notendurchschnitt gleichzusetzen. Während jedoch in Deutschland gilt: Je niedriger der Notendurchschnitt desto erfolgreicher der Schüler, ist es in Amerika umgekehrt.

Da ich mich jetzt bereits in meinem zweiten Semester befinde, spornt mich das natürlich umso mehr an, wieder mit guten Noten zu glänzen, um es auch in diesem Semester auf die begehrte Liste zu schaffen. „Psychology“ und „Radio- and Television Broadcasting“ sind nur zwei meiner vier Kurse und auch die anderen beiden, „English Composition“ und „Introduction to Cinema“, klingen so interessant, dass mir das Lernen sicher nicht allzu schwer fallen wird. Im Gegenteil: Ich habe erfahren, dass ich in zwei der Kurse weder ein „Mid-Term“- noch ein „Final-Exam“ schreiben muss. Somit erspare ich mir eine Menge Arbeit, auch wenn stattdessen mehrere umfangreiche „Paper“ anstehen. Aber ich freue mich schon darauf, diese zu schreiben, schließlich ist genau dies meine absolute Leidenschaft: Schreiben, schreiben, schreiben.

Anyway, auch dieses Semester werde ich mein Bestes tun, um meinen GPA zu halten und meinen Platz auf der Liste zu verteidigen. Drückt mir die Daumen!

Autor: Katharina  |  Rubrik: studium  |  Mar 8, 2010
Autor: Katharina
Rubrik: studium
Mar 8, 2010

USA

Ich bin doch nicht blöd!

Okay, blöd ist bestimmt keiner in dem Kurs, aber genauso fühle ich mich in meiner Writing-Class. Warum? Weil ich den Fehler gemacht habe, mich in diesen Kurs einzuschreiben, denn er ist ausschließlich für internationale Studenten. Am liebsten würde ihn „droppen“ beziehungsweise wechseln, aber dafür ist es jetzt, drei Wochen nach Semesterbeginn, leider schon zu spät.

Warum ich diesen Kurs gewählt habe und warum er meinen Erwartungen nicht entspricht? Nun ja, ich dachte einfach, ich würde die eine oder andere Freundschaft mit jemanden schließen können, der nicht nur auf meiner Wellenlänge ist, sondern sich auch in der Situation befindet, in einem fremden Land zu sein. Schließlich hat Mariola, die Polin, mit der ich mich im letzten Semester sehr angefreundet habe, das College letztes Jahr beendet.

In diesem Kurs jedoch fühle ich mich ein wenig unwohl, denn ich bin dort die einzige West-Europäerin. Ungefähr 95 Prozent kommen aus Asien! Warum das ein Problem für mich ist? Weil die asiatischen Studenten nur Augen für sich haben und sich nicht wirklich mit den Mitschülern, die eine andere Kultur haben, unterhalten. Somit sitze ich also in einer Ecke und folge dem Unterricht ohne Aussicht auf Besserung, was die Grüppchenbildung angeht. Dazu kommt noch, dass sehr viel Zeit im Unterricht für Wort-Erklärungen verloren geht und ich mich dadurch wirklich ein wenig dumm vorkomme.

Um ehrlich zu sein, durch diesen Kurs wird mir wirklich bewusst, wie schwer es ist, Ausländer in einem fremden Land zu sein, wenn es um das eigene Selbstwertgefühl geht. Bislang hatte ich damit eigentlich keine Probleme, aber jetzt merke ich, dass man von vielen einfach so behandelt wird, als hätte man von gar nichts eine Ahnung, weil man eine andere Muttersprache hat. Genau dieses Gefühl wird von meinem Lehrer auch unterstützt, indem er jedes Wort, das kompliziert klingt, an die Tafel schreibt. Na, das kann ja heiter werden ...

Autor: Katharina  |  Rubrik: studium  |  Mar 1, 2010
Autor: Katharina
Rubrik: studium
Mar 1, 2010