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USA

Studieren kreuz und quer

Autor:

Rubrik:
studium

09.05.2008

Wer hier in den USA studiert, muss als Freshman - so heißt man im ersten Jahr - viele Kurse belegen, die mit dem eigentlichen Studienfach nichts zu tun haben. Das liegt zum Teil daran, dass der High School Abschluss mehr mit einem Realschulabschluss zu vergleichen ist. Wer eine mit dem Abitur vergleichbare Ausbildung haben will, muss also aufs College gehen und dort erstmal eine gewisse Allgemeinbildung erlangen. Mein Abitur hat man hier als High School plus zwei Jahre College bewertet, 'associate degree' heißt das dann. Anstelle von vier Jahren für einen Bachelor bräuchte ich also nur zwei. Meine amerikanischen Freunde erzählten mir, dass sie als Freshman aus einer Reihe von Kursen wie 'Globalisierung', 'intellektuelles Kulturerbe', 'Fotografie', 'Botanik', 'Französisch', etc. etwas auswählen mussten. Einer erzählte mir, er habe eigentlich Mathematik studiert, aber unter anderem auch einen Kurs in Kunstgeschichte belegt, ein Anwalt hat erst einen Master in Geschichte und ein Psychologieprofessor einen Bachelor in Mathematik gemacht. Philosophie soll eine gute Vorbereitung für Jura sein.

Eine Frau, die vor 40 Jahren aus der Schweiz hierher kam, fragte mich, ob es einem in Deutschland immer noch so 'elend schwer' gemacht werde, von einem Studienfach auf das andere umzusatteln. Da ich noch gar nicht in Deutschland studiert habe, kann ich das nicht richtig beurteilen. Mein Eindruck ist jedoch, dass es ein Vorteil des Bachelor-Master Systems ist, dass man in Deutschland nach drei Jahren Studium nicht mit nichts dasteht.

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