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USA

Über das Bloggen

Blogger ist heute schon fast ein richtiger Beruf. Das Internet - wo Nachrichten simultan übertragen werden und viele Leute täglich Stunden verbringen - will gefüttert werden und zwar sieben Tage die Woche, 24 Stunden lang. Richtig bewusst wurde mir das erst, als ich von zwei Fällen, in welchen zwei Blogger in Kalifornien an einem Herzinfarkt starben, las.

Seit Oktober blogge ich aus den USA für abi.de. Wie ich dazu gekommen bin? Eine Kette unglaublicher Zufälle, Reisen, und meine Liebe waren die Hauptgründe. Nun ist es eine Weile her, dass ich richtig Deutsch gesprochen habe, mal mit Freunden und Familie am Telefon, aber sonst nur Englisch - sprechen, denken, schreiben. Irgendwie macht sich das auch in meiner Muttersprache bemerkbar. Ab und an fällt mir das deutsche Pendant zu einem englischen Wort einfach nicht mehr ein und immer wieder schummelt sich die englische Grammatik in mein Schreiben - zum Beispiel in Form einer Redewendung, die sich nicht ins Deutsche übersetzen lässt. Das Gleiche ist mir passiert, als ich als mit 16 Jahren als Austauschschüler für ein Jahr in Frankreich lebte. Mein Deutschlehrer schien, nach meiner Rückkehr nach Deutschland, ob gewisser Fehler meinerseits verärgert, Freunde aber stellten es bloß mit einem Schmunzeln fest.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  May 21, 2008
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May 21, 2008

USA

Wie Whoopi Goldberg

Diesen Sonntag nahm John, ein guter Freund und Kommilitone, mich mal mit zu seiner Kirche; er hatte mir schon so oft davon erzählt. Ich bin in einem anderen Land, einer anderen Kultur, und warum soll man nicht die Gelegenheit nutzen was Neues kennen zu lernen. "First United Methodist Church of Germantown" heißt die Kirche. Hier in den USA herrscht eine ausgesprochene Diversität an Religionen und Konfessionen. In meiner Nachbarschaft sind Unitaristen, Presbyterianer, Baptisten, Anglikaner, Quäker, Evangelisten, Katholiken und eine Synagoge ist auch in der Nähe.

Seit sie einen neuen Pastor haben, sagt John, habe sich alles gewandelt. Früher sei es stocksteif gewesen, erzählte er mir und heute sei es ganz anders. Die von damals kämen nicht mehr, weil der Pastor sehr offen ist. Wir besuchten nicht den Gottesdienst sondern eine Choraufführung. Doch was für ein Chor! Ein Ghospelchor wie ich es nur von Hollywood Filmen kannte. Da gab es mal einen Film mit Whoopi Goldberg als Nonne. Und so wie in dem Film ging es auch da ab. Die Solisten schienen die Welt um sich zu vergessen und tanzten und stampften und jauchzten und klatschten. Ein Klavier und ein Schlagzeug begleiteten den beeindruckenden und tief emotionalen Gesang. Der Chorleiter forderte uns alle auf mitzuklatschen und mitzuschwingen, und das taten wir nach kurzem Zögern auch.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  May 16, 2008
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May 16, 2008

USA

Studieren kreuz und quer

Wer hier in den USA studiert, muss als Freshman - so heißt man im ersten Jahr - viele Kurse belegen, die mit dem eigentlichen Studienfach nichts zu tun haben. Das liegt zum Teil daran, dass der High School Abschluss mehr mit einem Realschulabschluss zu vergleichen ist. Wer eine mit dem Abitur vergleichbare Ausbildung haben will, muss also aufs College gehen und dort erstmal eine gewisse Allgemeinbildung erlangen. Mein Abitur hat man hier als High School plus zwei Jahre College bewertet, 'associate degree' heißt das dann. Anstelle von vier Jahren für einen Bachelor bräuchte ich also nur zwei. Meine amerikanischen Freunde erzählten mir, dass sie als Freshman aus einer Reihe von Kursen wie 'Globalisierung', 'intellektuelles Kulturerbe', 'Fotografie', 'Botanik', 'Französisch', etc. etwas auswählen mussten. Einer erzählte mir, er habe eigentlich Mathematik studiert, aber unter anderem auch einen Kurs in Kunstgeschichte belegt, ein Anwalt hat erst einen Master in Geschichte und ein Psychologieprofessor einen Bachelor in Mathematik gemacht. Philosophie soll eine gute Vorbereitung für Jura sein.

Eine Frau, die vor 40 Jahren aus der Schweiz hierher kam, fragte mich, ob es einem in Deutschland immer noch so 'elend schwer' gemacht werde, von einem Studienfach auf das andere umzusatteln. Da ich noch gar nicht in Deutschland studiert habe, kann ich das nicht richtig beurteilen. Mein Eindruck ist jedoch, dass es ein Vorteil des Bachelor-Master Systems ist, dass man in Deutschland nach drei Jahren Studium nicht mit nichts dasteht.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  May 9, 2008
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May 9, 2008