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Studieren im Ausland

Deutsche Tugenden, gute Tugenden?

Habt ihr schon einmal aus voller Überzeugung und wiederholt „Nein“ gesagt, es dann aber nach wenigen Tagen zutiefst bereut? Gut, dann haben wir etwas gemeinsam. Es gibt eine sehr beliebte Talkshow hier in New York und Marc hatte zwei Tickets. Spät am Mittwochabend bekam ich eine SMS von ihm. Er lud mich ein, mich mit ihm am nächsten Morgen unter das Publikum zu mischen. „Halt, nein, das geht natürlich nicht, ich habe Unterricht“, war mein streberischer Gedanke. Und so lehnte ich dankend ab. Die Tage vergingen und am Sonntag schrieb ich ihm und erkundigte mich, wie ihm die Talkshow gefallen hat. Aus seiner Antwort konnte ich schließen, dass er sich freute, von mir zu hören. Wahrscheinlich hat er meine Absage zu der Talkshow falsch interpretiert und dachte, ich hätte kein Interesse, etwas mit ihm zu unternehmen. Jedoch schrieben wir an diesem Tag bis sehr spät in die Nacht hin und her. Ich erfuhr, dass er bei einem berühmten Elektronik-Geschäft am Times Square arbeitete und zwar fast jeden Tag und immer in der Nachtschicht. Er lud mich außerdem wieder ein: Er wollte mit mir ein amerikanisches Fest mit dem Namen „Mardi Gras“ feiern. Und zwar in der nächsten Woche, spät abends. Und was machte ich? Richtig, ich sagte, ich könne nicht mitten in der Woche spät abends feiern gehen! Der Unterricht würde darunter leiden! Grrr, dieses Deutsche Pflichtgefühl scheint kein Klischee zu sein. Hatte ich ihn damit wieder verschreckt? Vielleicht, aber wir trafen uns ein paar Tage später, um unser Klassenprojekt zu besprechen. Danach war dann nichts mehr so, wie es vorher war.

Autor: Katharina  |  Rubrik: studium  |  Jul 15, 2013
Autor: Katharina
Rubrik: studium
Jul 15, 2013

Studieren im Ausland

Wird es nun ein Date oder nicht?

Was ist eigentlich die Definition von ‚Date‘? Ein bekanntes Woerterbuch im Internet sagt dazu Folgendes: „Umgangsspachlich: Verabredung, meistens von zwei Verliebten“. Ha! Also hatte ich Recht, es konnte sich unmöglich um ein Date handeln, was Marc und ich noch am selben Tag ausgemacht hatten. Nach dem Unterricht schrieb er mir seine Nummer in mein Notizbuch und sobald ich zu Hause war, schrieb ich ihm eine SMS. „Text me, so I have your number“, sagte er. Gesagt, getan. Ich bekam sofort eine Antwort und so schrieben wir für eine längere Zeit hin und her, um ein ‚Date‘ auszumachen.

Eigentlich war es ein Treffen, um uns über die Themen für unsere Interview-Show einig zu werden. Also nannte ich es nicht wirklich ‚Date‘. Colleen, meine gute Freundin, der ich natürlich davon erzählte, belehrte mich jedoch eines Besseren. Männer, so sagte sie, nehmen sich nie Zeit, um sich mit jemandem für ein Schulprojekt zu treffen. Schon gar nicht sind sie so flexibel, wie Marc es war. Jedem Tag und jeder Uhrzeit, die ich vorschlug, stimmte er zu. Mehr noch: Sogar die Entscheidung über den Ort überließ er mir. Dabei war er es, der vermutlich völlig orientierungslos durch New York irrte, immerhin stammt er aus Kalifornien und war erst seit 14 Tagen in der Stadt.

Das beste an unserem SMS-Gespräch: Ich fand hinterher heraus, dass Marc den ganzen Tag Kurse hatte, mir also heimlich aus dem Unterricht schrieb! Und so ging es einige Tage weiter …

Autor: Katharina  |  Rubrik: studium  |  Jul 10, 2013
Autor: Katharina
Rubrik: studium
Jul 10, 2013

Studieren im Ausland

Kennenlernen (Teil 2)

Es ist unglaublich, wie viel man von einem Menschen in nur 15 Minuten erfahren kann. Wie Marc und ich redeten und redeten und redeten! Wo genau er aus Kalifornien kommt, dass er eigentlich vorhatte, mit dem Auto nach New York City zu fahren, dass er erst vor zwei Wochen hierher gezogen ist, dass er einmal mit dem Rucksack durch halb Europa gereist ist und das ganz ohne Technologie wie Handy oder GPS, um sich selbst an seine Grenzen zu bringen. Ich habe auch viel von mir Preis gegeben, da ich gemerkt habe, wie sehr er sich für mich interessierte. Vor allem sein Blick, die etwas zuammengekniffenen Augen, wenn er mich ansah, der Ton in seiner Stimme und sein Lächeln zeigten mir, dass er alles aufsaugte, was ich erzählte.

Dann mussten wir wieder in den Unterricht. Wenig später ging es darum, wer mit wem in einer Partnerarbeit zusammenarbeiten wird. Es handelte sich um ein fiktives TV-Interview, in dem zwei Studenten über ein Thema ihrer Wahl in einer professionell aufgezogenen Interviewshow à la Oprah Winfrey auftreten sollten. Innerlich kam mir sofort der Gedanke: „Das würde ich total gern mit Marc machen“, aber ich traute mich nicht, ihn zu fragen und wollte mich außerdem nicht aufdrängen. Glücklicherweise beruhte dieser Wunsch auf Gegenseitigkeit, denn er drehte sich plötzlich zu mir und flüsterte, wieder mit zusammengekniffenen Augen und einem Lächeln auf dem Gesicht: „You wanna do it with me?“ Juhuuu! Dachte ich nur und nickte mit einem Lächeln. Jetzt mussten wir uns also kennenlernen ...

Autor: Katharina  |  Rubrik: studium  |  Jul 5, 2013
Autor: Katharina
Rubrik: studium
Jul 5, 2013