interaktiv

Studieren im Ausland

Zu Gast in Europas Hauptstadt

Autor:
Manuel

Rubrik:
studium

27.06.2013

Du findest, Politik klingt langweilig und die EU scheint dir wie ein träger, gesetzeslastiger Goliath, der einem nur unnötige Regelungen aufbrummt? Dann solltest du unbedingt weiterlesen oder selbst in Brüssel reinschnuppern:

Nach 24-stündiger Reise und Ärmelkanalüberquerungsbekanntschaften kamen mein Bruder, der mich in Edinburgh besucht hatte, und ich zusammen dort an. Schlaflos starteten wir in den Tag, gingen zuerst durchs „Centre de la bande dessinée“ (das belgische Comiczentrum) und dann zum Mittagessen gen Europaparlament, wo eine Kommilitonin von mir gerade ein Praktikum bei der grünen Fraktion absolviert. Dort fand genau an diesem Tag das Jugendfestival YO! statt, bei dem Politiker aus den verschiedenen Nationen über ihre Jugendprogramme diskutieren. Ich fühlte mich dem europäischen Gedanken also nicht nur geographisch, sondern auch im Geiste so richtig nahe. Ich würde sogar sagen, dass ich kurz davor war, mir selbst einen Anzug anziehen und ebenfalls zu recherchieren, zu debattieren und zu proklamieren. Wenn dann beim Kaffeetrinken um einen herum ein Dutzend verschiedene Sprachen gesprochen werden, will man die europäische Integration unbedingt weiter vorantreiben.

Klar gibt’s auch europäische Missverständnisse. So beschreibt das Wort „macedonia“ im Italienischen einen Fruchtsalat anstatt eines Landes und „cozza“ nichts Erbrochenes, sondern köstliche Miesmuscheln. Deswegen muss man auch versuchen, die anderen Nationalitäten zu verstehen und wissen, wie man ein Nein zur Atomkraft in Italien formuliert oder wie die Befindlichkeiten oder Voreingenommenheit von Wählern in Polen gegenüber grünem Wahlkampf oder Ökokampagnen sind. Es scheint trivial, ich denke aber, das ist essentiell. Und an genau solchen Dingen wird im Parlament gearbeitet und obwohl das meiste hinter verschlossenen Türen stattfindet, heißt es dennoch kontinuierlich: kommunizieren in Wort, Schrift und digital. Die Arbeit im europäischen Parlament erscheint mir also ziemlich lebhaft und abwechslungsreich.

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