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Studieren im Ausland

Mit Chancen praktisch gleich Null

Autor:
Esther

Rubrik:
studium

18.04.2012

Der nächste Schritt war die Bewerbung. Allerdings erwies es sich als gar nicht so einfach, herauszufinden, bei wem und mit welchen Unterlagen ich mich bewerben musste.

Nachdem ich von unserem Fachbetreuer ins akademische Auslandsamt geschickt worden war und mir die Brasilienbeauftragte dort erklärt hatte, dass sie für jede brasilianische Universität zuständig ist, außer für die UFC in Fortaleza. Ein ganz bestimmtes Abkommen zwischen der Uni Köln und der UFC war die Ursache, deshalb empfahl sie mir, mich an den Lektor des Portugiesisch-Brasilianischen Instituts zu wenden.

Als ich dort ankam, kam jedoch die große Ernüchterung: Der Lektor erklärte mir, dass das Stipendium eigentlich nur für Portugiesisch-Studenten sei. Da ich jedoch Regionalstudien Lateinamerika mit Schwerpunktsprache Spanisch studierte, seien meine Chancen praktisch gleich Null. Allerdings könne ich mich auch unabhängig vom Stipendium für einen Studienplatz in Fortaleza bewerben, fügte er hinzu.

Als er jedoch hörte, dass ich erst vor einem Semester angefangen habe, Portugiesisch zu lernen, war er überhaupt nicht begeistert: „Man braucht mindestens das Niveau des Oberkurses, um in Brasilien zu studieren. Sie haben gerade erst den Basiskurs abgeschlossen.“ Ich versuchte, ihm zu erklären, dass ich alles dransetzen würde, um innerhalb dieses Semesters dieses Niveau zu erreichen. Doch er blieb skeptisch. Zum Schluss verabschiedete er mich mit den Worten „Nun ja, Sie können es ja mal versuchen, aber eigentlich geht das nicht“ und drückte mir den Zettel in die Hand, auf dem alle erforderlichen Bewerbungsunterlagen genannt wurden.

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