interaktiv

Studieren im Ausland

Ob Politiker oder Chefredakteur

Autor:
Manuel

Rubrik:
studium

06.03.2013

Klipp und klar: Ich bin ein Vertreter der Meinungs- und Pressefreiheit und weiß gute Berichterstattung zu schätzen. Ich bin auch politisch interessiert und schaue manchmal mit besorgten Augen nach Berlin oder Brüssel. Aus eigener Erfahrung, ob in punkto fragwürdiger Umgang mit Schülermehrheiten in der SMV (Schülermitverwaltung) oder gefühlter Zensur in der Schülerzeitung, weiß ich, wie wichtig es ist, dass Schüler mitgestalten, sich engagieren und partizipieren. Gleichzeitig habe ich aber auch gelernt, dass sich der Aufwand oftmals nicht lohnt. Nun kämpft eine Kommilitonin von mir als Chefredakteurin des „The Student“ für Aufklärung, weil EUSA (Edinburgh University Student Association) eine Ausgabe zensieren ließ. Sie wurde dabei schon vom Guardian zitiert und meint: „Das verschafft mir später auf jeden Fall einen Job im Journalismus“.

Ein weiteres Beispiel ist mein Kommilitone Alex, der als Vizepräsident für wissenschaftliche Angelegenheiten kandidiert. Sollte er die Wahl gewinnen, wird er ein Jahr als bezahlter Studentenvertreter versuchen die Studienbedingungen zu verbessern. Dafür ist sein Alltag aber von nichts anderem bestimmt. Kampagne hier, Vision dort und alles bitte streng geheim halten, dass ja kein Mitstreiter einen Vorteil daraus ziehen kann. Wer später in die Politik oder in den Journalismus will, muss wohl oder übel diese Strukturen durchlaufen. Einerseits gehört es dazu, andererseits wünscht man ihm dann doch, dass er mal abschalten kann. Aber das wird wahrscheinlich erst mit der schottischen Unabhängigkeit passieren.

Diesen Artikel teilen