interaktiv

USA

Amerikanische Offenheit

Autor:

Rubrik:
studium

02.04.2008

Dutzende Male ist es mir schon passiert, dass ich - sei es auf der Straße, im Cafe, im Fitnesscenter, im Restaurant und natürlich auf dem Campus - jemanden einen Augenblick länger als gewöhnlich angeschaut habe und der Mann, die Frau, das Mädchen oder der Junge mich angesprochen haben, freundlich, neugierig, verwundert. Schnell entfaltete sich ein kleines Gespräch. Natürlich hörte mein Gegenüber sehr bald, dass ich nicht von hier bin und dann kommt die Frage: „Where are you from?" Meine Antwort ist immer dieselbe: „Take a guess!" Oft werde ich dann gebeten noch etwas mehr zu sprechen, damit sie meine Herkunft am Akzent erkennen, nicht selten klappt das auch. Doch meistens liegen sie beim ersten Versuch daneben. Wenn mein Gegenüber auf Russland tippt, geht es meiner Meinung nach mehr nach dem Aussehen, weniger nach dem Akzent. Sonst fallen vielen erst einmal alle Nachbarländer zu Deutschland ein - Schweiz, Frankreich, Dänemark, Niederlande. Manche hören auch heraus, dass ich ein paar Worte in britischem Englisch ausspreche und raten dann Schottland.

Dann erzählen sie von sich selber, dass ihre Vorfahren aus Italien, Deutschland, Polen, Irland, etc. sind und dass sie unbedingt mal das Land ihrer Vorfahren besuchen wollen. Oder, wenn sie schon dort waren, beeindruckt waren, wie ihr eigenes Aussehen tatsächlich Ähnlichkeiten mit den Heimischen aufweist. Eine Künstlerin - ihre Wahrnehmung ist sicher besonders geschult - erzählte mir, dass sie, als sie nach Italien - ins Land ihrer Vorfahren - fuhr, überrascht war, wie italienisch sie aussieht. Aber auch, dass ihr erst dort aufgefallen ist, wie heterogen Amerika ist.

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