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Studieren im Ausland

Studieren in den Niederlanden? — Eine Rundreise

Rotterdam ist eine Hafenstadt, um es genau zu nehmen Europas größter Containerhafen. Es erfordert eine gewisse Logistik und technische Finesse, denn der Großteil des Wassers im Hafen liegt tiefer als der Meeresspiegel. Ich habe mich besonders für dieses Detail interessiert, als ich im Juni Freunde dort besuchte. Immerhin hatte in Deutschland das Hochwasser gravierende Auswirkungen gezeigt. Die Holländer sind nämlich Weltmarktführer in Hochwasser und Deltamanagement.

Ich war aber eigentlich dort, weil ich mir vor meinem Auslandsjahr den Masterstudiengang „Indusrial Ecology“ an der dortigen Uni anschauen wollte. Und irgendwie schien es, als hätte ich endlich Gleichgesinnte gefunden. Bei der Konferenz hielten Studenten Elevator-Pitches (das sind kurze, prägnante Reden zu einer Sache, die nicht länger als 30 Sekunden dauern) und stellten ihre Dissertationen vor. Die Themen reichten von ökonomischer Analyse industrieller Symbiosen, über potentielle Dachbepflanzungen in der Großstadt, um dem Aussterben der Honigbienen entgegenzuwirken, bis hin zu einem Surfbrett aus Bioschaum nach dem „Cradle to Cradle Prinzip“, sodass es quasi kompostierbar ist.

Weiter ging es nach Den Haag. Trotz Strand und Meer können einem in diesem flachen Land Hügellandschaften dann doch fehlen. Und beim Orientieren im Auto ohne Navigationssystem in der Großstadt, wobei wir eine Stunde lang quasi im Kreis herumfuhren, haben wir noch eine andere Lektion gelernt: Der erster Schritt zum Umweltschutz ist, der eigenen Dummheit den Kampf anzusagen!

Ansonsten kann ich als Geheimtipp, für diejenigen, die in den Niederlanden studieren wollen, Groningen empfehlen. Ich habe den Eindruck, dass die Stadt neben Maastricht, die Studentenstadt schlechthin ist. Und zumindest die Masterstudiengänge sind eigentlich alle auf Englisch. Also keine Angst vor Sprachbarrieren.

Autor: Manuel  |  Rubrik: studium  |  Jul 4, 2013
Autor: Manuel
Rubrik: studium
Jul 4, 2013

Studieren im Ausland

Kennenlernen

Collegewoche Nummer zwei. Alles wie gehabt. So langsam bekamen wir Hausaufgaben auf, und man musste schon an die ersten Projekte oder Präsentationen denken. Ab einem gewissen Zeitpunkt war mir das aber relativ egal.

Es war Dienstag, der Tag, an dem mein neuer Lieblingskur „Media Performance“ stattfindet. Alles war wie am ersten Tag. Ich setzte mich natürlich wieder an denselben Platz, denn wie in Deutschland gibt es hier diese unausgesprochene Regel: „The seat that I took the first day stays my seat.“ Nur einer hat sich nicht daran gehalten: Marc, Mr. California. Plötzlich saß er nicht mehr am anderen Ende des Klassenzimmers sondern direkt neben mir. Zuerst fand ich es komisch, da mein Platz ziemlich in der Ecke war und Marc mir wie ein sehr aufmerksamkeitsuchender Mensch vorkam. Warum also würde er freiwillig in der Ecke sitzen wollen? Nach und nach wurde mir aber klar: Wegen mir! Nachdem mein Vorstellungsvideo von letzter Woche gezeigt worden war und wir Pause hatten, fing er ein Gespräch mit mir an. Er drehte sich zu mir und fragte mich mit sanfter Stimme aus. „Where in Germany are you from?“ Das war die allererste Frage, die er stellte. Die Art wie er mich ansah, fiel mir sofort auf, und auch das Sanfte in seiner Stimme, das so ganz anders klang, als der „Show Off“, den wir vorher im Unterricht hörten. Das Gespräch über meine und seine Herkunft ging weiter und weiter. Wie genau, dazu mehr im nächsten Beitrag.

Autor: Katharina  |  Rubrik: studium  |  Jul 1, 2013
Autor: Katharina
Rubrik: studium
Jul 1, 2013

Studieren im Ausland

Zu Gast in Europas Hauptstadt

Du findest, Politik klingt langweilig und die EU scheint dir wie ein träger, gesetzeslastiger Goliath, der einem nur unnötige Regelungen aufbrummt? Dann solltest du unbedingt weiterlesen oder selbst in Brüssel reinschnuppern:

Nach 24-stündiger Reise und Ärmelkanalüberquerungsbekanntschaften kamen mein Bruder, der mich in Edinburgh besucht hatte, und ich zusammen dort an. Schlaflos starteten wir in den Tag, gingen zuerst durchs „Centre de la bande dessinée“ (das belgische Comiczentrum) und dann zum Mittagessen gen Europaparlament, wo eine Kommilitonin von mir gerade ein Praktikum bei der grünen Fraktion absolviert. Dort fand genau an diesem Tag das Jugendfestival YO! statt, bei dem Politiker aus den verschiedenen Nationen über ihre Jugendprogramme diskutieren. Ich fühlte mich dem europäischen Gedanken also nicht nur geographisch, sondern auch im Geiste so richtig nahe. Ich würde sogar sagen, dass ich kurz davor war, mir selbst einen Anzug anziehen und ebenfalls zu recherchieren, zu debattieren und zu proklamieren. Wenn dann beim Kaffeetrinken um einen herum ein Dutzend verschiedene Sprachen gesprochen werden, will man die europäische Integration unbedingt weiter vorantreiben.

Klar gibt’s auch europäische Missverständnisse. So beschreibt das Wort „macedonia“ im Italienischen einen Fruchtsalat anstatt eines Landes und „cozza“ nichts Erbrochenes, sondern köstliche Miesmuscheln. Deswegen muss man auch versuchen, die anderen Nationalitäten zu verstehen und wissen, wie man ein Nein zur Atomkraft in Italien formuliert oder wie die Befindlichkeiten oder Voreingenommenheit von Wählern in Polen gegenüber grünem Wahlkampf oder Ökokampagnen sind. Es scheint trivial, ich denke aber, das ist essentiell. Und an genau solchen Dingen wird im Parlament gearbeitet und obwohl das meiste hinter verschlossenen Türen stattfindet, heißt es dennoch kontinuierlich: kommunizieren in Wort, Schrift und digital. Die Arbeit im europäischen Parlament erscheint mir also ziemlich lebhaft und abwechslungsreich.

Autor: Manuel  |  Rubrik: studium  |  Jun 27, 2013
Autor: Manuel
Rubrik: studium
Jun 27, 2013