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USA

Politik aus der Nähe

Autor:

Rubrik:
studium

17.04.2008

Gestern Abend hatte ich Gelegenheit US-Politik aus der Nähe zu erfahren. Der letzten Oktober gewählte Bürgermeister von Philadelphia, Michael Nutter - ein Afroamerikaner - und ein Senator kamen in einem Klubhaus nicht weit von meiner Wohnung zusammen und debattierten über die Kandidatur von Barack Obama und Hillary Clinton. Ich ging zusammen mit zwei befreundeten Kommilitonen (ein Amerikaner und ein Bolivianer) dort hin. An der Straße schwenkten Anhänger beider Fraktionen ihre Schilder und die vorbeifahrenden Autos hupten im Takt. Da wir rechtzeitig ankamen fanden wir noch einen Platz in der ersten Reihe, direkt vor dem Podium. Insgesamt war die Stimmung recht familiär und heiter.

Natürlich kamen nur Demokraten zu diesem Treffen. Das liegt daran, dass nun einmal 90 Prozent der Bewohner dieses Stadtteils Demokraten sind und es um den Wahlkampf innerhalb der Partei ging.

Keineswegs abgehoben waren die beiden. Sie gaben sich Mühe die Fragen der Gäste zu beantworten. Anhänger Obamas vergleichen ihn mit Kennedy. Er wäre der erste liberale Präsident seit Kennedy. Hillarys Befürworter waren meist mit ihrem Ehemann sehr zufrieden und sehen in ihr die Repräsentantin des Bürgertums und der Frauen. Obama ist der wohl intellektuellere, der viele Randgruppen anspricht.

Manchen wird der Wahlkampf jetzt schon zu viel, dabei hat er noch gar nicht richtig angefangen: Die Wahlen sind erst im November. Im Moment streiten sich die Demokraten immer noch, wen sie ins Rennen schicken sollen.

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