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Studieren im Ausland

Luftanhalten am anderen Ende der Welt (1)

Im Vergleich zur großen weiten Welt ist man selbst nur ein Sandkorn. Ein Grund, weshlab ich schon vor meinem Zivildienst angedacht hatte, vor Studienbeginn nochmals ins Ausland zu gehen. An dem Tag, als ein Brief bei mir ins Haus flatterte, auf dem das Gerücht bestätigt wurde, dass ich nur noch sechs Monate abzuleisten hätte, verfestigete sich der Plan. Drei Monate mehr Zeit: Das erhöhte das Potenzial meiner Reise umso mehr. Also fing ich mit der Planung an. Europa und Nordamerika sollten später kommen, die Südsee, Australien und Asien schwirrten in meinem Kopf herum. Auf jeden Fall musste ein „Around the World”-Ticket her. Ich dachte daran, Freunde in Südamerika zu besuchen, mich in Neuseeland oder Australien freiwillig zu melden oder zu woofen und auch dort Freunde zu besuchen. In Singapur hätte ich auch noch Unterschlupf gefunden und im Sommer wäre auch ein Kumpel wieder bei seiner ehemaligen Gastfamilie in Thailand gewesen. Und vielleicht hätte es sogar noch nach China gereicht.

Ganz unerwartet kehrte dann eine Freundin von der Osterinsel zurück und erzählte mir von ihren Plänen, dorthin zurückkehren und sich eine Hütte zu bauen. Ich könnte ihr ja helfen, sozusagen bei ihr woofen. Noch ein Puzzlestück mehr: Deutschland, Argentinien, Chile, die Osterinsel, Tahiti, Neuseeland, Australien, Singapur, Thailand, Kambodscha, Borneo; mittlerweile hatte ich so viele Anlaufstellen, dass mein Zeitplan, den ich mir im Reisebüro habe geben lassen, doch immer knapper wurde.

Irgendwie sollte ich mir doch einen Überblick verschaffen, bevor ich meine Reisen intensiviere, oder etwa nicht? Sollte ich nicht mal im Luxushotel, im Zelt, unter freiem Himmel oder auf hartem Boden geschlafen haben? Und das auch noch in verschiedenen Ländern? Klar, da wären auch Praktika, die ich machen könnte, manche sogar dringend notwendig für Studiengänge, für dich ich mich dann eben vom anderen Ende der Welt aus beworben hätte. Und natürlich das Geld. Sollte ich alles ausgeben, was ich mir bis jetzt fürs Studium angespart hatte?

 

(Anm. d. Red.: Beim „woofen“ erhält man gegen Arbeitseinsatz auf einer Farm kostenlose Unterkunft und Verpflegung.)

Autor: Manuel  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Feb 22, 2011
Autor: Manuel
Rubrik: auszeit nach dem abi
Feb 22, 2011

Studieren im Ausland

Der Schneeteufel schliesst die Schule

… Und alle freuen sich! Ja, so ein Snow Day ist hier in den USA nichts besonderes. Wenn das Wetter verrückt spielt, dann geht hier gar nichts mehr. So hatte ich letzte Woche das „Glück“, dass mein College geschlossen war, zumindest für einen Tag. Schade, ausgerechnet meine TV class fiel aus. Ich hatte mich eigentlich schon auf diese Veranstaltung gefreut, schliesslich bin ich gespannt, welche bekannten Gesichter ich dort wiedersehen werde. Ich bin sicher, mindestens einen der Studenten, mit denen ich auch schon im letzten Semester zusammen meine TV class belegte, werde ich auch in diesem Semester antreffen. Normalerweise verliert man sich leider sehr schnell aus den Augen, sobald ein Semester vorbei ist und man im darauf folgenden andere Kurse belegt. Na ja, durch den Snow Day werde ich das erst diese Woche herausfinden.

Während der liebe Schnee mein College außer Gefecht gesetzt hatte, mussten meine Jungs jedoch zur Schule. Das hatte aber auch seinen guten Grund: Fällt die Schule eine bestimmte Anzahl von Tagen aus, müssen diese nachgeholt werden, was die Sommerferien verkürzen würde. Diese Regel gibt es aber für mein College nicht. Wie auch immer, der Einfluss des Wetters hier in den Staaten ist in keinem Fall derselbe wie in good old Germany. Während ich es in Deutschland noch nicht erlebt habe, dass der Unterricht wegen Schneefall ausfällt, ist dieses hier in Amerika Gang und Gäbe. Lehrer in Amerika sollte man sein.

Autor: Katharina  |  Rubrik: studium  |  Feb 18, 2011
Autor: Katharina
Rubrik: studium
Feb 18, 2011

Studieren im Ausland

Teeziehzeit überziehen mögen die Engländer gar nicht

Zwei Tage später war ich dann wieder in der Schule. Von meinem Lehrer gab es bisher weder eine Rückmeldung, noch ein Konzept oder andere Tipps und Anregungen. Immerhin hatte ich auf UCAS.com viele Informationen gefunden, sodass ich merkte, dass das per Post schicken erst später kommen wird. Denn die erste Auswahlrunde für jeden Studiengang in Großbritannien läuft immer über den „Universities & Colleges Admissions Service“.

Mein Englischlehrer wiederum fasste sich im Vorbeigehen ein weiteres Mal kurz und versicherte mir, dass er sich schnellstens darum kümmern werde. Als müsste ich mir es von ihm schriftlich geben lassen, dass er mir hilft. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Zum Glück verbrachte ich noch einige Stunden quatschend mit immer neuen Leuten vor dem schwarzen Brett. Denn so traf ich auch noch meinen Oberstufentutor, dem ich ebenfalls von meinem Vorhaben erzählte, was sich als ein Wink des Schicksals herausstellen sollte.

Freitag – noch einen Tag bis zur Deadline. Von meinem Englischlehrer? Richtig: Kein Lebenszeichen. Zum Glück kam dann doch noch eine E-Mail von ihm, dass er jetzt erst heimgekommen und korrigierend über ein paar Arbeiten sitzen würde, dann aber die Referenz gerne in Angriff nehmen würde. Und tatsächlich war sie am Samstag in meinem elektronischen Briefkasten. Das Problem war nur, dass er mithilfe eines Zugangscodes die Referenz unabhängig von mir hätte hoch laden müssen, sodass ich genauso weit wie vorher war. Denn erst wenn die Referenz eingegangen ist, kann man die Gebühren für die Bewerbung bezahlen. Ja, selbst das Bewerben kostet in England schon elf Pfund, bei mehreren Studienfächern 21 Pfund. Nicht die Welt, doch ist Papas Plastikkärtchen wirklich so schnell, dass bis 23:59 Uhr CET der Geldtransfer vollbracht und damit die Bewerbung angenommen wird?

In einer Welt voller Kreditkarten, in der ich noch nicht angekommen bin, ist laut Fernsehwerbungen ja alles möglich. Auch über seine Bedürfnisse leben. Als dann abends das OK von UCAS kam und ich um Papas Kreditkarte bat, war ich schon etwas nervös, aber alles klappte. Tja, der Stress der letzten Tage war wohl echt unbezahlbar. Und ja, für alles andere und Dinge in der letzten Minute gibt es ... na, ihr wisst schon: Mastercard.

Autor: Manuel  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Feb 16, 2011
Autor: Manuel
Rubrik: auszeit nach dem abi
Feb 16, 2011