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USA

Tausend Gesichter

Vor ein paar Tagen schlug ich die Zeitung auf und ich sah vor mir lauter kleine Fotos. Fotos von Leuten in meinem Alter, die meisten junge Männer, aber auch ein paar Frauen. Auf der nächsten Seite das Gleiche, und auf den nächsten beiden noch mehr Fotos. Tausend Gesichter, Gesichter der letzten tausend US-Soldaten, die im Irak gefallen sind. Ich bin 21 und studiere hier ein Jahr in Philadelphia. Einige der Gefallenen waren erst 19, die meisten Mitte Zwanzig.

Als ich in den Osterferien nach Boston flog, sprach ich, auf mein Flugzeug wartend, mit zwei Soldaten. Sie waren auf dem Weg nach Bagdad. Ich fragte einen, ob er aufgeregt sei. Und die Antwort war: "Nein, gespannt, nein, ich habe bloß Angst." Jetzt sind die beiden sicher schon dort.

Warum gingen sie dorthin? Des Geldes wegen, war die Antwort. Der eine ist verheiratet und hat zwei Kinder. Bleibt er hier verdient er 3.500 Dollar im Monat, geht er in den Irak mehr als doppelt soviel, steuerfrei.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Apr 10, 2008
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Rubrik: studium
Apr 10, 2008

USA

Amerikanische Offenheit

Dutzende Male ist es mir schon passiert, dass ich - sei es auf der Straße, im Cafe, im Fitnesscenter, im Restaurant und natürlich auf dem Campus - jemanden einen Augenblick länger als gewöhnlich angeschaut habe und der Mann, die Frau, das Mädchen oder der Junge mich angesprochen haben, freundlich, neugierig, verwundert. Schnell entfaltete sich ein kleines Gespräch. Natürlich hörte mein Gegenüber sehr bald, dass ich nicht von hier bin und dann kommt die Frage: „Where are you from?" Meine Antwort ist immer dieselbe: „Take a guess!" Oft werde ich dann gebeten noch etwas mehr zu sprechen, damit sie meine Herkunft am Akzent erkennen, nicht selten klappt das auch. Doch meistens liegen sie beim ersten Versuch daneben. Wenn mein Gegenüber auf Russland tippt, geht es meiner Meinung nach mehr nach dem Aussehen, weniger nach dem Akzent. Sonst fallen vielen erst einmal alle Nachbarländer zu Deutschland ein - Schweiz, Frankreich, Dänemark, Niederlande. Manche hören auch heraus, dass ich ein paar Worte in britischem Englisch ausspreche und raten dann Schottland.

Dann erzählen sie von sich selber, dass ihre Vorfahren aus Italien, Deutschland, Polen, Irland, etc. sind und dass sie unbedingt mal das Land ihrer Vorfahren besuchen wollen. Oder, wenn sie schon dort waren, beeindruckt waren, wie ihr eigenes Aussehen tatsächlich Ähnlichkeiten mit den Heimischen aufweist. Eine Künstlerin - ihre Wahrnehmung ist sicher besonders geschult - erzählte mir, dass sie, als sie nach Italien - ins Land ihrer Vorfahren - fuhr, überrascht war, wie italienisch sie aussieht. Aber auch, dass ihr erst dort aufgefallen ist, wie heterogen Amerika ist.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Apr 2, 2008
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Apr 2, 2008

USA

Osterferien

Vor einer Woche hatte ich meine letzte Vorlesung - über die Rekonzeptualisierung der Kindheit in der Aufklärung - nun sind Osterferien. Wer am Geld knappst, hat nun ein bißchen mehr Zeit für seinen Nebenjob. Wem das nicht so wichtig ist, der flog mit Freunden nach Florida - Sonne tanken, am Strand liegen, Party machen etc. Dort unten, nicht weit von Disney Land erholt sich die ganze Ostküste von Winterkälte und schlechtem Wetter.

Ich hingegen folgte der Einladung eines Geschichtsprofessors ins noch winterliche Boston - eine Stadt, die in ihrer backsteingeprägten Architektur sehr britisch wirkt und für ihre Universitätskultur bekannt ist. Ich half dem Professor mit seiner Internetseite, die er für seine Studierenden einrichtet. Er zeigte mir die außerordentliche Bibliothek der Universität Harvard, eine Uni, die zu den besten der Welt gehört, auch aufrgund von großzügigen Spenden. Dass Bildung in einer Dienstleistungsgesellschaft wichtig ist, hat man an den großen privaten Hochschulen in den USA scheinbar am Besten begriffen und umgesetzt.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Mar 25, 2008
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Rubrik: studium
Mar 25, 2008